„Verkürzter Zivildienst kostet den Staat Millionen“
29.10.2009 | 23:12 Uhr 2009-10-29T23:12:00+0100
Essen. Die von der Bundesregierung geplante Verkürzung des Zivildienstes wird ein Millionenloch in die Staatskasse reißen. Das befürchtet der Caritasverband im Bistum Essen und rechnet zudem mit erheblichen Qualitäts-Einbußen in der Pflege und Betreuung von alten und kranken Menschen.
Die Aufregung bei den sozialen Einrichtungen in der Region ist groß. Für Unruhe sorgen derzeit die Pläne der Bundesregierung, den Zivildienst von neun auf sechs Monate zu verkürzen. „Das lohnt sich doch fast gar nicht mehr“, stellt Rudi Löffelsend vom Caritasverband im Bistum Essen fest. Schließlich würden die Zivildienstleistenden nach Abzug von Einführungskursen, Einweisungen und Urlaub effektiv nur viereinhalb Monate zur Verfügung stehen.
Bei den sozialen Organisationen wird nun kalkuliert, welche personellen und finanziellen Auswirkungen die Einschränkung des Zivildienstes im Detail haben würden. Eine Verkürzung auf sechs Monate würde den Staat nach Ansicht des Caritasverbandes Essen Millionen kosten. „Wenn die Zivildienstleistenden fehlen, müssen die Aufgaben von anderen Kräften übernommen werden, zum Beispiel Ein-Euro-Jobbern. Und das wäre eine teure Lösung“, erklärt Löffelsend. Die Verbände wollen die Pläne der neuen Regierung nicht tatenlos abwarten. „Wir rechnen mit jeder Menge Interventionen. Der Ärger ist groß.“
Deutliche Eingrenzung der Angebote
Erhebliche Defizite sieht der Caritasverband im Bistum Essen aber auch in der Qualität der Arbeit. „Die Zivildienstleistenden können Aufgaben übernehmen, für die die Pflegerinnen und Pfleger gar keine Zeit haben“, erklärt der Sprecher. „Die Kräfte arbeiten am Limit. Da bleibt kaum Raum, um zum Beispiel mal mit den alten Menschen in den Garten zu gehen.“ Löffelsend geht davon aus, dass die Verkürzung des Zivildienstes eine deutliche Eingrenzung der Angebote in den Einrichtungen zur Folge hätte.
Der Ausbau des freiwilligen sozialen Jahres sei ein Schritt in die richtige Richtung, aber keinesfalls ein gleichwertiger Ersatz. Nicht zuletzt begeistere der Wehrersatzdienst nämlich regelmäßig junge Männer für die Arbeit im sozialen Bereich, während das freiwillige soziale Jahr oft eher Frauen anspreche. "Etwa 30 Prozent der Männer sind bislang über den Zivildienst zu uns gekommen", erklärt der Caritas-Sprecher. "Das würde uns sehr fehlen.“

12:28
Wie viele Millione kosten wohl die Pflege- und Behandlundlungsfehler durch unqualifiziertes und nicht freiwilliges Personal? Kein Wunder, daß kaum eine gute Pflegekraft es länger als 5 Jahre in diesem Bereich aushält. Der Bereich, in dem tagtäglich gegen die Menschenwürde und gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit verstoßen wird.
Man stelle sich einmal vor, ein großer Industriebetrieb würde dermaßen arbeiten: 10% Fachleute, der Rest unqualifizierte Zwangsarbeiter. Die Produkte wären schlicht und ergreifend nicht verkäuflich.
12:39
@35
Ihr Vergleich schreit zum Himmel. Pauschal die Einkommen zwischen Männern und Frauen zu vergleichen ist einfach Unsinn. Wenn Sie schon vergleichen, dann doch bitte Sinn und Verstand und nicht Äpfel mit Birnen.
In Ihren hochgeprisenen Statistiken werden gerne Einkünfte von Frauen im Osten mit Einkünften von Männern im westen verglichen. Ein etwaiger Unterschied ist hier unabdingbar. Der rührt jedoch daher, dass die Löhne im Osten allgemein niedriger sind.
Eine Frau, die im SELBEN Unternehmen im GLEICHEN Beruf wie ein männlicher Kollege arbeitet verdient exakt das selbe. Sie vergleichen hier verschiedene Berufe miteinander. Es ist wohl einleuchtend, dass ein Investmentbanker mehr verdient als eine Putzfrau.
Was die Rentenansprüche angeht dürfte es Ihnen doch wohl auch einleuchten, dass wenn man nichts einzahlt´, man auch nichts zu erwarten hat. Wenn das einigen Frauen nicht klar ist, dann tuts mir leid. Es zwingt sie ja niemand dazu nicht zu arbeiten. Eine Frau hat grundsätzlich genau die selben Rentenansprüche. Es richtet sich eben nach der eingezahlten Summe.
Ihre Denkweise ist einfach fern ab jeder Realität. Wenn ich es in meinem Leben zu nicht mehr als zur Altenpflegerin gebracht habe, dann kann ich auch nicht die Frauen dafür verantwortlich machen. Es zwingt doch niemand die Frauen in diesen Bereichen tätig zu sein. Wenn diese sich jedoch dafür entscheiden, dann brauchen sie sich auch nicht zu beklagen.
10:03
Dann müssen eben Kräfte eingestellt und bezahlt werden. Vielleicht nimmt dann die Ausbeutung einmal ein Ende. Aber hier bestimmt nicht. Es wird ja von Manager, Politikern, Banker vorgelebt, wie man Menschen ausbeutet. Vielleicht wird ja demnächst in Deutschland noch die Sklavenhaltung eingeführt.
08:35
Ich halte nicht viel von einem sozialen Pflichtjahr. Es ist zu befürchten, dass dann Arbeitsplätze im sozialen Bereich eingespart werden würden. Aber an eine Benachteiligung von Frauen glaube ich nicht mehr. Frauen werden bei bestimmten Einstellungen sogar bevorzugt. Es gibt eine Benachteiligung von Müttern, aber nicht jede Frau wird Mutter. Aber eine Frau, die sich gegen eine Mutterschaft und für eine Karriere entscheidet ist keineswegs benachteiligt.
00:03
@33
Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ist zwar nicht das eigentliche Thema hier, aber informieren Sie sich doch bitte mal über das zahlenmäßige Verhältnis alleinerziehender Mütter bzw. Väter in Deutschland und vergleichen Sie ihre Familieneinkommen.
Den Einkommensvergleich führen Sie dann doch bitte auch mal für berufstätige verheiratete Mütter/Väter durch.
Danach schauen Sie doch mal auf die Rentenansprüche der Frauen, die der Kinder wegen Einkommenseinbußen oder gar kein Einkommen auf sich genommen haben.
Man findet dazu beim googlen eine Menge Zahlen und Statistiken.
Die nur mäßig bezahlten Mütter sind übrigens oft Altenpflegerinnen, Krankenschwestern oder arbeiten in anderen sozialen Einrichtungen und leisten dort Dienste, zu denen sich die meisten Männer zu den gegebenen Bedingungen nicht bereit erklären würden! Die Zahlen sprechen auch hier eine deutliche Sprache zugunsten der sozialen Dienste, die Frauen in dieser Gesellschaft leisten!
Sollen die Mädchen denen durch ein freiwilliges soziales Jahr auch noch die Arbeitsplätze wegrationalisieren?
22:55
Die FDP wird schon für !€-Jobbs sorgen, Sklaven wir es bald noch mehr geben!
22:00
@32
Die Frauen die die Kinder versorgen werden dafür ja auch schön von ihren Ehemännern ausgehalten. Viele Frauen bleiben deshalb auch lieber zu hause anstatt zu arbeiten. Und was ist mit Männern, die sich um die Kinder kümmern. Die müssen trotzdem Zivildienst leisten. Gleichberechtigung seh ich hier nicht.
20:53
Allen, die hier Gleichberechtigung für Frauen fordern, indem man sie auch ein Jahr zwangsverpflichten möchte, sei gesagt, dass die meisten Frauen mehr als genug soziale Jahre ableisten, weil sie es meistens sind, die ihre Kinder pflegen, bekochen, beaufsichtigen, erziehen, schulisch unterstützen etc. und deswegen zu Hause bleiben oder beruflich zurückstecken müssen. Dass sie damit eine kostenlose gesellschaftliche Leistung erbringen steht ja wohl außer Frage!
Altenpflege ist eine anspruchsvolle Tätigkeit und sollte anständig bezahlt werden. Ich frage mich auch, wohin die Tausende Euros versickern, die ein Heimbewohner monatlich bezahlt. Liegt es wohl an der fürstlichen Bezahlung des Personals, dem üppig bemessenen Wohnraum, dem dort servierten Luxusessen oder der ununterbrochenen Animation?
19:54
Der Effekt ist schwer abzuschätzen. 6 Monate Wehrdienst, sind sicher kein Kriegsdienst., denn soche Rekruten sind für einen Krieg unbrauchbar. Da kann sich mancher überlegen, ob er noch verweitern muss.
19:16
Es wird mehr als Zeit, dass auch Frauen Zivildienst leisten müssen. Damit könnte man das Defizit bei einer Verkürzung mehr als ausgleichen. Wo bitte ist hier die Gleichberechtigung (Bevorzugung) ?