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Obama oder Romney? Amerika vor der Richtungswahl

05.11.2012 | 19:22 Uhr
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In entgegengesetzte Richtungen: Mitt Romney und Barack Obama.Foto: dapd

Washington.   Obama oder Romney? Am Dienstag endet nach fast anderthalb Jahren ein Wahlkampf der Superlative. Drei Milliarden Dollar wurden ausgegeben, die Gegner verunglimpften sich wie noch nie. Wofür eigentlich? Letzte Umfragen sagen ein Herzschlag-Finale voraus.

Noch nie war ein US-Wahlkampf so teuer, so giftig, so unergiebig und doch so spannend. Nach fast eineinhalb Jahren Ringen um die Wählergunst geht in Amerika mit dem heutigen Wahltag das von gegenseitigen Verunglimpfungen geprägte Rennen ums Weiße Haus zu Ende. Präsident Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney haben gemeinsam fast drei Milliarden Dollar ausgegeben, um für sich zu werben. Weltrekord!

Trotzdem rangieren sie fast gleichauf: 49 Prozent zu 49 Prozent. Letzte Umfragen lassen auf ein Herzschlag-Finale schließen, in dem wenige hunderttausend Stimmen den Ausschlag geben könnten; bei über 230 Millionen Wahlberechtigten.

„Der Sieger wird nur das halbe Land hinter sich haben“

Wer auch immer gewinnt, wird allenfalls die Hälfte des entlang der Linie zwischen „Chancenbesitzern und Chancenlosen“ (Los Angeles Times) zerrissenen Landes hinter sich haben. Beide Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber. Heute ist entscheidend, wer seine Klientel an die Wahlurnen bringt. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Wechselwählern in den besonders umkämpften Bundesstaaten von Ohio bis Florida.

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Obama hat nach seinem Antritt als hoffnungsvoller Präsident des Wandels viele Wähler enttäuscht. Beim Thema Jobs und Wirtschaft ist der Unmut besonders groß. Tragen ihn seine konstant höheren Beliebtheitswerte trotzdem über die Latte von 270 nötigen Wahlmännerstimmen? Oder gelingt das Mitt Romney, der fast nur einen Anti-Obama Wahlkampf bestritt? Details seines eigenen Reformprogramms gab er nur zögerlich preis.

Alles dreht sich um den Staat

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Zur Wahl stehen zwei Wege und Personen, die verschiedener kaum sein könnten. Romney und der einflussreiche erzkonservative Teil der Republikaner setzen alles daran, die Steuern zu senken, die Sozialsysteme zu privatisieren, den Schuldenberg drastisch abzutragen, das Militär aber üppiger auszustatten und den Staat zu schrumpfen. Obamas Demokraten wollen den Staat stärken, den Reichen mehr Steuern abverlangen, Chancengleichheit gewährleisten und die Infrastruktur zu erneuern.

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Ob Obama oder Romney – bereits am Tag nach der Wahl warten heikle Aufgaben. Die nicht erledigte Schuldenkrise ist eine der größten. Bei keinem der Kontrahenten ist klar geworden, wie die gigantischen Finanzprobleme zu lösen sind. Sollte kein parteiübergreifendes Konzept gefunden werden, hat das Auswirkungen auf die Weltwirtschaft – und auch auf Europa.

Dirk Hautkapp

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