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Armutsbericht

Verbände erklären Ruhrgebiet zur neuen Armutsregion

23.02.2016 | 11:30 Uhr
Verbände erklären Ruhrgebiet zur neuen Armutsregion
Gegen Nachweis der Bedürftigkeit günstige Dinge zum Leben in einem Sozialkaufhaus: Der neue gemeinsame Armutsbericht verschiedener Verbände stellt einen leichten Rückgang der Armutsquote fest. Foto: dpa

Berlin.  Die Armutsquote in Deutschland ist nach Zahlen mehrerer Verbände leicht gesunken. Manche Regionen bereiten aber im Armutsbericht Sorge.

Trotz der guten Wirtschaftsentwicklung in Deutschland bleibt das Armutsrisiko hoch. Alleinerziehende, Erwerbslose und Rentner sind besonders gefährdet, wie aus dem Armutsbericht 2016 hervorgeht, den der Paritätische und weitere Verbände am Dienstag in Berlin vorstellten. In der regionalen Verteilung entwickelt sich das Ruhrgebiet im Westen der Republik zur neuen Armutsregion.

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Bundesweit lag die Armutsrisikoquote im Jahr 2014 bei 15,4 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Niveau von 2013. Ob der leichte Rückgang ein Indiz dafür ist, dass das Armutsrisiko insgesamt nicht weiter zunimmt, lasse sich anhand dieser Zahl noch nicht sagen, erklärten die Verbände. In den vergangenen zehn Jahren ist die Quote von damals 14 Prozent an kontinuierlich gestiegen.

Armut misst sich an Durchschnittseinkommen

Arm gilt für den Armutsbericht per Definition, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens zur Verfügung hat. Deshalb gibt es auch immer wieder Kritik an dem Bericht: Verdoppeln sich in einer Gesellschaft alle Einkommen, gibt es nach Definition nicht weniger Arme als zuvor. Der Armutsbericht ist somit ein Gradmesser für Ungleichverteilung : Lohnzuwächse vor allem bei den höheren Gehältern führen dazu, dass mehr Menschen unter die Armutsquote fallen.

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Die Kinderarmutsquote liegt dem Bericht zufolge mit 19 Prozent weiterhin deutlich über dem Durchschnitt . Die Hälfte dieser Kinder lebt im Haushalt eines alleinerziehenden Elternteils. Erstmals liegt auch die Armutsrisikoquote von Rentnern mit 15,6 Prozent über dem Durchschnitt. Unter den Bundesländern verzeichnen Berlin und Mecklenburg-Vorpommern eine sinkende Armutsgefahr, während die Armutsrisikoquote im Ruhrgebiet auf den Höchststand von 20 Prozent geklettert ist.

Familie mit 1651 Euro ist arm

Die Armutsschwelle ist von Land zu Land verschieden. In Deutschland liegt die Schwelle für Alleinstehende bei 917 Euro im Monat, für einen alleinerziehenden Elternteil mit einem Kind unter sechs Jahren bei 1192 Euro und für ein Paar mit einem kleinen Kind bei 1651 Euro. Die Schwelle variiert nach dem Alter der Kinder und beträgt etwa für Paare mit zwei älteren Kindern rund 2100 Euro.

Der Paritätische gibt den Armutsbericht regelmäßig heraus. Erstmals haben sich weitere Verbände beteiligt, darunter das Kinderhilfswerk, die Volkssolidarität und Pro Asyl. (epd/law)

Kommentare
24.02.2016
12:21
Verbände erklären Ruhrgebiet zur neuen Armutsregion
von werbefrei | #59

Und damit sich das auch nicht ändert, werden Leiharbeit und Werkverträge nicht etwa abgeschafft, sondern den Wünschen der Arbeitgeber angepasst.
Es...
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2016-02-23 11:30
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