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Politik

Volksparteien schwach wie nie

06.06.2008 | 21:55 Uhr

Union und SPD verlieren acht Millionen Wähler seit 2005. Höhn (Grüne) schlägt Parlaments-Experiment vor

Berlin. Die Volksparteien stehen in der Wählergunst so schlecht da wie nie zuvor. Seit der Bundestagswahl 2005 haben Union und SPD laut "ARD-Deutschlandtrend" mehr als acht Millionen Wähler verloren. Allein den Sozialdemokraten kamen rund sechs Millionen Wähler abhanden, sagte der Chef des Umfrage-Instituts Infratest Dimap, Richard Hilmer, der WAZ. 72 Prozent sind mit der Arbeit der Großen Koalition weniger oder nicht zufrieden.

Die SPD büßt in der Sonntagsfrage drei Punkte ein und erreicht nur noch 24 Prozent. CDU/CSU verlieren ebenfalls drei Punkte und liegen bei 34 Prozent. SPD-Chef Kurt Beck landet in der Beliebtheitsskala erstmals hinter Linke-Chef Oskar Lafontaine. Die Linke verbucht 14 Prozent. FDP und Grüne erreichen 13 beziehungsweise 12 Prozent.

Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn schlägt ein Experiment vor, um den Wählerfrust zu bekämpfen. Sie plädiert dafür, bis zur nächsten Wahl den Fraktionszwang im Bundestag aufzuheben. "Wir benötigen eine Frischluft-Kur für das Parteiensystem. Wechselnde Mehrheiten in Sachfragen könnten den faulen Kompromissen ein Ende bereiten. Für einen gesetzlichen Mindestlohn oder für ein Tempolimit auf Autobahnen gäbe es dann Mehrheiten im Parlament", sagte Höhn der WAZ.

Kommentar Seite 2

Von Ulf Meinke

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