Das aktuelle Wetter NRW 4°C

Service

Verbraucherportal listet Seniorenheime auf

17.02.2009 | 15:17 Uhr
Verbraucherportal listet Seniorenheime auf

Berlin. Auf einem neuen Verbraucherportal im Internet können sich Interessierte in Zukunft einen Überblick über das Angebot an Pflegeheimen verschaffen. Ein unabhängiges Gremium wertet dort das Angebot nach Faktoren wie Freizeitangebot, Erreichbarkeit oder Freundlichkeit der Pflegekräfte aus.

Auf der Internetseite http://www.heimverzeichnis.de können sich die Bundesbürger ab sofort über Pflegeheime informieren. «Dieses Heim passt für mich - das sollen Seniorinnen und Senioren zukünftig sagen können, bevor sie in ein Heim ziehen», erklärte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Dienstag in Berlin. Das Bundesgesundheitsministerium mahnte, zur Beurteilung der Qualität der Pflege reiche das Portal nicht aus.

Verbraucherservice für Senioren

Ziel des Portals ist es, eine nahezu lückenlose Auflistung der deutschen Pflegeheime zu erstellen, die neben Kontaktdaten und Betreuungsangeboten auch Angaben über die Lebensqualität in den Einrichtungen enthalten soll. Senioren sollten als «kompetente qualitätsorientierte Verbraucher» handeln können, sagte Aigner bei der Vorstellung des Portals, das am Dienstag online ging. Dafür bräuchten sie «unabhängige Informationen», gerade bei so «zentralen Fragen wie dem Umzug in ein Pflegeheim».

Die Kriterien zur Ermittlung der Lebensqualität orientieren sich der Website zufolge an der «Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen», die das Ergebnis eines Runden Tisches aus dem Jahr 2005 ist, sowie an den Standards der Weltgesundheitsorganisation. Gegenstand der Untersuchung ist ein Fragenkatalog, der beispielsweise das Essen, Freizeitangebote oder die Erreichbarkeit der Pflegekräfte untersucht.

Unabhängiges Gremium bewertet

Das neue Internetportal soll bei der Entscheidung über das richtige Pflegeheim helfen. Foto: ddp

Erfüllt ein Heim in den drei Bereichen Autonomie und Teilhabe der Heimbewohner sowie Menschenwürde mindestens 80 Prozent der Kriterien, bekommt es den Vermerk «verbraucherfreundlich». Dabei sollen vor allem «weiche Faktoren» wie Freundlichkeit, Respekt, Rücksicht und die Wahrung der Privatsphäre getestet werden. Dann könnten Senioren davon ausgehen, «dass dort Lebensqualität geboten wird», sagte Aigner. Bewertet werden die Heime von einem unabhängigen Gremium, dem unter anderem die AOK, der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, die Caritas und die Arbeiterwohlfahrt angehören.

Das Bundesgesundheitsministerium nannte das Portal eine «Ergänzung» zur Beurteilung von Pflegeheimen. Zur Prüfung der Qualität sei es aber nötig, auch die Pflege-Leistungen einzubeziehen, sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater. Zur Beurteilung der Qualität der Pflege sei das Portal nicht ausreichend.

Sozialverband fordert mehr Transparenz

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) begrüßte das vom Bundesverbraucherministerium finanzierte Projekt als «sinnvolle Ergänzung der Prüfung von Pflegequalität». Jedoch müsse das «Versprechen der Pflegereform für mehr Transparenz bei der Pflegequalität» eingelöst werden, erklärte SoVD-Präsident Adolf Bauer. Mit der im Juli 2008 in Kraft getretenen Pflegereform sei auch eine Veröffentlichung der Qualitätsberichte von Pflegeeinrichtungen beschlossen worden. Diese Umsetzung lasse jedoch auf sich warten. (AFP)

Mehr zum Thema:

DerWesten

Empfehlen
Rund ums Thema
Kommentare
Facebook
 
Kommentare
09.07.2009
11:11
Verbraucherportal listet Seniorenheime auf
von . | #1

Das wird zur Folge haben, dass auf das schon jetzt völlig überlastete Pflegepersonal noch mehr Druck und Streß ausgeübt werden, weil, man will als Heim doch ganz oben auf der Liste stehen!
Diese Veröffentlichung ist nur ein öffentlicher Pranger, mehr nicht!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/220498/create

Umfrage
Die NRW-Landesregierung will junge Straftäter künftig erziehen statt wegsperren. Was sagen Sie dazu?

Die NRW-Landesregierung will junge Straftäter künftig erziehen statt wegsperren. Was sagen Sie dazu?

 
Neueste Aktivität
Aktuelle Fotos und Videos
Karnevalswagen 2012
Bildgalerie
Schlossgarten besetzt
Bildgalerie
Sakurai & Co.
Bildgalerie
1 Kommentare 1
OB Adolf Sauerland abgewählt
Bildgalerie
1 Kommentare 1
Aus dem Ressort
Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft für Berlusconi
Korruptionsprozess
Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi soll nach Auffassung der Staatsanwaltschaft fünf Jahre ins Gefängnis. Sie wirft Berlusconi vor, seinen früheren Anwalt für Falschaussagen vor Gericht bestochen haben.
2 Kommentare 2
Wolfgang Schäuble rüffelt konservative Griechen
Griechenland
Finanzminister Wolfgang Schäuble hat Kritik an dem Verhalten konservativer Abgeordneter in Griechenland geübt. Er bemängelte, dass die Griechen keine Versprechen darüber abgeben wollten, ob sie nach einer Neuwahl an den Sparbeschlüssen festhalten. Er habe Zweifel an deren Verlässlichkeit.
13 Kommentare 13