Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Piraten

Viele Bewerber wollen Piraten-Partei in NRW steuern

21.03.2012 | 17:27 Uhr
Viele Bewerber wollen Piraten-Partei in NRW steuern
Die Piratenpartei will den NRW-Landtag nach der Wahl am 13. Mai entern. Kandidaten für die Spitzenkandidatur gibt es mehr als genug. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Düsseldorf.   Nicht weniger als 40 Männer und Frauen bewerben sich bisher für die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl am 13. Mai. Es könnten 50 werden. Spitzenkandidat will auch Landeschef Michele Marsching (33) werden. Er gibt als Wahlziel aus, mit „fünf Prozent plus x“ den Landtag zu entern.

Mögen andere Parteien nach Führungspersonal suchen, bei den NRW-Piraten herrscht Überfluss. Nicht weniger als 40 Männer und Frauen bewerben sich bisher für die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl am 13. Mai. Es könnten 50 werden. Insgesamt 160 Anwärter rangeln um einen Platz auf der Reserveliste, die der Parteitag am Wochenende beschließen will.

Die Aussicht auf ein gut bezahltes Landtagsmandat und das unkomplizierte Bewerbungs-System wecken neue Begehrlichkeiten. Die Piraten kennen keine Delegierten. Wer von den 3600 NRW-Mitgliedern zum Parteitag nach Münster kommt, ist automatisch wahlberechtigt. Kandidieren kann jeder. Der Landesvorstand schlägt keine Liste vor.

Neue Aufnahmeanträge werden erst später bearbeitet

Die „Mitmach-Philosophie“ hat ihre Tücken. Denn sie lockt auch „Trittbrettfahrer“ aus anderen Parteien an, die schnell noch vor der Wahl bei den Piraten anheuern wollen. Nach dem jüngsten Vorstandsbeschluss werden deshalb sämtliche Aufnahmeanträge, die nach Auflösung des Landtags bei den Piraten eingingen, erst bearbeitet, wenn die Kandidaten nominiert sind. „Aus Zeitgründen“, wie es offiziell heißt. Wohl eher: aus Selbstschutz.

Der Parteitag mit erwarteten 600 Mitgliedern wird zum organisatorischen Härtetest. „Jeder soll sich präsentieren können, ohne Wertung von außen“, sagt Parteisprecher Achim Müller. Spitzenkandidat will auch Landeschef Michele Marsching (33) werden. Er gibt als Wahlziel aus, mit „fünf Prozent plus x“ den Landtag zu entern. Stimmanteile wollen sich die Piraten vor allem bei Grünen, Linken und Nichtwählern besorgen.

Viele Landtagsbewerber sind neu im politischen Geschäft. Einer hat auf der Internet-Seite des Landesverbands unter „Parteitätigkeit“ vermerkt: „Unwissend als Pirat geboren.“

Theo Schumacher


Kommentare
22.03.2012
10:18
Viele Bewerber wollen Piraten-Partei in NRW steuern
von mikestern | #33

@wahlpottler
Möglicherweise ist ihnen das bei ihrem eifrigen, pseudo-sachlichen Geschreibsel gar nicht aufgefallen, aber sie sagen im Grunde nicht das die Piraten etwas besser machen können/ würden, sondern argumentieren das die auch nicht schlechter als die Anderen sind und üben könnten bzw sich Beraterstäbe halten könnten.
Warum sollte ich denn dann einen zusammengewürfelten Haufen von Einzelinteressen wählen? Nur weil es "schick" ist ???

22.03.2012
09:46
Viele Bewerber wollen Piraten-Partei in NRW steuern
von Pit01 | #32

Mir erscheinen die Piraten ein wenig unstrukturiert. Auch kann ich kein echtes Programm erkennen.

22.03.2012
09:43
Viele Bewerber wollen Piraten-Partei in NRW steuern
von wahlpottler | #31

4.) Behauptung: Die Piraten sind schlecht organisiert, chaotisch, zerstritten.
Fakt: Die anderen Parteien ebenfalls. Atomausstieg nein, dann ja. Steuerermäßigung für Hotels ja, dann nein. Mindestlohn nein, dann so ein bisschen, aber irgendwie auch doch nicht.
Schlussfolgerung: Die Piraten haben noch Zeit sich zu verbessern, die großen Parteien hatten diese Zeit bereits.
5.) Behauptung: bei den Piraten sitzen teilweise Neonazis.
Fakt: Bei den anderen Parteien sitzen teilweise Altnazis. Siehe Filbinger, vergleiche auch http://youtu.be/YvQQYUyWIAs
Schlussfolgerung: überall sitzen teilweise Nazis, aber die Piraten stehen eher dazu und unternehmen was.

22.03.2012
09:38
Mal abwägen
von wahlpottler | #30

1.) Behauptung: Die Piraten sind politisch unerfahren
Fakt: Die aktuellen Verhältnisse sind das Ergebnis der Politik der letzten Jahre. Schlussfolgerung: vielleicht kommt es gar nicht auf politische Erfahrung an.
2.) Behauptung: Die Piraten sind ja alle Nerds / IT-Freaks ohne sonstige Erfahrungen.
Fakt: Die großen Parteien rekrutieren sich größtenteils aus Juristen, Lehrern, Beamten.
Schlussfolgerung: Vielleicht können sich die Piraten genauso gut Beraterstäbe halten wie die anderen Parteien.
3.) Behauptung: Die Piraten haben die gleichen Themen wie die anderen Parteien.
Fakt: Alle Parteien haben die gleichen Themen, aber unterschiedliche Lösungsangebote.
Schlussfolgerung: Jeder muss sich selber informieren und die Partei wählen, deren Lösungsangebot ihm am meisten zusagt.

22.03.2012
08:40
Auf dem rechten Auge blind
von cafereibach | #29

Solange die Piraten es nicht schaffen, die Unterwanderung durch "ehemalige" Rechtsradikale zu stoppen, bleiben sie unwählbar.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,791037,00.html
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-10/piratenpartei-npd-streit

22.03.2012
08:21
Viele Bewerber wollen Piraten-Partei in NRW steuern
von kikimurks | #28

Ich glaube, dass man den Piraten ruhig eine Chance geben sollte. Natürlich sind sie momentan (noch) nicht besonders strukturiert, aber das waren die Grünen am Anfang auch nicht. Die Zeit wird das ändern. Andererseits haben die Piraten schon einiges bewirkt. Die Angst vor der neuen Partei hat die etablierten Parteien dazu gezwungen Standpunkte wie zur Vorratsdatenspeicherung oder der Internetsperre zu überdenken. Die Piraten sind sicherlich noch nicht immer ganz klar in ihrer Aussage, doch sind sie die Einzigen, die im 21. Jahrhundert angekommen sind. Das Internet hat bereits und wird noch weiter die Gesellschaft verändern. Dem muss Rechnung getragen werden.

Ahoi!

22.03.2012
07:49
Viele Bewerber wollen Piraten-Partei in NRW steuern
von mikestern | #27

Na prima, da scheinen wir ja auch alle Kandidaten / Innen im Blog versammelt zu haben. Bei aller berechtigten Kritk an den "Etablierten", aber ein wenig Struktur schadet nix. Ehrlich. Bei mir kommt das so rüber - sorry - eh geil, da kannse Kohle machen, brauchts nix an Vorleistung, ggf ein paar "krude" Ideen" und schon hab ich mein Klientel zusammen. Das bei den Piraten auch nicht die heile Welt ist und nur unbescholtene Mitbürger agieren - einfach mal die Zeitung verfolgen. Für mich kommen die Piraten überspitzt so rüber, dass sich dort wie in einem Sammelbecken alle möglichen Leute sammeln, die aber weniger ein gemeinsames Ziel haben, sondern wie "kann ich mich selbstverwirklichen", ohne das vorab grosse Vorrausetzungen an mich gestellt werden ... und dann nix wie ran an die Fleischtöpfe. Sorry, zugegebenerweise überspitzt formuliert.

22.03.2012
07:17
Viele Bewerber wollen Piraten-Partei in NRW steuern
von Meinemal | #26

Die Listendeppen, die uns die etablierten Parteien in den Parlamenten präsentiert haben, sind keinen Deut besser und wollen alle mit und von der Politik, dank tumben Wähler und wehrlosen Steuerzahler, fürstlich leben. Die Auswahl ohne Liste hat irgendwas, aber auch hier werden die letztendlich erwählten Kandidaten größtenteils nur weitere Politdeppen sein. Warum nicht nicht den nutzlosen NRW-Landtag abschaffen? Sollen sich die Parteien doch durch sinnvolle Arbeit finanzieren. Nur sind die schon so weit???

1 Antwort
Viele Bewerber wollen Piraten-Partei in NRW steuern
von randori20 | #26-1

Warum nicht gleich alle Parlamente abschaffen? Dann müssen wir nur noch einen Diktator und seine Schergen finanzieren. Ist bestimmt billiger und der macht bestimmt eine Politik die gut für alle ist. Wirklich? Also manche haben den Schuss nicht gehört.

22.03.2012
06:31
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #25

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.03.2012
06:29
Die Piratenpartei ist DIenstleister
von meigustu | #24

für alle die, die mehr Beteiligung an den Entscheidungen wünschen die alle betreffen.
Die nicht möchten, das neue Kommunikationsformen zum Anlass genommen werden demokratische Grundrechte abzubauen.

Aus dem Ressort
Israel lehnt offenbar Kerry-Vorschlag zur Waffenruhe ab
Nahost-Krise
Den Vorschlag von US-Außenminister John Kerry zu einer Waffenruhe im Gaza-Krieg hat Israel nach einem Medienbericht abgelehnt. Es würde aber über eine Nachbesserung diskutiert. Auch die militanten Palästinenser in Gaza prüften den Vorschlag, hieß es; offiziell haben sie noch nicht reagiert.
Druck auf Putin - EU verhängt Sanktionen gegen Russland
Ukraine-Konflikt
Der Druck auf Wladimir Putin wächst: Mit einem für EU-Verhältnisse ungewöhnlich schnellen Schulterschluss haben sich alle 28 EU-Regierungen auf Wirtschaftssanktionen gegen Russland geeinigt. Der Zugang Russlands zu den EU-Finanzmärkten soll erschwert werden.
Innenministerium verteidigt Überwachung sozialer Netzwerke
Überwachung
Der Bundesnachrichtendienst und die Bundeswehr wollen künftig auch soziale Medien wie Facebook und Twitter beobachten, um internationale Trends frühzeitig zu entdecken. Diese Art der Überwachung würde sich im Rahmen des Grundrechts bewegen, rechtfertigt das Bundesinnenministerium.
Gesundheitskarte - Pannenprojekt oder digitale Revolution?
eGK
Teuer, kompliziert, nutzlos? Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) macht bisher viel Ärger. Doch auf die Versicherten und Ärzte rollt eine Welle neuer Möglichkeiten zu. Ab Ende 2015 sollen etwa Adresse und Versichertenstatus auf der Karte online überprüft werden können.
Obama scheut die große Konfrontation mit Widersacher Putin
Analyse
Ukraine, Gaza, Irak, Syrien, Afghanistan, Iran - es gab außenpolitisch einfachere Zeiten für einen amerikanischen Präsidenten. In keiner der genannten Regionen kann Barack Obama Erfolge verbuchen. Passivität ist jedoch das Gegenteil von fahrlässiger Destabilisierung, die Obama oft unterstellt wird.
Umfrage
S-Bahnen in NRW sollen bald wieder mit Außenwerbung auf den Zügen herumfahren. Was halten Sie davon?