Versicherer belohnt vorsichtige Fahrer

An Rhein und Ruhr..  Umsichtige Autofahrer sollen künftig weniger Kfz-Versicherung zahlen müssen als Raser. Nach der Düsseldorfer Sparkassen Direktversicherung will spätestens ab 2016 nun auch Deutschlands größter Autoversicherer, die HuK-Coburg, einen sogenannten Telematik-Tarif einführen. Auch der Dortmunder Signal-Iduna-Konzern erwartet, dass die Telematik bei der Berechnung von Prämien eine immer größere Rolle spielen wird.

Datenschützer warnen allerdings davor, dass die im Fahrzeug eingebaute Blackbox in die Privatsphäre des Nutzers eingreift.

Die Sparkassen Direktversicherung hat den Telematik-Tarif für Fahrzeuge bereits Anfang 2014 eingeführt. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin läuft gerade die Auswertung des Versuchs, an dem 1000 Versicherte teilnahmen. „Bei defensiver Fahrweise sinkt der zu zahlende Tarif, und die Verbraucher können sparen“, wirbt der Düsseldorfer Versicherer im Internet.

Die Kosten für die Box, die die Daten über Fahrweise, Geschwindigkeit, Nacht- und Stadtfahrten aufzeichnet, müssen die Kunden selbst bezahlen. Nach Angaben des Unternehmens liegen sie bei sechs Euro pro Monat. Wer einen guten Punktewert erreicht, spare fünf Prozent der Versicherungsprämie.

Auch der Marktführer HuK-Coburg, der mehr als zehn Millionen Fahrzeuge versichert, hat mit einem Telematik-Test zunächst im Kreise seiner Mitarbeiter begonnen. Einen Tarif und entsprechende Sparmöglichkeiten will er ab 2016 einführen. Das neue Rabattsystem könnte den massiven Preiskampf unter den Autoversicherern weiter anheizen. Die Nummer 2, die Allianz, beobachte die Entwicklung „sehr intensiv“, teilte der Konzern mit. Die Dortmunder Signal Iduna testet seit Oktober eine App für junge Verkehrsteilnehmer unter 30 Jahren. Wer vorbildlich beschleunigt und vorsichtig in Kurven fährt, kann „bis zu 25 Prozent Versicherungsbeitrag sparen“, so ein Signal-Iduna-Sprecher.

Auch wenn der Einsatz der Telematik den Straßenverkehr sicherer machen kann, erheben Datenschützer Bedenken. „Wer eine Versicherungsleistung zu einem günstigeren Preis haben möchte, bezahlt mit ei­nem Teil seiner Privatsphäre“, warnt Ulrich Lepper, Datenschutzbeauftragter des Landes Nordrhein-Westfalen. Er pocht darauf, dass die im Auto gemessenen Daten keiner Person zugeordnet werden dürfen.