Mitt Romney legt sich im TV-Duell mit Sesamstraßen-Fans an
04.10.2012 | 17:28 Uhr 2012-10-04T17:28:14+0200
Denver. US-Präsident Barack Obama machte in der ersten Fernsehdebatte gegen Mitt Romney keine gute Figur. In vielen Aspekten war er seinem republikanischen Herausforderer unterlegen. Doch dann attackierte Romney - leicht ironisch - Sesamstraßen-Held "Bibo". Ein Entrüstungssturm auf Twitter war die Folge.
Vorteil Romney: Gegen alle Erwartungen hat der republikanische Herausforderer von Barack Obama um die amerikanische Präsidentschaft die erste von drei Fernseh-Debatten für sich entschieden und so das Rennen um das Weiße Haus etwas offener gestalten können. Nach dem 90-minütigen Schlagabtausch in Denver/Colorado ergaben Blitzumfragen großer US-Medien, dass der frühere Risiko-Kapital-Manager Mitt Romney von zwei Dritteln der Zuschauer als angriffslustiger und geistesgegenwärtiger wahrgenommen wurde. Die Auswirkungen auf den Wahltag am 6. November sind noch nicht abzusehen.
Die Ausgangslage:
Mitt Romney lag vor Denver vor allem in den umkämpften Bundesstaaten Ohio, Virginia und Florida, die am 6. November entscheidend sind, in allen seriösen Umfragen deutlich zurück. Der Herausforderer hatte keine andere Wahl. Er musste angreifen. Obamas Hauptaugenmerk konnte der Papierform nach auf Fehlervermeidung liegen. Viel mehr gelang ihm auch nicht.
Der Stil:
Romney agierte durchweg frischer, aggressiver; ohne sich im Ton zu vergreifen. Abgesehen vom Schlusswort, als er sich direkt an das Fernsehvolk wandte, nahm er Obama ständig mit zuchtmeisterlicher Miene ins Visier. Jede Antwort ein Redeschwall, gespickt mit Zahlen und Prozenten. Der Ex-Manager sezierte Obamas Bilanz wie ein kundiger, kritischer Hauptaktionär auf der Hauptversammlung eines Dax-Unternehmens. Der Amtsinhaber fand bis zum Schluss nicht ins Spiel. Seine Antworten gerieten professoral, kompliziert und meist defensiv. Obama sah oft mit mürrischer Miene vor sich aufs Rednerpult. Seine Aura hatte etwas Defätistisches. Größte Überraschung: Obama ließ die Angriffsflächen, die Romney bietet, seine geringe private Steuerquote oder sein Image als Verfechter der Interessen von Reichen, ungenutzt.
Die Inhalte:
Jim Lehrer (78), der erfahrenste Präsidentschaftsdebatten-Moderator Amerikas, hatte die Fragen vorgegeben: Wirtschaft/Arbeitsmarkt, Staatsverschuldung, soziale Sicherungssysteme und die Rolle des Staates an und für sich. Schwer verdauliche Ware, in Antwort-Blöcken von maximal zwei Minuten kaum abzuhandeln. Obamas roter Faden: Er hielt Romney vor, die oberen Zehntausend zu Lasten der Mittelschicht entlasten zu wollen und damit das Land weiter auf den Kurs einer inneren Zerreißprobe zu bringen.
Der Republikaner werde die Staatsschulden mit Steuergeschenken für die Reichen und zusätzlichen Militärausgaben in gigantischer Höhe nach oben treiben und die sozial Schwachen dafür zur Kasse bitten. Romney erwehrte sich der Vorwürfe mit dem pauschalen Konter: Alles gelogen. Wie er seine Pläne für radikalen Schuldenabbau, Steuersenkungen durch die Bank, Deregulierung der Wirtschaft, Entfesselung eines neuen Aufschwungs mit zwölf Millionen neuen Arbeitsplätzen und Erhöhung der Militärausgaben a) rechnen und b) im Kongress mit Hilfe von Demokraten wie Republikanern durchsetzen will, erklärte Romney nachvollziehar an keiner Stelle.
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10:27
Lieber Kermit der Frosch als President und Miss Piggy als First Lady als so einen Kapitalisten Romney.
Verstehe einer die Amis.
Aber die wählen sicher Ihren Schlächter selber.
19:14
ich werde es nie verstehen, warum Mitt Romney in Umfragen so gut dasteht. Alleine der Blick nach Kanada, geschweige denn nach Europa, müsste doch jedem US-Bürger die Augen öffnen, dass ungebremster Kapitalismus und die Abschaffung möglichst aller sozialen Sicherungssysteme für die große Masse der Bürger extrem schlecht ist.
Das, was Obama eingeführt hat, ist gegenüber der Sozialvers. in Deutschland lächerlich... und in den USA reden sie schon von Sozialismus... leben wir dann schon im Kommunismus?
17:57
Sag ich doch: Alles nur Muppet-Show.