Versuchte Bestechung vor Ramelow-Wahl?

Jena/Erfurt..  Thüringens Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen eines möglichen Bestechungsversuchs vor der Wahl von Bodo Ramelow (Linke) zum Ministerpräsidenten. Die Behörde gehe seit Anfang des Jahres der Anzeige eines Privatmannes nach, sagte Pressesprecher Hans-Otto Niedhammer.

In mehreren Zeitungen erhebt ein anonymer SPD-Abgeordneter entsprechende Vorwürfe gegen einen ebenfalls nicht genannten CDU-Politiker: Dieser soll dem Sozialdemokraten indirekt ein Ministeramt in einer CDU-geführten Regierung angeboten haben – offenbar als Gegenleistung dafür, wenn er Rot-Rot-Grün verhindere.

Ramelow-Interview

Die bundesweit erste Koalition aus Linken, SPD und Grünen hat nur eine Stimme Mehrheit im Landtag, schon ein Abweichler hätte Ramelow scheitern lassen können. Der Linke-Politiker wurde vor gut einem Monat zum Regierungschef gewählt.

Der Anzeigensteller – ein Privatmann aus Rheinland-Pfalz – entschloss sich zu diesem Schritt laut Staatsanwaltschaft wohl nach Lektüre eines Ramelow-Interviews. Der Regierungschef hatte dort erwähnt, dass einem Abgeordneten „ein Posten angeboten“ worden sei, falls dieser nicht für ihn stimme und die Wahl damit platzen lasse.