Vereinte Hilflosigkeit

Jetzt, da die Wintermonate vorüber sind und sich das aufgepeitsche Mittelmeer beruhigt, steigt die Zahl der Bootsflüchtlinge rapide an. Nichts hält sie mehr an Land, weil sie dort alles verloren haben einschließlich der Zuversicht, in ihrer Heimat je wieder eine Perspektive zu sehen. Die Verzweiflung muss so groß sein, dass sie auch ihr Letztes riskieren: das eigene Leben.

Es ist eine brutale, menschenverachtende Logik, dass den Schleppern die goldenen Monate erst noch bevorstehen, auch wenn sie feststellen werden, dass die Wintersaison doch deutlich besser war als zu früheren, friedlicheren Zeiten. Trotz des Flüchtlingselends von historischem Ausmaß aber ist noch immer nicht zu erkennen, was die europäischen Länder zu tun gedenken, die sich noch immer als internationale Hilfsgemeinschaft begreifen. Das Mittelmeer verkommt derweil zum Massengrab – und nicht nur Zyniker rufen in diesen Tagen: Aber kaum eines ist besser bewacht!