Das aktuelle Wetter NRW 17°C
Politik

Viele gefährliche Rechtsextremisten leben im Untergrund

20.10.2012 | 15:50 Uhr
Foto: /dapd

Auch nach der Enttarnung der Terrorgruppe NSU leben weiterhin zahlreiche gefährliche Rechtsextremisten im Untergrund. "Das Bundeskriminalamt geht mit Stand von Mitte September von zuletzt 110 mit offenen Haftbefehlen untergetauchten Rechtsextremisten aus", sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht.

Berlin (dapd). Auch nach der Enttarnung der Terrorgruppe NSU leben weiterhin zahlreiche gefährliche Rechtsextremisten im Untergrund. "Das Bundeskriminalamt geht mit Stand von Mitte September von zuletzt 110 mit offenen Haftbefehlen untergetauchten Rechtsextremisten aus", sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht.

Auf die Frage, ob es Nachahmer der rechten Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) geben könnte, antwortete der Minister: "Nachahmer, die wahllos Leute erschießen und davon nichts verlautbaren, erwarte ich nicht. Aber dass es im rechtsextremistischen Milieu immer wieder fließende Übergänge zu gewalttätigen und terroristischen Strömungen geben kann, halte ich für möglich." Die Demokratie brauche deshalb einen "starken Verfassungsschutz".

Die Terrorgruppe NSU hatte mehr als 13 Jahre unentdeckt von den Sicherheitsbehörden im Untergrund gelebt. Ihr werden zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und mehrere Banküberfälle zugeschrieben. Im November vergangenen Jahres flog die Gruppe schließlich auf. Die beiden Haupttäter Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt begangen Selbstmord. Das dritte mutmaßliche NSU-Mitglied, Beate Zschäpe, sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Mit Anklageerhebung wird in den kommenden Wochen gerechnet.

NSU "kein isoliertes Phänomen"

Der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy (SPD), sagte der "Welt am Sonntag", die Zahl sei ein Beleg dafür, dass man die NSU nicht als isoliertes Phänomen betrachten dürfe. "Wir haben noch mehrere tickende Zeitbomben im Land herumlaufen."

Auch der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), sagte dem Blatt, die Zahl sei "erschreckend hoch". "Um die Gefahr, die von diesem Personenkreis ausgeht, richtig beurteilen zu können, brauchen wir dringend weitere Informationen", betonte er. Es stellten sich mehrere Fragen: "Welche sicherheitsrelevanten Erkenntnisse gibt es über sie? Welche Taten werden ihnen zur Last gelegt? Seit wann sind sie untergetaucht, und was wurde seitdem von den zuständigen Behörden unternommen, um sie zu ergreifen?"

dapd

dapd

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Tsipras verspricht Merkel für Dienstag neue Vorschläge
Griechenland
Griechenland will den Euro-Partnern bei ihrem Sondergipfel am Dienstag neue Vorschläge gegen die Schuldenkrise vorlegen. Merkel und Hollande machen...
Beate Zschäpe wird jetzt von vier Anwälten vertreten
NSU-Prozess
Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe wird hat nun einen vierten Pflichtverteidiger. Er wurde ihr vom Oberlandesgericht München beigeordnet.
IS-Einheiten starten Groß-Offensive gegen Kurden
Islamisten
Nach einigen Niederlagen ist die IS-Terrormiliz im syrisch-türkischen Grenzgebiet wieder auf dem Vormarsch. An der Grenze fallen Schüsse.
CDU sagt Ja zum Kindergarten mit Übernachtung
Kinderbetreuung
Mit Kopfschütteln reagierte die CSU auf die 24-Stunden-Kita. Aber die CDU unterstützt die Pläne von Familienministerin Manuela Schwesig.
Zahl der Wohngeldempfänger in NRW deutlich gesunken
Mietkostenzuschuss
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 12,4 Prozent gesunken. Ab 2016 soll das Wohngeld für Arbeitslose, Rentner und Geringverdiener erhöht werden.
Fotos und Videos
7211990
Viele gefährliche Rechtsextremisten leben im Untergrund
Viele gefährliche Rechtsextremisten leben im Untergrund
$description$
http://www.derwesten.de/politik/viele-gefaehrliche-rechtsextremisten-leben-im-untergrund-id7211990.html
2012-10-20 15:50
Rechtsextremismus,NSU,Friedrich,ZUS,
Politik