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Präsidentschaftswahl

Klarer Punktsieg für Romney gegen Obama in TV-Duell

04.10.2012 | 06:59 Uhr
Mitt Romney und Barack Obama traten im ersten TV-Duell vor der US-Präsidentschaftswahl gegeneinander an.Foto: ap

Denver.  Mitt Romney hat das Rennen um das US-Präsidentschaftsamt durch einen Punktsieg im ersten TV-Duell gegen Barack Obama wieder ein Stück offener gestaltet. Der Herausforderer agierte in der ersten Fernsehdebatte durchweg angriffslustiger als Obama. Der Amtsinhaber verhielt sich erstaunlich passiv.

Der Kampf zwischen Kandidat Mitt Romney und Amtsinhaber Barack Obama um die amerikanische Präsidentschaft ist nach der ersten Fernseh-Debatte in Denver wieder ein Stück offener geworden. Der Herausforderer hat sich nach Ansicht einer Mehrzahl von Kommentatoren und Beobachtern in dem Rededuell, das sich ausschließlich um Wirtschafts-, Finanz-, Sozial- und Gesundheitspolitik drehte , durch eine durchweg angriffslustigere und streckenweise geistesgegenwärtigere Art einen Punktgewinn erarbeitet.

In einer Blitzumfrage des Sender CNN sagten 67 % der befragten Wähler, der frühere Gouverneur von Massachusetts habe die bessere Figur gemacht. Nur 25 % wollten Obama vorn gesehen haben.

Obama war passiv und nicht hellwach

Der Präsident wirkte zwar konzentriert und nachdenklich, aber oft passiv und nicht hellwach. Eindeutige Patzer unterliefen beiden während der 90 Minuten dauernden Debatte nicht. Ein „game-changing moment“, ein Augenblick, der das bisherige Geschehen im Wahlkampf, das Obama die bessere Chancen für die Wahl am 6. November verheißt, komplett auf den Kopf stellt, blieb aus.

Auf der Bühne des Magness-Centers der Universität von Denver in Colorado und vor den Augen von geschätzt 60 Millionen zuschauenden Amerikanern begann das rhetorische Kräftemessen mit einem ausgiebigen Händeschütteln, dem sich Romney so schnell wie möglich entziehen wollte. Der 65-Jährige, in allen zentralen Umfragen zuletzt stark abgefallen und auch innerhalb der republikanischen Partei enorm unter Druck geraten, konnte es kaum erwarten an das Mahagoni-Rednerpult zu treten.

Romney warf Obama Versagen vor

Mit nahezu identischer Kleidung in dunklen Anzügen (Obama mit blauer, Romney mit roter Krawatte) präsentierten sich der demokratische Amtsinhaber und sein republikanischer Herausforderer optisch beinahe wie Zwillinge. Was Debattenstil, Politikbild und Argumentationsweise angeht, so gab es jedoch gehörige Unterschiede. Obama rühmte sich alles in allem als Integrationsfigur, die dem überparteilichen Konsens verpflichtet sei und die immer stärker auseinanderdriftenden Gesellschaftsschichten trotz großer politische Widerstände in einer zweiten Amtszeit zusammenführen wolle.

Kommentar
Obama war zu nett zu Romney

Mitt Romney und Barack Obama trafen im ersten TV-Duell vor der US-Präsidentschaftswahl aufeinander. Ein bisschen mehr Kampflaune Obamas hätte der...

Romney warf seinem Gegenüber immer wieder Versagen in allen zentralen Politikfeldern vor und nahm für sich in Anspruch, den „richtigen Weg für Amerika“ zu kennen. Inhaltlich kreiste die Debatte, die von dem 78-jährigen Moderator Jim Lehrer journalistisch einwandfrei mit nüchternen Fragen und reichlich Freiraum für Erwiderungen gestaltet wurde, um die Kern-Themen Wirtschaft/Arbeitsmarkt, Staatsschulden und Sozialsysteme.

Viele Argumente waren schon vorher oft benutzt worden. So hielt Obama Romney vor, die oberen Zehntausend zu Lasten der Mittelschicht entlasten zu wollen. Zudem werde der Republikaner die Staatsschulden mit Steuergeschenken und zusätzlichen Militärausgaben im Volumen von 8000 Milliarden Dollar nach oben treiben. Dies könne nur mit radikalen Ausgabenkürzungen zu Lasten der Mittelschicht teilweise kompensiert werden. Obama: "Das sagt die Mathematik und der gesunde Menschenverstand."

Obama verteidigt seinen Ansatz für eine Steuerreform

Romney stritt rundherum ab, dass seine Politik zu höheren Steuern für die Mittelschicht führen werde. Sämtliche Attacken und Zahlen Obamas seien „fehlerhaft“. Obamas Konter, Romney distanziere sich fünf Wochen vor der Wahl von all jenen Vorschlägen, mit denen er seit 18 Monaten Wahlkampf mache, ließ der Herausforderer allerdings unkommentiert.

Video
Denver, 04.10.12: In ihrem ersten TV-Duell lieferten sich US-Präsident Obama und sein Herausforderer Romney in der Nacht zu Donnerstag einen Schlagabtausch über Wirtschaftsthemen. Das 90-minütige Aufeinandertreffen sahen rund 60 Millionen Zuschauer.

Während Obama seinen Ansatz für eine Steuerreform verteidigte, die Reiche stärker zu Kasse bittet, und für einen maßvollen Schuldenabbau warb, der Ausgaben in Bildung, Infrastruktur, Krankenversicherung und soziale Auffangnetze nicht massiv behindert, ging Romney auf Konfrontationskurs. Obamas Staatsgläubigkeit ersticke private Initiative, stranguliere mit überflüssigen Regelwerken die Wirtschaft, vernichte Arbeitsplätze und schaffe ein teures, vom Staat dirigiertes Gesundheitssystem. Obama erläuterte, dass bei seiner Reform („Obamacare“) die Krankenversicherungsbeiträge so langsam steigen wie seit 1960 nicht mehr. Die noch in den Anfängen steckende Reform zeige bereits klar erste Erfolge.

Romney kündigte an, „Obamacare“ durch ein nicht näher erläutertes Modell zu ersetzen. Das bestehende Gesetz koste 700.000 Jobs, mache die Gesundheitsversorgung im Schnitt pro Kopf um 2500 Dollar im Jahr teurer und gängele die Bundesstaaten. Beide Redner ergingen sich zur Untermauerung ihrer Thesen immer wieder in Zahlenspielereien aus nicht umgehend nachvollziehbaren Quellen, in denen es vor Summen mit weit über zehn Nullen nur so wimmelte.

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Kommentare
04.10.2012
14:00
Klarer Punktsieg für Romney gegen Obama in TV-Duell
von kuba4711 | #7

Wenn man eine Bevölkerung nur lange genug über Jahre und Jahrzehnte politisch - ökonomisch - verdummt und desinformiert ,dann kann auch ein...
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7162007
Klarer Punktsieg für Romney gegen Obama in TV-Duell
Klarer Punktsieg für Romney gegen Obama in TV-Duell
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http://www.derwesten.de/politik/usa/klarer-punktsieg-fuer-romney-gegen-obama-in-tv-duell-id7162007.html
2012-10-04 06:59
US-Präsidentschaftswahl 2012, US-Wahl, Barack Obama, Mitt Romney, Wahlkampf, USA, Vereinigte Staaten von Amerika, US-Politik, US-Wahlen
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