Vitamin D – überschätzt oder sinnvoll?

Nahrungsergänzungsmittel werden überschätzt, so die AOK. Ganz besonders im Trend hierbei liegen Vitamin-D-Tabletten, die stark beworben würden.

Doch auch dieser Nutzen werde massiv überbewertet. Vitamin-D-Gaben könnten weder Krebs noch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern – aber in Kombination mit Kalzium zu mehr Magen-Darm-Erkrankungen führen, heißt es.

Dr. Marc Werner, Oberarzt an der Klinik für Naturheilkunde in Essen-Steele, hält es für wichtig, dass eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung vorhanden ist. Für manche Erkrankungen sei deshalb auch die Gabe über Tabletten bei erwiesenem Mangel sinnvoll. Zum Beispiel bei Brustkrebs. Durch Vitamin-D-Gaben könne man das Risiko eines Rezidivs (neuer Tumor) bei einer Brustkrebs-Patientin verringern.

Über die Dosis wird in der Fachwelt noch gestritten. Möglicherweise sind deutlich höhere Dosierungen als die aktuell üblichen nötig. In manchen Forschungen werden statt der geltenden 1000 Einheiten täglich sogar 4000 Einheiten gegeben.

Vitamin D wird zu rund 90 Prozent in der Haut gebildet – jedoch nur unter dem Einfluss der Sonne. „Laut Leitlinie reicht es, 15 Minuten am Tag in die Sonne zu gehen“, so Werner. „Doch meiner Erfahrung nach besteht auch dann oft noch ein Vitamin-D-Mangel. Ich rate den Patienten, die Sonne durchaus zu nutzen. Aber ein Sonnenbrand muss vermieden werden.“