Vereint in Trauer und Entschlossenheit

Paris..  Bei einer der größten Kundgebungen der Nachkriegszeit ­haben 1,5 Millionen Menschen in Paris zusammen mit Staats- und Regierungschefs dem Terrorismus ihre Solidarität entgegengesetzt. Frankreichs Präsident François Hollande und Kanzlerin Angela Merkel starteten am Sonntag ­untergehakt zum großen Marsch im Zentrum der Hauptstadt.

Die Regierungschefs aus aller Welt versammelten sich unweit der von Menschen dicht übersäten ­Place de la République. Auch außerhalb von Paris gingen die Menschen auf die Straße. Landesweit, so das Innenministerium in Paris, sollen es mehr als 3,7 Millionen De­monstranten gewesen sein.

An der Spitze des Pariser Trauerzuges gingen Angehörige der Terroropfer. Auf vielen Transparenten hieß es: „Je suis Charlie“, viele Trauernde trugen Stirnbänder oder Armbinden mit der Aufschrift „Charlie“ und hielten sich an den Händen. Bei einer Reihe islamistischer Terroranschläge, Geiselnahmen und Morde waren 17 Menschen getötet worden. Allein der Überfall auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ forderte am Mittwoch zwölf Tote.

An dem Solidaritätsmarsch ­nahmen unter anderem Israels ­Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Palästinenserchef Mahmud Abbas sowie der ukrainische Präsident Petro Poroschenko teil. Tausende Polizisten und Soldaten sicherten den Marsch.

Zuvor hatte Frankreichs Staatschef Hollande die Spitzenvertreter der jüdischen Gemeinde des Landes im Élysée-Palast empfangen. Der Präsident der jüdischen Dachorganisation Crif, Roger Cukierman, sagte: „Wir sind in einer Kriegssituation.“ Amedy Couli­baly, einer der Attentäter, hatte am Freitag in einem jüdischen Supermarkt in Paris Geiseln genommen und vier Menschen erschossen.

Nach dem Ende der Anti-Terror-Einsätze in Frankreich suchen die Ermittler mögliche Unterstützer der islamistischen Gewalttäter. Intensiv gefahndet wurde nach der flüchtigen Lebensgefährtin eines der drei getöteten Terroristen.