Viele Kinder sind beim Büffeln allein
09.07.2010 | 16:53 Uhr 2010-07-09T16:53:00+0200
Essen.Viele Eltern können ihren Kindern beim Lernen nicht helfen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Vor allem Eltern mit niedrigem Schulabschluss sind überfordert - ihnen fehlt es an Verständnis, Zeit oder Geld für Nachhilfe.
Wer einen niedrigen Schulabschluss hat, kann auch die Schulkarriere seiner Kinder nicht ausreichend fördern. Das ergab jetzt eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung unter deutschen Eltern.
Demnach unterstützen über 80 Prozent der Eltern mit mittlerem und hohem Schulabschluss ihre Kinder in der Schule. Bei den Eltern mit niedrigem Abschluss sind es nur 57 Prozent. Warum? 37 Prozent der Eltern, die nicht helfen, führen dies auf „fehlende Möglichkeiten“ zurück – sei es Verständnis, Zeit oder Geld für Nachhilfe. 34 Prozent hielten Förderung für unnötig, drei Prozent sagten, es sei nicht ihre Aufgabe. Der Rest machte keine Angaben.
Schulen leisten mehr, als nach Pisa gemeinhin angenommen wird
Für die Studie wurden 650 Eltern am Telefon nach ihren Einschätzungen zum deutschen Bildungssystem gefragt. Die Autoren der Studie wollten auch wissen, was die Eltern von Deutschlands Schulen halten. Das Ergebnis: Sie leisten offenbar mehr, als nach all den Pisa-Rückschlägen gemeinhin angenommen wird. Die befragten Eltern benoteten die Leistungsfähigkeit der Schulen insgesamt mit einer 2,4. Für die Wissensvermittlung gab es sogar eine 2,2, bei der Anleitung zu selbstständigem Lernen, zur Entfaltung der Persönlichkeit und zu sozialem Handeln sah es kaum schlechter aus (2,5; 2,6; 2,4).
Doch es ist nicht alles gut in Bildungsdeutschland. Viele Eltern erleben das Schulsystem als ungerecht. Sie wurden ganz direkt gefragt, für wie gerecht sie das Schulsystem halten. Nur 47 Prozent bezeichneten es als „sehr gerecht“ oder „eher gerecht“, während eine knappe Mehrheit von 51 Prozent es „eher ungerecht“ oder „sehr ungerecht“ findet. Dabei sind es besonders die Eltern von Haupt- und Realschülern, die das Schulsystem als ungerecht empfinden (58 Prozent; Grundschule: 39, Gymnasium: 49). Allein: Es bleibt ein Stimmungsbild. Was genau sie unter Ungerechtigkeit verstehen und wo sie die Gründe dafür vermuten – das wurden die Eltern nicht gefragt.
Wer mit Schulen weniger zu tun hat, sieht es anders
Und dann brachte die Studie noch eine Erkenntnis hervor, die auch die Auftraggeber überraschte: Die Einschätzungen der Eltern unterscheiden sich deutlich von denen der Gesamtbevölkerung. Denn die Bertelsmann-Stiftung hatte auch mehrere Hundert Deutsche zum Schulsystem befragt, die selbst keine Schulkinder haben. Sie vergaben für die Leistungsfähigkeit der Schulen nur eine 3,1. Dafür stören sich aber nur 34 Prozent der Nicht-Eltern an Ungleichheiten im System. Sprich – wer mit Schulen nichts zu tun hat, erlebt sie als schlechter und gerechter.

11:18
zu 7 von Agathe Bauer
Möchte wissen, was Sie (ohne Beleidigungen) geschrieben hätten.
11:26
in der schule wird einem weiß gemacht, dass man fürs leben lernt.
ich kann nur sagen, dass ich trotz mathe-lk heute, 15 jahre nach dem abi, nicht in der lage wäre, meinem kind integral- oder vektorrechnung zu erlären geschweigen denn, bei den hausaufgaben zu helfen.
11:19
Lustig, wie einige hier ihr Nachkriegsabitur mit dem heutigen Abitur vergleichen, die Nachhilfeschüler sind übrigens in erster Linie G8er. Aber nicht nur das G8 ist schwieriger, sondern auch das normale G9 ist deutlich anspruchsvoller geworden, ich hab in der 11. Klasse Dinge gelernt, die meine Eltern beide erst im Studium gelernt haben.
10:35
Zu 5 Freda
Bei der Förderung würde Ihre Tochter demnächst bestimmt ein Stipendium bekommen.
10:16
Ich habe zum Glück auch allein büffeln dürfen. Das hat mich nicht gehindert, 4 Studiengänge abzuschließen und einen ordentlichen Beruf zu ergreifen, in welchem ich andere Menschen ermuntern kann, auch etwas aus sich zu machen. Also wie kamy schreibt: Traut Euren Kindern was zu!
08:26
Grässliche Vorstellung. Ich wäre wahnsinnig geworden, hätte ich meine Eltern beim Lernen an der Backe gehabt.
Traut den Kindern mehr zu. Ohne Argusaugen der Eltern Lernen zu lernen ist ein großer Gewinn.
20:11
Ich glaube, die Kommentare geben einen wichtigen Hinweis.
Ins Gymnasium wurde ich 1946 eingeschult, da gab es Nachmitttagsuntericht wegen mangelnder Schulgebäude und kaum Lehrmaterial außer guten Lehrbüchern. Abschluß ohne Ehrenrunden und akademischen Abschluß an einer Universität; und das alles ohne jegliche Nachhilfe der Eltern oder anderer Personen.
Fazit:
Kinder, die Nachhilfe benötigen, sind auf der falschen Schule oder haben schlechte Lehrer!
19:48
@ Fred4712
Sie lügen wie gedruckt!
Aber vielleicht hätten sie die Nachhilfe selbst nehmen sollen, dann wäre ihr Deutsch nicht so schlecht, ihr Rechtschreibung besser, ihr Sprachstil nicht so Prekariatsnah und sie hätten wesentlich weniger Minderwertigkeitskomplexe. Dann müssten sie auch nicht so sehr angeben.
19:44
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19:17
Gebüren