Viel mehr Fälle von Taschen- und Ladendiebstahl in NRW

Jahrelang ist die Zahl der Einbrüche stark gestiegen. Nun ging sie erstmals wieder zurück.
Jahrelang ist die Zahl der Einbrüche stark gestiegen. Nun ging sie erstmals wieder zurück.
Foto: Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Die Alltagskriminalität kehrt nach NRW zurück. Die Zahl der Laden-, Taschen- und Fahrraddiebstähle hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen.

Essen.. Während sich die Alltagskriminalität - Laden-, Taschen- und Fahrraddiebstähle - in NRW ausbreitet, sinkt die Zahl anderer Delikte: Schwerere Straftaten wie Gewalt- und Raubdelikte und die Raubzüge meist osteuropäischer Banden, die tagsüber Wohnungen ausräumen, gehen dagegen nach einem Aufsehen erregenden Anstieg der Fälle in den letzten Jahren erstmals zurück.

Nach Informationen dieser Redaktion gehen Polizeiexperten davon aus, dass im Jahr 2014 der Laden- und Taschendiebstahl um je acht Prozent gestiegen ist, der Betrug um drei Prozent und der Fahrraddiebstahl um sechs Prozent gegenüber 2013 zugenommen hat.

Verstärkter Fahndungsdruck zahlt sich aus

Sorgen machen Drogendelikte. Hier zeichnet sich ein Anstieg um sechs Prozent ab. Dagegen fällt der Rückgang bei den Tageswohnungseinbrüchen mit zwölf Prozent außerordentlich hoch aus, zumal die Aufklärungsquote gestiegen ist – von 14 auf 16 Prozent der Fälle.

Sicherheit „Wir haben diesen Trend erstmals gestoppt“, freut sich Arnold Plickert, Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, über die Entwicklung. „Der verstärkte Fahndungsdruck zahlt sich aus. Die Polizei hat ja bei Schwerpunktaktionen ganze Stadtteile abgeriegelt“. Auch der Auswertungs-Verbund der Kreispolizeibehörden mache sich bezahlt. Bedenklich findet der GdP-Chef die wieder ansteigende Rauschgift-Kriminalität und die vermehrten Ladendiebstähle.

Verdachtsanzeigen von Banken erreichen Rekordwert

Plickert zu den Ladendiebstählen: „Das kann auf die alternde Gesellschaft zurückzuführen sein und auf eine zunehmende Altersarmut“. Das Plus beim Taschendiebstahl erklären sich die Polizeiexperten damit, dass immer mehr Menschen wertvolle Smartphones mitführen.

Bundesweit ist 2014 die Zahl der Hinweise auf Geldwäsche, also der Verschleierung von Gewinnen aus illegalen Geschäften, gestiegen. Die Verdachtsanzeigen der Banken erreichte nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) den Rekordwert von 25.000 Meldungen – 6000 mehr als im Jahr zuvor.

Immer häufiger wird Geldwäsche auch mit der Finanzierung von Terrorgruppen in Verbindung gebracht. Das BKA weist noch auf einen andere Entwicklung hin: Entdeckte Fälschungen von Euro-Banknoten haben um 63 Prozent zugenommen. 63.000 falsche Geldscheine wurden sichergestellt – zumeist 20- und 50-Euro-Noten, hergestellt in Italien.