Verkehrsbetriebe gegen VRR-Pläne für kürzeren S-Bahn-Takt

Der S-Bahn-Takt soll nach den Vorstellungen des VRR verkürzt werden. Die städtischen Verkehrsbetriebe sind dagegen.
Der S-Bahn-Takt soll nach den Vorstellungen des VRR verkürzt werden. Die städtischen Verkehrsbetriebe sind dagegen.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services.
Was wir bereits wissen
Die S-Bahnen im VRR-Gebiet soll ab 2019 im 15- statt 20-Minuten-Takt fahren - um mit dem Rhein-Ruhr-Express vernetzt zu werden. Städte fürchten hohe Mehrkosten.

Essen.. Der öffentliche Nahverkehr im Ruhrgebiet nimmt nun doch Kurs auf ein neues Taktsystem. Offenbar konnte sich der Verkehrsverband Rhein-Ruhr (VRR) gegenüber den kommunalen Verkehrsbetreibern mit dem Plan durchsetzen, die Fahrpläne der S-Bahn-Linien in der Region auf einen 15-Minuten-Takt umzustellen. Bislang halten die Bahnen in der Regel alle 20-Minuten.

Nahverkehr Die Entscheidung soll Ende kommender Woche im VRR-Verwaltungsrat fallen. Nach Informationen unserer Redaktion will der Verkehrsverbund den Städten bei der notwendigen Umstellung der örtlichen Fahrpläne mit einer Millionenzahlung entgegenkommen. Das aber ist einigen betroffenen Betrieben zu wenig.

Neues Takt-System muss noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden

Der Streit über das neue Takt-System, das den Nahverkehr im VRR-Gebiet ab 2019 für 15 Jahre festzurren wird und noch dieses Jahr ausgeschrieben werden muss, schwelt schon seit geraumer Zeit. Dabei klingt der VRR-Plan zunächst plausibel. Der Verkehrsverband will die Takte in Stoßzeiten verdichten, um so das regionale S-Bahn-Netz besser mit dem geplanten Rhein-Ruhr-Express (RRX) vernetzen zu können.

Doch örtliche Betreiber wie die Essener Evag, die Bogestra (Bochum, Gelsenkirchen, Herne, Witten und weitere Teile des Ennepe-Kreises) sowie die Dortmunder Stadtwerke laufen seit Monaten Sturm gegen das Vorhaben. Sie fürchten hohe Folgekosten, weil der Taktwechsel die Fahrpläne der eigenen Busse und Bahnen durcheinanderwirbelt und Anschlüsse nicht mehr nahtlose funktionieren. Dortmund etwa rechnet mit 22 zusätzlichen Bussen und Mehrkosten von jährlich fünf Millionen Euro, um die bisherige Anschlussdichte aufrechterhalten zu können.