Verurteilung einer Journalistin belastet Beziehungen
19.04.2009 | 12:48 Uhr 2009-04-19T12:48:00+0200
Teheran. Erst war ihr Presseausweis abgelaufen, dann wurde sie wegen einer Flasche Wein festgenommen. Nun hat ein Gericht im Iran die US-iranische Journalistin Roxana Saberi wegen Spionage für die USA verurteilt. Das harte Urteil dürfte die Annäherung zwischen beiden Staaten zurückwerfen.
Eine amerikanische Journalistin ist nach Angaben ihres Anwalts im Iran wegen Spionage zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gerichtsverfahren war am Montag mit ungewöhnlicher Eile und hinter verschlossenen Türen abgehandelt worden. Der Fall droht die jüngste politische Annäherung zwischen den USA und dem Iran im Atomstreit zu überschatten.
Die 31-jährige Saberi wurde Ende Januar festgenommen. Damals hieß es, ihre Akkreditierung sei abgelaufen. Anfang April wurde sie dann wegen Spionage angeklagt. In einem Telefonat mit ihrem Vater hatte die Journalistin erklärt, sie sei nach dem Kauf einer Flasche Wein festgenommen worden. Saberi hat eine doppelte Staatsangehörigkeit und lebt seit sechs Jahren im Iran. Sie berichtete für mehrere Medien, darunter den britischen Rundfunksender BBC und das National Public Radio (NPR) der USA.
Ihr Vater Reza Saberi sagte im NPR, seine Tochter sei bereits am Mittwoch schuldig gesprochen worden, das Gericht habe das Urteil aber erst am Samstag bekanntgegeben. Sie habe sich im Iran aufgehalten, um ein Buch über die dortige Kultur zu schreiben. Roxana Saberi stammt aus Fargo im US-Staat North Dakota, wo sie 1997 zur «Miss Dakota» gewählt wurde.
Journalisten-Organisation fordert Freilassung
US-Außenministerin Hillary Clinton äußerte sich enttäuscht über das Urteil. Washington bemühe sich derzeit zusammen mit Schweizer Diplomaten im Iran darum, Einzelheiten über die Gerichtsentscheidung in Erfahrung zu bringen. Die US-Regierung werde gegenüber Teheran «energisch unsere Besorgnis» über den Fall zum Ausdruck bringen, kündigte Clinton in einer Erklärung an.
Washington hat die Anschuldigungen gegen Saberi als grundlos bezeichnet und ebenso wie mehrere Menschenrechtsorganisationen die Freilassung der Journalistin gefordert. Das Außenministerium hatte am Donnerstag erklärt, auf ein «positives» Verhalten Teherans in dem Fall würden die USA mit Wohlwollen reagieren. Menschenrechtler haben den Iran mehrfach wegen der Festnahme von Journalisten und der Unterdrückung der Medienfreiheit kritisiert.
Auch das in New York ansässige Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) kritisierte das Urteil am Samstag. Das Verfahren gegen Saberi sei nicht ausreichend transparent gewesen, hieß es in einer Erklärung. Die Journalisten-Organisation forderte die iranischen Behörden auf, Saberi gegen Kaution freizulassen.
Saberis Verteidiger Abdolsamad Choramschahi kündigte in Teheran an, dass er das von einem sogenannten Revolutionsgericht gefällte Urteil anfechten werde. Ihr Vater Reza Saberi sagte: «Roxana hat uns gesagt, dass alles was sie gestanden hat, nicht wahr ist.» Seine Tochter sei eingeschüchtert worden. Außerdem sei ihr versprochen worden, dass sie freikomme, wenn sie mit den Behörden zusammenarbeite. Vor Gericht habe sie das falsche Geständnis widerrufen und erklärt, sie sei getäuscht worden. Saberi sagte nicht, wann er mit seiner Tochter gesprochen hat. Am Samstag durfte er sie nach eigenen Angaben nicht im Gefängnis besuchen.
Familie geschockt über hartes Urteil
Die Journalistin, die sowohl iranische als auch US-Bürgerin ist, war im Januar im Iran festgenommen worden. Seitdem sitzt sie im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran. Ursprünglich warf die Justiz der Reporterin vor, Alkohol gekauft zu haben, was in dem streng islamischen Land verboten ist. Dann erklärten die Behörden, Saberi habe ohne Presseausweis und daher illegal im Iran gearbeitet. Später wurde ihr Spionage für die USA vorgeworfen, was in der Islamischen Republik mit dem Tod bestraft werden kann.
Saberis Vater zeigte sich «schockiert» über das harte Urteil. Die Familie habe nicht mit einer achtjährigen Haftstrafe gerechnet, sondern mit Begnadigung nach sechs Monaten Haft. Saberis Eltern hatten vergeblich an den obersten geistlichen Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, appelliert, die Journalistin wegen ihrer schlechten psychischen Verfassung freizulassen. (ap/afp)

17:31
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17:28
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02:00
Naja, dieser iranische Staat hat sich mal wieder entscheident demaskiert, und seine Verlogenheit in aller Deutlichkeit der internationalen Öffentlichkeit präsentiert.
Aber es war nicht anders zu erwarten.
Islam - Gehorche, und Du wirst belohnt, Gehorche nicht, und Du wirst bestraft. Was anderes gibts nicht.
Gruß
22:37
Ob Obama damit gerechnet hat, dass ihn der politische Alltag so schnell einholt?
Mit seinem Geschwätz wird er im Iran nicht weit kommen.
19:25
Verurteilung einer Journalistin belastet Beziehungen
Tja, liebe Frau Saberi, da haben Sie leider viermal Pech gehabt:
Journalistin, USA und dann noch Frau und dann auch noch im Iran???
14:32
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13:33
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13:04
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13:03
im Gegensatz zu dir, bin ich registriert
12:59
Nachtrag zu #23
Eswäre vielleicht nicht schlecht, wenn sie sich endlich
mal registrieren liessen und nicht unter ständig
wechselnden Namen ihre Kommentare ver-
breiten.