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Politik

Verfahrene Lage für die Griechen

19.08.2012 | 17:12 Uhr
Verfahrene Lage für die Griechen
Die vielen Skandale, die aus Griechenland an die Öffentlichkeit kommen, zeigen, dass Bekenntnisse einer Regierung nicht ausreichen.Foto: Daniel Maurer/dapd

Natürlich verspricht die griechische Regierung, konsequenter die Sparauflagen zu erfüllen. Doch selbst wenn man die Ernsthaftigkeit dieser Versprechen nicht in Abrede stellt: Die vielen Skandale, die aus Griechenland an die Öffentlichkeit kommen, zeigen, dass Bekennt­nisse einer Regierung nicht aus­reichen. Die Menschen müssen ­sparen wollen, sie müssen starke Einschnitte in Kauf nehmen, gar auf Wohlstand verzichten, wie er in Europa Standard ist.

Von dieser Einsicht ist die grie­chische Bevölkerung weit entfernt, wie das Beispiel der Steuerfahnder zeigt, die auf einer kleinen Insel von einer wütenden Bevölkerung in die Flucht geschlagen wurden.

Aber wo soll die Einsicht herkommen? Das politische System ist zersplittert, handelt widersprüchlich und wird auch langfristig nicht in der Lage sein, durch Überzeugung und ­Beständigkeit auf die Bevölkerung einzuwirken.

Alternativen: Zugeständnisse oder Euro-Austritt

Das ist der Hintergrund, vor dem Wolfgang Schäuble und Volker ­Kauder weitere Zugeständnisse an Griechenland ablehnen. Doch was ist die Alternative? Es kann nur der Austritt Griechenlands aus der Währungsunion sein; das wird Schäuble wie Kauder auch klar sein.

Wünschen kann man der griechischen Bevölkerung dieses Szenario beileibe nicht. Die Rückkehr zur Drachme würde das Importland erst recht in die Armut stürzen, denn selbst die Dinge des täglichen Bedarfs würden unbezahlbar. Die Frage ist längst, ob es noch einen anderen Ausweg gibt, wenn es einen neuen Anfang geben soll. Wahrscheinlich nicht.

Birgitta Stauber-Klein

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Kommentare
21.08.2012
15:55
Verfahrene Lage für die Griechen
von Burner | #3

Auch in der Politik kann durch noch so viel schaum schlagen und Begriffsvernebelungen nicht die Binsenweisheit außer Kraft gesetzt werden, dass niemand dauerhaft mehr Geld ausgeben kann, als er erwirtschaftet.

In Griechenland haben wir keine EURO-Krise, sonder eine Verschuldungskrise des Staates. Mittlerweile sind durch die EU und den IWF mehr als 200 Milliarden EURO in das Land geflossen. Ende offen.

Diese Mittel lliegen aber nicht als Bargeld herum. Der IWF und die EU haben sich die Hilfsgelder im Wesentlichen am Kampitalmarkt leihen müssen. Dafür müssen Zinsen bezahlt werden.

Die Ideotie: Man versucht eine Verschuldenskrise mit noch mehr Schulden zu bekämpfen, anstatt die Ursachen auszumerzen.

Mit dem selben Argument könnte die Feuerwehr bei einem Feuer verlangen, dass noch mehr Feuer angezündet werden, anstatt zu löschen und brandsichere Häuser zu verlangen.

20.08.2012
06:43
Verfahrene Lage für die Griechen
von Hugo60 | #2

Auch Brigitta Stauber-Klein outet sich als Schwäbische Hausfrau, die glaubt, dass eine Volkswirtschaft sich gesundsparen kônne.

Auch Sie versteht nicht, dass Griechenland mit jeder Sparrunde sein Bruttoinlandsprodukt senkt, und da die Steuerbasis das Bruttoinlandsprodukt ist, sinken natürlich die Steuereinnahmen des Staates automatisch. So kommt Griechenland auf keinen grünen Zweig.

Es ust schon erstaunlich, in einer angelich seriösen Zeitung einen Kommentar zu lesen, der so viel Stuss verbreitet wie dieser.

19.08.2012
17:53
Argentinien hatte beim Staats-Brankrott
von KFR001 | #1

zwecks Abkopplung vom Dollar und Anpassung an die Real-Werte staatliche Schuldscheine auf echte Leistungen ausgegeben,

Übrigens gibt es sogar in Deutschland schon lokale Ersatz-Währungen zum Tauchen und Bezahlen von Leistungen ; soll gar nicht so schlecht klappen.

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