Viele Tote bei Kämpfen in Mazedonien

Kumanovo..  Kriegsähnliche Bilder in der mazedonischen Stadt Kumanovo: Die Polizei geht mit Panzerwagen und der Spezialeinheit „Tiger“ gegen Albaner vor, die mit Maschinengewehren und Granaten bewaffnet sind. „Terroristen aus einem Nachbarland“ seien das, sagt Innenministerin Gordana Jankulovska. Aber sie hätten auch starke Unterstützung der örtlichen albanischen Bevölkerung, räumt sie ein.

Nach offiziellen Angaben wurden acht Polizisten getötet, 38 zum Teil schwer verletzt. Auf Seiten der Zivilisten und „Terroristen“ in der drittgrößten mazedonischen Stadt gab es 14 Tote. 30 Männer wurden festgenommen.

Rechtsfreier Raum

Die entscheidende Frage ist, wer steht hinter den Kämpfen und warum jetzt? Eine These der Opposition sowie von Vertretern der Zivilgesellschaft: Der seit 2006 amtierende Regierungschef Gruevski, dem die Opposition seit Monaten mit abgehörten Telefongesprächen eine Verstrickung in Korruption und Kriminalität vorhält, habe den Konflikt vom Zaun gebrochen, um von seiner misslichen Lage abzulenken. Nach Demonstrationen für einen Gruevski-Rücktritt in der letzten Woche, die zum Teil brutal unterdrückt wurden, hat die Opposition für den 17. Mai zu neuen Massenprotesten in Skopje aufgerufen. Die Regierung soll so zum Rücktritt gezwungen werden.

Zweite These: Einige Anführer der Albaner, die in Mazedonien bis zu 30 % der Bevölkerung stellen, wollten Unruhe schüren, um so besser den illegalen Geschäften nachzugehen. Kumanovo liegt an der Schnittstelle zwischen Mazedonien, Serbien und dem Kosovo. Diesseits und jenseits der Grenzen leben Albaner, die Schmuggel betreiben. Ein Riesengeschäft, für das die Staatsmacht rechtsfreien Raum ermöglicht.