Das aktuelle Wetter NRW 23°C
Politik

Susan Rice verzichtet auf das US-Außenministerium

14.12.2012 | 08:46 Uhr
Susan Rice verzichtet auf das US-Außenministerium
Sie galt als potenzielle Nachfolgerin von Hillary Clinton - und stolperte dann über ihre Äußerungen unmittelbar nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi: UN-Botschafterin Susan Rice.

Washington.   Sie war als Nachfolgerin von Hillary Clinton im Amt der US-Außenministerin gehandelt worden. Doch jetzt zog UN-Botschafterin Susan Rice ihre mögliche Kandidatur zurück. Der Grund: Sie hatte einen von Terroristen geplanten Anschlag als Spontanaktion bezeichnet.

UN-Botschafterin Susan Rice wird nicht Amerikas neue Außenministerin. Die 48-jährige Demokratin zog am Donnerstagnachmittag die Konsequenzen aus dem von den Republikanern geschürten Unmut über Rice’ Rolle bei den tödlichen Attentaten auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi und verzichtete auf eine mögliche Kandidatur für die Nachfolge von Hillary Clinton.

Rice, eine millionenschwere Karriere-Diplomatin, galt seit längerem als Obamas Favoritin für das Ministeramt. Sie war aber wegen Äußerungen unmittelbar nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi am 11. September ins Kreuzfeuer republikanischer Kritik geraten. Zuletzt machten auch Spekulationen über persönliche Befangenheit die Runde. Rice hatte wirtschaftlichen Nutzen aus einer Firma gezogen, die mit dem Iran Geschäfte machte.

Attacke in Libyen

Die Botschafterin bei den Vereinten Nationen hatte in Fernsehsendungen gesagt, die Attacke in Libyen sei spontan aus einer Demonstration gegen ein islamfeindliches Video entstanden. Sie bezog sich dabei auf Informationen, die ihr und dem Weißen Haus vom Geheimdienst CIA zur Verfügung gestellt worden waren. Tatsächlich handelte es sich aber um einen gezielten Terroranschlag aus dem Dunstkreis von El Kaida. Führende Republikaner halten Rice seither für ungeeignet, das State Departement zu führen. Um sie als Außenministerin durchzusetzen, müsste Obama die Zustimmung des Senats bekommen. Dort zeichneten sich zuletzt größere Widerstände ab.

Obama drückte in einer Stellungnahme sein „tiefes Bedauern“ über Rice’ Rückzug aus und machte dafür die „unfairen Attacken“ der Republikaner verantwortlich. Senator John Kerry, Präsidentschaftskandidat von 2004, werden nun die größten Chancen auf die Clinton-Nachfolge eingeräumt.

Bei der Nachfolge von Verteidigungsminister Leon Panetta (74), der bald ausscheiden will, verdichten sich die Anzeichen für eine Lösung aus dem anderen Teil des politischen Spektrum. Der frühere republikanische Senator Chuck Hagel (66) hat nach Berichten des Nachrichtendienstes Bloomberg nahezu alle Hürden für eine Nominierung durch Obama überstanden. 

Dirk Hautkapp


Kommentare
14.12.2012
15:48
Susan Rice verzichtet auf das US-Außenministerium
von kuba4711 | #2

Bei Madame Rice denke ich automatisch an den Roman :
"Vom Winde verweht!"
Bekanntlich ist der gesellschaftliche Hintergrund dieses Romans das Leben ,das Denken in einer Sklavenhalter - Gesellschaft in den amerikanischen Südstaaten zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkrieges.
Solange diese Gesellschaft noch funktionierte gab es dort Sklaven ,sog. Haus- Sklaven, die sich angewöhnt hatten, eigenes Denken zu Gunsten der Denkweise ihrer jeweiligen Herren aufzugeben.
Ihr Privileg dafür war ein vergleichsweise bequemeres Leben als ihre Schicksalsgenossen auf den Baumwoll - Feldern und an den Kriegsfronten.

1 Antwort
Susan Rice verzichtet auf das US-Außenministerium
von kuba4711 | #2-1

Ergänzung : .........führen konnten.

14.12.2012
13:01
Rice Gericht
von wohlzufrieden | #1

Wird die jetzt gefoltert?

Aus dem Ressort
USA denken über militärische Hilfe für die Ukraine nach
Ukraine
Die USA planen, die ukrainsiche Armee zukünftig in Echtzeit mit Zielkoordinaten zu versorgen. Das berichtet zumindest die New York Times. Damit könne die ukrainsche Armee in die Lage versetzt werden, Raketenstellungen der pro-russischen Seperatisten anzugreifen.
Kinder und Jugendliche flüchten zu Tausenden in die USA
Flüchtlinge
Amerika hat an seiner Südgrenze mit einer nie dagewesenen Welle minderjähriger Einwanderer zu kämpfen. Seit Oktober 2013 haben 70.000 Kinder und Jugendliche versucht, illegal von Mexiko in die USA zu gelangen. In der Hoffnung auf ein besseres Leben nehmen sie große Strapazen und viel Leid in Kauf.
Obama scheut die große Konfrontation mit Widersacher Putin
Analyse
Ukraine, Gaza, Irak, Syrien, Afghanistan, Iran - es gab außenpolitisch einfachere Zeiten für einen amerikanischen Präsidenten. In keiner der genannten Regionen kann Barack Obama Erfolge verbuchen. Passivität ist jedoch das Gegenteil von fahrlässiger Destabilisierung, die Obama oft unterstellt wird.
Rekordflugversuch endet für 17-Jährigen tödlich
Absturz
Ein 17 Jahre alter Junge ist bei dem Versuch, als jüngster Pilot mit einem einmotorigen Flugzeug die Welt zu umrunden, gemeinsam mit seinem Vater ins Meer gestürzt und gestorben. Beide waren Mitte Juni zu ihrem Rekordversuch gestartet und wollten Geld für gemeinnützige Projekte sammeln.
Neue Panne bei Hinrichtung - Todeskampf dauerte zwei Stunden
Todesstrafe
Zwei Stunden wie ein Fisch an Land: Der Todeskampf des Joseph Wood wirft erneut ein schlechtes Licht auf die Hinrichtungs-Praxis in den Vereinigten Staaten. Grund für die Misere: Die erprobten Mittel der ursprünglichen Giftspritze sind nicht mehr zu erhalten. Bürgerrechtler fordern Konsequenzen.
Umfrage
Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?

Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?

 
Fotos und Videos
9/11-Museum eröffnet in New York
Bildgalerie
Terroranschlag
Pete Souza setzt Obama in Szene
Bildgalerie
US-Regierung
Regionalzug in New York entgleist
Bildgalerie
Unglück