Verdopplung der Wartezeiten beim Hausarzt drohen
20.10.2010 | 12:55 Uhr 2010-10-20T12:55:00+0200
Frankfurt.Laut einer Studie wird es in 20 Jahren einen dramatischen Fachkräftemangel im Gesundheitswesen geben. Die Wartezeiten beim Hausarzt würden sich verdoppeln - zusätzliche Fachkräfte müssten aus dem Ausland kommen.
Das Gesundheitssystem steuert wegen der Alterung der Gesellschaft auf einen dramatischen Fachkräftemangel zu. Einer aktuellen Studie zufolge werden bereits 2020 in Deutschland fast 56.000 Ärzte sowie 140.000 Pflege- und andere nicht-ärztliche Fachkräfte fehlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Beratungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PwC) und des Darmstädter Wirtschaftsforschungsinstituts (WifOR), die am Mittwoch in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Bis 2030 drohe die Personallücke in der Gesundheitsversorgung sogar auf über 950.000 Fachkräfte anzuwachsen. Hinzu komme der Personalbedarf in der Altenpflege. Ohne Reformen stehe das System vor dem Kollaps, warnten die Studienautoren. Im Jahr 2008 waren laut Statistischem Bundesamt rund 4,6 Millionen Menschen im Gesundheitswesen beschäftigt.
Der Fachkräftemangel sei bei weitem größer als befürchtet, sagte der PwC-Gesundheitsexperte Harald Schmidt. „Tun wir nichts, werden sich die Wartezeiten beim Hausarzt bis 2030 verdoppeln“, mahnte er, „in den Krankenhäusern werden die Schwestern dann durchschnittlich 60 Stunden in der Woche arbeiten müssen, wenn die Versorgungsqualität nicht absinken soll.“ Ohne Änderungen im System bliebe 2030 etwa jede dritte Arztstelle in Kliniken unbesetzt, in Praxen sogar jede zweite.
Flexiblere Arbeitszeitmodelle
Um einen Pflegenotstand abzuwenden, sei das deutsche Gesundheitssystem auf zusätzliche Pflegekräfte aus dem Ausland angewiesen, mahnten die Studienautoren. Außerdem müssten Bezahlung und Arbeitsbedingungen in der Branche besser werden - dazu gehörten auch flexiblere Arbeitszeitmodelle, um das Fachkräftepotenzial bei Frauen besser auszuschöpfen. Wichtig sei ebenso, die Versorgung effizienter zu machen, um den Personalbedarf zu verringern. Die engere Verzahnung von stationärer und ambulanter Versorgung etwa könne Wartezeiten verkürzen und Doppeluntersuchungen vermeiden.
Für die Studie „Fachkräftemangel im Gesundheitswesen“ analysierte das WifOR-Institut im Auftrag von PwC mehr als 20 Millionen Datensätze zu Arbeitsmarkt, Altersstruktur und Ausbildungsentwicklung der ärztlichen und nicht-ärztlichen Fachkräfte im Gesundheitswesen. (dapd)

12:43
Bevor ich das glaube, möchte ich wissen, wer die Studie beauftragt und finanziert hat.
22:47
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
19:35
Richtig ist eher:
Viele studieren allgemeinfinanziert MED, machen aber nie Dienst am Patienten. Die werden- oh wie geilo: Pharmareferent, sprich, die erfinden neue Krankheiten, um denen, die sie erst in den Stand setzten, heilen zu können, nun das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Weg sperren- und zwar für immer, Euer Gerd.
18:28
Was noch fehlt, sind Warnungen vor Hagel, Unfruchtbarkeit und Kälbern mit zwei Köpfen. Bei der Kreativität der jammernden Ärzte-Mafia wird das aber wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen.
15:21
....man sollte auch nicht vergessen bei all dem richtig Geschriebenen, das viele Patienten, bereits ihren Ärzten folgen......
Patienten-Tourismus........oder glaubr wirklich einer hier, das wenn wir einen sog. Fachkräftemangel wirklich haben, das billige Import-Ärzte, die Rechnung der Bertelmänner & Co. aufgehen lassen.....
Diese Medizin reicht doch dann nur noch um den HartzIV Adel zu verarzten u.a. vom Staat her sozial schlechter gestelten Menschen.....
Wer kann haut doch jetzt schon ab, egal ob Handwerk oder Akademiker....usw....
15:19
Hausärzte sind keine KfZ-Mechaniker. Da ist die deutsche Sprache sehr wichtig und ein Integrationskurs reicht da sicherlich nicht aus. Da haben wohl die Herren Wissenschaftler etwas zu kurz gedacht.
14:52
Was ist die Konsequenz, was haben die Regierenden getan, um das Problem zu lösen?
Ganz simpel! Die Klinikkonzerne werden über kurz oder lang Ambulanz-Zentren a la DDR öffnen, alles angestellte Ärzte, woher auch immer. Dann geht es ab wie am Fließband.
Gut, Privatpatienten können den Arzt wählen und sprechen mit Klaus und Gerda, die anderen kriegen eben im besten Fall Wladimir und Oleg, im schlechtesten Fall eben Omar und Yussuf.
Verdienen wird die Bertelsmannfamilie und die Springer-Familie, die haben fette Aktienpakete. Beraten dazu hat die Bertelsmann.Stiftung damal des Ulla Schmidt, diese Weichen so zu stellen. Daher kommt auch die Diskrepanz: Ärzte gehen pleite UND ein Ärztemangel droht! Denn die Rot/GRÜNE Regierung hat eben die niedergelassenen Ärzte bekämpft und in die Pleite getrieben und GLEICHZEITIG die Klinikkonzerne gestärkt. Tja, dumm gelaufen, der Weg in die DDR-Medizin 2.0!
14:30
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
14:22
Dass die Ärzte älter werden, damit hat keiner gerechnet, oder? Dass die Babyboomer in Rente gehen, überraschend? Und dass viele Leute aus den Jahrgängen 1954 bis 1961 Medizin studiert haben, ist unbekannt? Ja, und die haben ihre Yacht und Villa großenteils gekauft. Nun wollen die jungen Mediziner auch ne Yacht! Klappt im sozialistischen Medizindschungel in Deutschland seit Ulla Schmidt nicht mehr. Also gehen die. So einfach ist das!
P.S. Liebe Redaktion, Wahrheiten so bitter sie klingen, sollten Sie einfach mal aufgreifen und nicht unterdrücken. Sonst droht auch hier Stuttgart 21, der Protest vor dem WAZ-Gebäude wird ein Knaller
14:21
Wenn das so wäre, müssen die Bürger die Beiträge zurückhalten. Ende. Keine angemessene Versorgung bedeutet: keine Beiträge.