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Viele Muslime vertrauen deutschen Institutionen

07.05.2009 | 19:22 Uhr
Viele Muslime vertrauen deutschen Institutionen

London. Eine aktuelle Studie widerlegt gängige Vorurteile über Muslime in Deutschland. Das Fazit: Sie identifizieren sich viel stärker mit der deutschen Gesellschaft als gemeinhin angenommen. Und haben oftmals mehr Vertrauen in Institutionen als die Gesamtbevölkerung.

Muslime mit deutschem Pass stehen einer internationalen Untersuchung zufolge der deutschen Gesellschaft loyaler gegenüber als gemeinhin angenommen. Von den hier lebenden Muslimen identifizieren sich 40 Prozent mit Deutschland, wie der am Donnerstag in London veröffentlichte Gallup Koexistenz-Index 2009 ergab. Von den Befragten aus der Gesamtgesellschaft hätten dies hingegen nur 32 Prozent angegeben. Während von der Allgemeinheit nur 39 Prozent glaubten, dass die hier lebenden Muslime sich gegenüber Deutschland loyal verhalten, waren der Umfrage zufolge von den Muslimen selbst 71 Prozent dieser Meinung.

Die Moralvorstellungen der Muslime in Deutschland sind in der Regel wesentlich strikter. Foto: ap

"Diese Studie zeigt, dass viele Annahmen über Muslime und Integration weit von den eigentlichen Tatsachen entfernt sind», erklärte die geschäftsführende Direktorin des Gallup Center für Islamstudien, Dalia Mogahed. Deutsche Muslime wollten «ein Teil einer breiteren Gemeinschaft sein und sich noch mehr in die Gesellschaft einbringen».

Wenig Vertrauen in Bundeswehr und Medien

Mogahed hob hervor, dass die Muslime in Deutschland vielfach mehr Vertrauen in deutsche Institutionen hätten als die Gesamtgesellschaft. So genössen deutsche Gerichte bei 73 Prozent der Muslime und bei 49 Prozent der Gesamtgesellschaft Vertrauen, die Bundesregierung bei 61 Prozent der Muslime und 36 Prozent der Gesamtgesellschaft, beim Wahlverhalten liege das Verhältnis bei 62 zu 42 Prozent. Weniger Vertrauen als der Durchschnitt haben Muslime in Deutschland der Studie zufolge in die Bundeswehr (55 gegenüber 67 Prozent) und in die Medien (28 zu 34 Prozent). «Das von deutschen Muslimen den Institutionen des Landes entgegengebrachte Vertrauen beweist, dass starke religiöse Überzeugung nicht zwangsläufig mit mangelnder Loyalität einhergehen muss», erklärte Mogahed.

Die Vorstellungen über Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration stimmen der Studie zufolge bei Muslimen und Gesamtgesellschaft weitgehend überein. 96 Prozent der Muslime und 96 Prozent der Befragten aus der Gesamtgesellschaft gaben an, dass die Beherrschung der deutschen Sprache eine wesentliche Voraussetzung für Integration darstelle. Als weitere bedeutende Faktoren wurden das Finden einer Arbeit (je 94 Prozent) und bessere Ausbildungsmöglichkeiten (95 Prozent der Muslime und 86 Prozent der Gesamtgesellschaft) angegeben.

Mehrheit gegen Sex vor der Ehe

Deutliche Unterschiede stellte die Umfrage bei den Wertvorstellungen fest. Während in der deutschen Gesamtgesellschaft 68 Prozent homosexuelle Handlungen «moralisch vertretbar» finden, sagten dies nur 19 Prozent der befragten Muslime. Sex zwischen unverheirateten Paaren finden in der Gesamtgesellschaft 88 Prozent in Ordnung, aber nur 27 Prozent der Muslime. Deutlich sind die Unterschiede auch bei der Haltung zu Abtreibungen (47 zu 19 Prozent) und Pornografie (58 zu 18 Prozent). Die Befragung ergab aber, dass mit drei Prozent nur eine kleine Minderheit der Muslime in Deutschland sogenannte Ehrenmorde moralisch vertretbar findet, in der Gesamtgesellschaft gab dies ein Prozent der Befragten an.

Die Studie zu interkonfessionellen Beziehungen legte den Schwerpunkt auf Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Sie berücksichtigte aber auch Daten aus 27 Ländern in vier Kontinenten. Daraus geht hervor, dass Deutschland bei der Bedeutung von Religion im unteren Mittelfeld liegt. Hierzulande gaben 44 Prozent der Befragten an, dass Religion ein wichtiger Teil ihres Alltags ist. Am höchsten war dieser Wert in Bangladesch mit 99 Prozent, am niedrigsten in Norwegen mit 20 Prozent. (afp)

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Kommentare
06.09.2010
17:03
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von reichs-tag.de | #109

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06.09.2010
16:45
Blockierter Kommentar.
von reichs-tag.de | #108

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10.05.2009
03:34
Viele Muslime vertrauen deutschen Institutionen
von thomas-62 | #107

Ach wissen Sie, so langsam habe ich dieses aalglatte, rabulistische Hin und Her, das Sie auf diesen Seiten mit viel Geschick veranstalten, dann doch ein wenig satt. Sie sollten Ihre Unterstellungen nun nicht noch mit einer weiteren Unterstellung respektive Lüge über meine Person zu rechtfertigen suchen, sondern mal in Sich gehen und Ihre Ambitionen mal selber kritisch hinterfragen, falls Sie dazu fähig sind. Nicht ich habe diesen Satz geschrieben, wie Sie fälschlich behaupten, obwohl ich diesen Satz wohl teilen muß. Der Satz gehört - für Sie NOCHMAL zum Mitschreiben - zu dem Zitat des Orientalisten Michael Kramers, eines einschlägigen Wissenschaftlers also, im Weblog unter:

http://weblog-sicherheitspolitik.info/2008/04/10/islamismus-diskussion-uber-john-espositos-entwarnungsstudie/

Mit geringster Mühe nur eines genaueren Hinsehens wäre dies wohl auch für Sie erkennbar gewesen. Somit - nach Ihren eigenen Worten - haben Sie Sich als genau der entlarvt, der zu sein Sie mir unterstellt haben.

Auch aus anderen Gründen gibt uns dies Studie einige Rätsel auf. Es gibt nämlich zahlreiche andere Studien, die so ziemlich das Gegenteil daon sagen, was die Gallup-Studie da aus dem Ärmel zaubert. So schreibt das Migazin etwa, daß 76% der Migranten (die nach Gallup doch so begeistert über unsere Demokratie sein sollen) unzufrieden mit dem System seien.

http://www.migazin.de/2009/05/08/presseschau-turkische-presse-vom-07052009-visafreiheit-wowereit-auslandische-abschlusse/

Um mehr über Seriosität oder eben Unseriosität der Studie sagen zu können, muss man wissen, dass der Chef des Zentrums, eine Frau mit fundamentalistisch islamisch-, ägyptischen Wurzeln ist, Dalia Mogahed.

...sagte der Chef des Gallup Zentrums für muslimische Studien, Dalia Mogahed. (Die Welt)

Das Gallup-Center ermittelt demnach aus muslimischer Sicht und stellt diese Sicht dann natürlich auch dar.
Wir lesen etwas von Dalia Mogahed:

http://www.onenationforall.org/component/option,com_deeppockets/task,contShow/id,52/Itemid,87/

und sehen damit, in wessen Auftrag und in wessen Interesse diese Studie erstellt wurde. Man kann hier nicht davon sprechen, daß das unvoreingenommen und damit wissenschaftlich-empirisch genannt werden kann.

Besonders suspekt erscheint das Ergebnis der Studie (Prozentzahlen 96 % usw.) z. B. auch angesichts Meldungen aus Österreich, wonach ca. 1/4 (sic!) der staatlichen Islamlehrer ihre Gegnerschaft zur der Demokratie geäußert haben bzw. entsprechend gesonnen sind, siehe Deutschlandradio:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/946464/

Angesichts dieser Tatsachen kann man diese Studie beim besten Willen wohl eher nicht als unvoreingenommen oder seriös bezeichnen. Hier wird ganz klar ein bestimmtes Ziel verfolgt, da der Betreiber eben nicht unparteiisch ist, sondern (hier) in vorrangig muslimischem Interesse handelt und sich m. E. die Dinge entsprechend zurechtbiegt und schönt.

Und nochmal zum Thema Höflichkeit, da Sie diese Hinweise ebenfalls nicht zu realisieren scheinen: Seit wann duzen wir uns?

09.05.2009
20:03
Viele Muslime vertrauen deutschen Institutionen
von fatih | #106

nirgendwo die Rede von einer gefühlten islamischen Bedrohung zu thomas-62, vor 19 Stunden

Ich denke, den Vorwurf, zu Deinem Kommentar etwas hineingelegt bzw. unterstellt zu haben, kann ich getrost zurück weisen. Wenn ich nur ein Zitat aus Deinem, eigentlich viel zu lang gehaltenen und daher wenig prägenanten, Kommentar herausgreifen darf: Was als wissenschaftliche Untersuchung islamistischer Akteure daherkam,
war häufig eher eine ideologisch motiviertes Wunschdenken. unterstellst Du allen wissenschaftlichen Untersuchungen und Einschätzungen, die Deine Meinung nicht stützen, eine bestimmte interessen geleitete Ausrichtung, die die wirkliche politische Lage verkennt. Von daher musste ich zu dem Schluss kommen, das keinesfalls wissenschaftliche Analysen für Dich das bestimmende sindt, sondern die als Wissenschaft daher kommenden Bestätigungen einer subjektiv empfunden islamischen Bedrohung. Insofern habe ich mich nicht zu korrigieren.

09.05.2009
19:49
Viele Muslime vertrauen deutschen Institutionen
von fatih | #105

Vorschläge von Dir??? zu #72 von lobo1965, am 08.05.2009 um 17:26

Meine erste Bitte an Dich, wenn auch kein Vorschlag, wäre, von einer simplifizierenden Beispiels-Akrobatik weg, hin zu einer sachlichen Diskussion zukommen.

09.05.2009
19:23
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #104

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09.05.2009
08:59
Viele Muslime vertrauen deutschen Institutionen
von duisburgerin | #103

Weniger Vertrauen als der Durchschnitt haben Muslime in Deutschland der Studie zufolge in die Bundeswehr

Nun .... die haben ihe eigenen Sauerlandbomber !

09.05.2009
07:03
Viele Muslime vertrauen deutschen Institutionen
von SchwarzeVeisheit | #102

Mit dieser Islam-Studie kann man nur an einem einzigen Ort etwas anfangen .....

09.05.2009
04:03
Viele Muslime vertrauen deutschen Institutionen
von Duisburgerin | #101

Diese Studie ist nicht von einer islamischen Organisation oder ähnliches in Auftrag gegeben worden. Nur um klarzustellen: Das Gallup Zentrum, ein Marktforschungsinstitut in Washington, ist in Bereiche unterteilt. Autorin der Studie, Dalia Mogahed (ja, sie trägt ein Kopftuch), ist zuständig für den Bereich Islamstudien.
Wieso soll die Studie also nicht wissenschafltich sein?
Wird die Objektivität und Wissenschaftlichkeit der Studie angezweifelt, weil die Autorin ein Kopftuch trägt??

09.05.2009
03:33
Viele Muslime vertrauen deutschen Institutionen
von Duisburgerin | #100

Die Studie belegt, dass Integration in Deutschland am schlechtesten funktioniert... Dem kann ich nur zustimmen... Ich glaube nirgendswo in der Welt wird man als Ausländer so sehr diskriminiert, ausgestoßen, anders behandelt, angestarrt, unterschätzt als in Deutschland. Vorallem wenn man ein Kopftuch trägt. In den alltäglichsten Situationen wird man angestarrt als wäre man ein Alien... man kann sich in Deutschland nicht integrieren, ohne dass man deutscher wird als die Deutschen selbst. Und selbst dann wird man belächelt und nicht richtig akzeptiert... Deutsche wehren sich gegen alles fremde... Hmm wie soll da Integration funktionieren? Es sind nicht gerade die besten Bedingungen.
Die Studie belegt, dass sich Muslime gemischte Stadtteile wünschen- auch das kann ich nur bestätigen. Selbst bildungsferne Familien sind sich der Tatsache bewusst, dass ihre Kinder auf Schulen, wo 90 % der Schüler Ausländer sind, die Sprache nicht lernen können und höchstwahrscheinlich auf der Hauptschule landen werden. Tja, welche Zukunftsaussichten man als Hauptschüler hat brauche ich nicht zu eklären. Die meisten Deutschen haben kein Empathievermögen und wollen auch nicht die wahren Gründe hinter der Bildungsmisere ausländischer Kinder erkennen. Übrigens, ich bin auch nur das Kind bildungsferner aber herzensguter Anatolier. Die Bildungsmisere ist also nicht genetisch zu begründen. Naja ok, vielleicht zur Hälfte, denn laut Wissenschaftlern ist die Hälfte der intellektuellen Leistungen genetisch zu begründen.

Das sind nur die Gedanken einer Duisburgerin, die sich wünscht mal in eine Buchhandlung gehen zu können, ohne in verwirrte und verstörte Gesichter blicken zu müssen :)

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