Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Politik

Venezuela vor ungewisser Zukunft

06.03.2013 | 06:01 Uhr

Nach dem Tod von Venezuelas Präsident Hugo Chávez steht das lateinamerikanische Land vor einer ungewissen Zukunft. Nach venezolanischem Recht wird zunächst Vizepräsident Nicolás Maduro Staatsoberhaupt. Danach muss es binnen 30 Tagen Neuwahlen geben. Maduro hatte zuvor im Staatsfernsehen bekannt gegeben, dass Chávez um 16.25 Uhr Ortszeit den Folgen seiner Krebserkrankung erlegen war.

Caracas (dapd). Nach dem Tod von Venezuelas Präsident Hugo Chávez steht das lateinamerikanische Land vor einer ungewissen Zukunft. Nach venezolanischem Recht wird zunächst Vizepräsident Nicolás Maduro Staatsoberhaupt. Danach muss es binnen 30 Tagen Neuwahlen geben. Maduro hatte zuvor im Staatsfernsehen bekannt gegeben, dass Chávez um 16.25 Uhr Ortszeit den Folgen seiner Krebserkrankung erlegen war. "Es ist die schlimmste und tragischste Nachricht", erklärte er.

Bei der Präsidentenwahl werden voraussichtlich Maduro, der sieben Jahre lang Außenminister des Landes war und die Beziehungen mit Gegnern der USA wie dem Iran stärkte, und der oppositionelle Henrique Capriles gegeneinander antreten. Capriles war bei den vorangegangenen Wahlen von Chávez deutlich geschlagen worden. Experten sehen Maduro bei der Abstimmung im Vorteil.

"Dies ist ein tragischer und schwieriger Moment für die Familie und Freunde von Chávez. Wir sprechen ihnen unsere Anteilnahme aus", hieß es derweil aus Washington. Die US-Regierung sei stets zu Gesprächen mit der Führung in Caracas über die Zusammenarbeit etwa im Anti-Terror- oder Anti-Drogen-Kampf gewesen.

Chávez Gesundheitszustand hatte sich in den vergangenen Wochen immer mehr verschlechtert. Er sei "sehr heikel", hieß es in einer von Informationsminister Ernesto Villegas am Montagabend (Ortszeit) verlesenen Erklärung. Der Staatschef kämpfe gegen eine neue, schwere Infektion an, und seine Atemprobleme hätten sich verstärkt.

Chávez halte sich an Christus und am Leben fest und sei sich der Schwierigkeiten bewusst, die ihm auf dem Weg zu einer Genesung noch bevorstünden, sagte Villegas. Vizepräsident Nicolás Maduro hatte bereits am Freitag berichtet, der 58-Jährige unterziehe sich einer Chemotherapie und "kämpft um sein Leben". Chávez habe die Chemotherapie nach seiner vierten Krebs-OP im Dezember in Kuba begonnen und setze die "intensive" Behandlung nun in einem Militärkrankenhaus in Caracas fort.

Gerüchteküche kocht

Chávez hatte seine Krebserkrankung 2011 öffentlich gemacht. Welcher Art der Krebs ist, wurde offiziell nie mitgeteilt. Wegen der monatelangen Behandlung in Kuba hatte der wiedergewählte Präsident den Termin seiner Vereidigung für eine weitere Amtszeit verpasst und war erst Mitte Februar nach Venezuela zurückgekehrt. Seither wurden nur einige Fotos veröffentlicht, die ihn auf ein Kissen gestützt, mit aufgedunsenem Gesicht, im Beisein seiner beiden Töchter zeigen.

Da er nicht öffentlich zu sehen ist, rankten sich wilde Gerüchte um sein Befinden. Oppositionelle verlangten Auskunft und warfen der Regierung vor, den wahren Zustand des Präsidenten schönzureden. Die Regierung wiederum behauptete, Chávez führe das Land vom Krankenbett aus, und beschuldigte Medien unfairer Gerüchte.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?
 
Aus dem Ressort
Edathy scheitert mit Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe
Kinderporno-Verdacht
Der unter Kinderpornografie-Verdacht stehende Ex-SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy wollte sich mit einer Verfassungsbeschwerde wehren - die Ermittler hätten mit ihren Durchsuchungen seine Rechte verletzt. Aber der frühere Parlamentarier hatte mit seinem Begehr in Karlsruhe keinen Erfolg.
Fast die Hälfte aller Syrer sind auf der Flucht
Syrien
Das Leid und die Verzweiflung der Flüchtlinge in Syrien werden immer größer. Die Vereinten Nationen schlagen Alarm. UN-Blauhelmsoldaten sind auf den Golanhöhen eingekesselt - sie wollen sich verteidigen.
Hälfte aller Essener Straße marode - Städte fordern Hilfe
NRW-Straßen
Schlaglöcher, Teilsperrungen von maroden Brücken: Das ärgert alle. Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um Abhilfe zu schaffen. Die kommunalen Kassen sind leer, deshalb wurde zuletzt nur "Flickschusterei" für Notfälle betrieben. Alleine Köln bräuchte rund eine Milliarde Euro.
Loch an Loch - So mies sind die Straßen an Rhein und Ruhr
Schlaglöcher
Löcher, Buckel, Risse – immer mehr Straßen an Rhein und Ruhr verkommen. Im Sauerland pflanzten Politiker vor vier Jahren einen Baum in ein Schlagloch. Die Aktion war witzig, genützt hat sie nicht. Die Löcher sind immer noch da. Für die städtischen Straßen fehlen im Jahr fast drei Milliarden Euro.
EU-Außenminister beraten über Ukraine und Irak
EU
Die Außenminister der 28 EU-Staaten beraten in Mailand über die sich verschärfende Krise in der Ukraine. Von dem informellen Treffen werden keine Entscheidungen erwartet, sagten Diplomaten.