Verrohte Kriegsheimkehrer

Das wachsende Heer islamistischer „Gotteskrieger“ beunruhigt die Sicherheitsbehörden in NRW. Nach den Anschlägen von Paris hat die Polizei bundesweit Hunderte Islamistenzellen ins Visier genommen – Einzelkämpfer mit einfachen Waffen sind vor einem Attentat aber kaum zu enttarnen. Und auch die Kommunikation der Terroristen in geschlossen Chat-Räumen macht die Aufklärungsarbeit des Verfassungsschutzes nicht leichter.

Die größte Gefahr droht durch radikalisierte Rückkehrer aus Syrien, die im „Heiligen Krieg“ einen ungerechtfertigten Heldenstatus erlangt haben. Nicht erst die Anschläge in Paris haben vor Augen geführt, dass die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus eine neue Qualität bekommen hat. Wer den Krieg erlebt hat, verroht und wird oft unberechenbar. Der Staat kann aber nicht alle potenziellen 300 Gefährder in NRW rund um die Uhr bewachen. Es gibt nur einen Weg: Die Jugendlichen müssen vor einer Radikalisierung davon überzeugt werden, dass sie in dieser Gesellschaft eine persönliche Perspektive haben. Bei einer Bestrafung ist es meist schon zu spät.