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US-Wahlkampf

Obama entscheidet TV-Marathon gegen Romney mit 2:1 für sich

23.10.2012 | 07:16 Uhr
Barack Obama (re.) und Mitt Romney in ihrem letzten TV-Duell vor der US-Präsidentschaftswahl. Blitzumfragen sahen Amtsinhaber Obama vorn.Foto: afp

Boca Raton.  Im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft geht auch die dritte Fernseh-Debatte Umfragen zufolge an Amtsinhaber Barack Obama. Herausforderer Mitt Romney machte zwar keine großen außenpolitischen Fehler, konnte aber auch nicht glänzen. Die Auswirkungen auf unentschlossene Wähler sind noch ungewiss - das Kopf-an-Kopf-Rennen hält zwei Wochen vor dem Wahltag an.

14 Tage vor der Wahl in Amerika haben Präsident Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney bei der letzten von drei Fernseh-Debatten auf dem Feld der Außenpolitik um noch unentschiedene Wähler gekämpft.

Nach einer Blitzumfrage des Sender CNN hat Obama die Debatte mit 48 Prozent gewonnen. Romney sahen 40 Prozent vorn. Die erste rein wirtschafts- und innenpolitisch geprägte Debatte am 3. Oktober hatte Romney klar gewonnen. Man kann auch sagen: Obama hat sie verschlafen.

"Obama kam, um anzugreifen - Romney, um zuzustimmen"

Die Revanche am vergangenen Dienstag entschied der Amtsinhaber für sich. Im Debatten-Wettbewerb liegt Obama damit 2:1 vorn. Was das für die Wahlchancen bedeutet, werden die nächsten Tage zeigen. Beide Politiker liefern sich im Mittel der seriösen Umfragen vor dem Wahltag am 6. November ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Video
Boca Raton, 23.10.12: US-Präsident Barack Obama hat auch das dritte und letzte TV-Duell gegen seinen Herausforderer Mitt Romney gewonnen. Blitz-Umfragen direkt nach dem 90-minütigen Schlagabtausch zum Thema Außenpolitik sahen Obama klar vorne.

Nach der 90-minütigen Debatte in der Lynn-Universität von Boca Raton/Florida brachte der frühere Strategie-Berater von Bill Clinton, James Carville, einen verbreiteten Eindruck auf den Punkt. „Obama kam heute, um anzugreifen. Romney kam, um zuzustimmen.“

Bezeichnend die Felder, auf denen sich bei dem durchschnittlich außenpolitisch informierten Amerikaner der Eindruck von Einigkeit einstellen musste, weil Romney seinem Widersacher uneingeschränkt oder weitgehend zustimmte (nachdem er zuvor über Monate teils semantische, teils substanzielle Unterschiede geltend gemacht hatte). Generell war als Linie auszumachen: Romney würde vieles ungefähr genau so machen wie Obama. Nur ein bisschen unnachgiebiger, ein bisschen härter, ein bisschen mehr nach Weltsupermacht riechend. Beispiele:

  • Anti-Terror-Politik per Drohnen: Obama hat’s erfunden, Romney würde es genau so machen. „Wir töten die bösen Jungs“, sagte er kalt lächelnd.
  • Afghanistan-Abzugs-Datum: Obama will Ende 2014 das Gros der Truppen nach Hause holen, Romney sieht das inzwischen auch so. Vor Monaten wollte er noch die militärische Führung das letzte Wort haben lassen.
  • Osama Bin Laden: Obama hat den El Kaida-Chef zur Strecke gebracht, Romney beglückwünscht ihn dafür. Er hätte es auch so gemacht, sagt er. Vor Monaten noch wollte er erst Pakistan (wo Bin Laden getötet wurde) um Zustimmung gefragt haben. Obama: Dann hätten wir Bin Laden nie gekriegt.
  • Syrien: Weder Obama noch Romney wollen in einen militärischen Konflikt mit amerikanischer Beteiligung gezogen werden. Beide betonten, dass lediglich zukunftsfähige, demokratietaugliche Teile der unübersichtlichen Opposition mit Waffen ausgestattet werden sollen, um das Assad-Regime zu Fall zu bringen.
  • Ägypten: Romney findet es richtig, dass Obama Ägyptens ehemaligen Potentaten Mubarak frühzeitig zum Abdanken aufgefordert hat.
  • Iran:  Romney findet die empfindlichen Wirtschaftssanktionen gut und richtig, die Obama orchestriert hat. Er hätte sie nur noch früher eingeleitet. Und würde sie heute noch drastischer ausgestalten. Denn der Iran sei heute näher an einer Atombombe als vor vier Jahren. Obama sagte: Noch drastischer geht es kaum. Teheran werde die Bombe nicht bekommen. Im Zweifelsfall werde er dies mit Gewalt verhindern. Auch für Romney ist ein Militärschlag das Mittel der allerletzten Wahl. 
  • Europa: vollkommene Einigkeit. Keiner der Kandidaten nahm das Wort auch nur einmal substanziell in den Mund. Europa spielte keine Rolle.
  • China: Romney fraß etwas Kreide. Zwar werde er Peking wegen Währungsmanipulationen und unfairen Handels angehen, allerdings sei das Riesenreich ein wichtiger Partner und Absatzmarkt. Im Kern sagte Obama nichts anderes. China sein ein Partner, solange es sich an die allgemeingültigen Regeln halte. Durch international koordinierten Druck müsse Peking auf Kurs gebracht werden, wenn es um fairen Handel und faire Währungskurse gehen.
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Kommentare
24.10.2012
01:48
Ich drücke Obama und den Demokraten
von cui.bono | #7

die Daumen.

Hoffentlich gewinnt Obama noch mal!

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Obama entscheidet TV-Marathon gegen Romney mit 2:1 für sich
Obama entscheidet TV-Marathon gegen Romney mit 2:1 für sich
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http://www.derwesten.de/politik/usa/obama-entscheidet-tv-marathon-gegen-romney-mit-2-1-fuer-sich-id7220619.html
2012-10-23 07:16
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