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Vernunft in Sachen Waffenrecht ist in den USA nicht mehrheitsfähig

Mit Kerzen erinnern Menschen auf dem Kino-Glände an die Opfer des Todesschützen.

Welche Lektionen wird Amerika nun ziehen? Nach Massakern wie Columbine, Virginia Tech und jetzt Aurora? Wird es seine menschenfeindlich laxen Waffengesetze ändern? Leider nein. Es ist Wahlkampf in Amerika. Und die zwar einfühlsame, Gemeinschaftssinn stiftende, gleichwohl politische inhaltsleere Trauerrede, die Präsident Obama gestern spontan hielt, zeigt, was das bedeutet.

Niemand von Rang und Namen bei Demokraten wie Republikanern wird sich ernsthaft trauen, das in der Verfassung verbriefte Recht auf Waffenbesitz wirklich nachhaltig einzuschränken. Vernunft ist nicht mehrheitsfähig.

Der von Mythen umrankte Schusswaffenkult und die Lobbymacht der „National Rifle Association“ machen eine Reform unmöglich. Und das in einem Land, in dem jährlich 12 000 Menschen mit Schusswaffen getötet und 45 000 verletzt werden. In dem sich mehr als 17 000 Menschen jedes Jahr erschießen. In dem es mehr als 320 Millionen Pistolen, Gewehre und Revolver gibt. In dem die Waffenbranche jährlich vier Milliarden Dollar umsetzt. Die Logik vieler Amerikaner nach Katastrophen wie der in Colorado mutet schizophren an: Sie sprechen sich für (noch) mehr Waffenfreiheit aus.

Als die Kongressabgeordnete Gifford Anfang 2011 von einem Amokläufer fast erschossen worden wäre, gingen am Tag darauf in Arizona die Waffenkäufe um 60 Prozent nach oben; aus Angst vor denen, die in Washington die Gesetze machen. So wird es wohl auch diesmal sein. Dabei wäre das Blutbad im Kino Anlass genug für eine tiefe Selbstprüfung. Nie war ein heilsamer Schock für Amerika wichtiger als heute.

Tote bei Schießerei im Kino

 

Dirk Hautkapp

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Kommentare
22.07.2012
19:37
Nach dem Blutbad brauchen die USA eine Debatte über ihre menschenfeindlich laxen Waffengesetze
von wohlzufrieden | #23

Was dem Ami die Knarre, dem Deutschen die Karre. Sollten aus Umweltgründen alle Autos auf 70 PS beschränkt werden, Morgen wäre Mord, Totschlag und...
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6900968
Nach dem Blutbad brauchen die USA eine Debatte über ihre menschenfeindlich laxen Waffengesetze
Nach dem Blutbad brauchen die USA eine Debatte über ihre menschenfeindlich laxen Waffengesetze
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http://www.derwesten.de/politik/nach-dem-blutbad-brauchen-die-usa-eine-debatte-ueber-ihre-menschenfeindlich-laxen-waffengesetze-id6900968.html
2012-07-20 17:51
USA, Waffen, Waffengesetze, Aurora, Kino, Batman
Politik