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Ex-Verteidigungsminister

Guttenberg nennt Gerüchte über Comeback "Unsinn"

09.11.2012 | 07:14 Uhr
Guttenberg nennt Gerüchte über Comeback "Unsinn"
Mit einem Vortrag in Washington hat sich Karl-Theodor zu Guttenberg am Donnerstagabend erstmals seit fast einem Jahr öffentlich zurückgemeldet. Gerüchte über ein Comeback in der deutschen Politik bezeichnete der 40-Jährige als "Unsinn".Foto: dapd

Washington.  Karl-Theodor zu Guttenberg plant kein Comeback in der deutschen Politik. Der einstige Bundesverteidigungsminister hat sich am Donnerstag nach einem Jahr Pause mit einem Vortrag zur Lage der Welt in Washington zurückgemeldet. Und erzählt, dass er sein neues Leben mit Frau und Kindern in den USA genießt.

Karl-Theodor zu Guttenberg will bis auf weiteres nicht zurück in die deutsche Politik. „Meine Familie und ich sind dafür zu glücklich in den Vereinigten Staaten“, sagte der 40-Jährige am Donnerstagabend bei einem öffentlichen Vortrag im „Center for Strategic and International Studies“ (CSIS) in Washington.

Der wegen einer aus Büchern, Zeitungsartikeln und wissenschaftlichen Dossiers abgeschriebenen Doktorarbeit im März 2011 als Verteidigungsminister zurückgetretene CSU-Politiker befasst sich in der „Denkfabrik“ seit einem Jahr unentgeltlich unter dem Titel eines „Angesehenen Staatsmanns“ mit Fragen internationaler Politik. Er lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern seit Sommer 2011 in Greenwich, einem wohlhabenden Ort im Bundesstaat Connecticut.

Medien hatten über Comeback zu Bundestagswahl 2013 spekuliert

Berichte in deutschen Medien, in denen zuletzt über eine zentrale Rolle Guttenbergs in der CSU und bei der Bundestagswahl 2013 spekuliert wurde, bezeichnete er als „baloney“, übersetzt: Unsinn. Im November 2011 hatte der einst als künftiger CSU-Chef und potenzieller Kanzlerkandidat gehandelte Politiker im kanadischen Halifax harsche Kritik an den politischen Führungsfiguren weltweit geübt und allgemein fehlende „Kreativität“ bemängelt. Das gefiel Kanzlerin Merkel und Außenminister Westerwelle nicht.

Wenig später präsentierte Guttenberg ein selbst geschriebenes Buch mit dem Titel „Vorerst gescheitert“, in dem er seine Plagiatsaffäre in ein für ihn mildes Licht rückte. Das gefiel weder seiner ehemaligen Universität noch den meisten Rezensenten. Danach wurde Guttenberg Berater Online-Berater für die Europäische Kommission in Brüssel. Das gefiel einem Internet-Aktivisten nicht. Er drückte dem Minister in Berlin eine Kirschtorte ins Gesicht.

Guttenberg wirft Nato einen „eingeschränkten“ Blick vor

Seither war es still um den ehemaligen Hoffnungsträger der Union. Guttenbergs Referat in Washington war der erste öffentlich angekündigte Auftritt in der Denkfabrik seit fast einem Jahr. Vor rund 250 Zuhörern, darunter 30 Journalisten, sollte Guttenberg auf Englisch zum Zustand der transatlantischen Beziehungen sprechen. Guttenberg bedankte sich zunächst für die Möglichkeit, bei CSIS Studien treiben zu dürfen in Bereichen, „wo ich so tat oder mir wünschte, Wissen zu besitzen“. Die Option, „still zu bleiben bei verschiedenen Themen“, sei für ihn von „unschätzbarem Wert“ gewesen.

Der als Außenpolitiker bei der CSU gestartete Adlige beklagte erneut ein allgemeines Unverständnis der herrschenden Führungsschicht dies- wie jenseits des Atlantiks für die „Verschränktheiten und wechselseitigen Abhängigkeiten“ nahezu aller global wichtigen Themen. Im speziellen Verhältnis Europa-USA könne er nicht viel „Inspirierendes“ entdecken. Der Verteidigungs-Allianz Nato hielt der frühere Bundeswehr-Chef einen „eingeschränkten“ Blick vor. Die Perspektive, vor der Afghanistan stehe, könne er nur als „zynisch“ bezeichnen, das öffentliche Nennen von Abzugsdaten sei nicht hilfreich gewesen.

  1. Seite 1: Guttenberg nennt Gerüchte über Comeback "Unsinn"
    Seite 2: Angeblich strebt Guttenberg in den USA eine zweite Doktorarbeit an

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Kommentare
09.11.2012
18:29
Richtigstellung
von wohlzufrieden | #12

Politiker lügen nicht, sie irren, haben einen Black-Out, oder sind mit ihren Kräften am Ende!

09.11.2012
13:18
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Name von Moderation entfernt | #11

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1 Antwort
Guttenberg nennt Gerüchte über Comeback
von TVtotal | #11-1

Guttenberg ist doch kein Lügner..er war Politiker da ist ein feiner unterschied, die verheimlichen nur die Wahrheit und erzählen Märchen....kann man die jetzt alle über einen Kamm scheren...ok ein klares JA!

09.11.2012
10:46
Antworten auf Fragen internationalen Politik?
von fatih | #10

Die summarische Wiedergabe des Vortrags hier im Artikel zeigt für mich vor allem eines: Wer regelmäßig Zeitung liest, wie zum Beispiel DenWesten, kommt zur gleichen Einschätzung (Abzug Afhgistan, Demografie, etc.). Mir kommt der Vortrag doch etwas dünn vor. Warum engagiert man Leute wie v.u.z. Guttenberg? Wegen ihres Wissens oder wegen ihrer Kontakte aus der aktiven Politik?

09.11.2012
10:42
Guttenberg nennt Gerüchte über Comeback
von locklin | #9

Er selbst lässt die Gerüchte streuen - um sie dann zu dementieren und auszuloten, inwieweit ein Comeback möglich ist. Nun müsste er gemerkt haben, dass er (noch) fehl am Platz ist.

09.11.2012
10:23
Walter Guttenberg
von wohlzufrieden | #8

Niemand hat die Absicht, ein Comeback zu starten...

09.11.2012
08:49
Guttenberg nennt Gerüchte über Comeback
von baiersdorf | #7

Genau wie Michel Friedmann alias Paolo Pinkel, kein Gel mehr in den Haaren. Alles nur Äußerlichkeiten und Attitüden bei diesem Mann.

09.11.2012
08:45
Guttenberg nennt Gerüchte über Comeback
von r.neuert | #6

Er ist mit seiner Family in den USA glücklich. Das bedeutet, das seine Merkwürden gefälligst, untertänigst gebeten werden möchte, das bayrische Wahllvolk mit seinen geistigen Ergüssen zu bedudeln.

09.11.2012
08:17
Özdemir nusste bei den gleichen Supportern in den USA ein paar Jahre nachsitzen,
von meigustu | #5

weil er sich Anfang der Nuller Jahre in Deutschland schlecht benommen hatte. Also warten wir mal ab.

09.11.2012
08:13
Guttenberg nennt Gerüchte über Comeback
von Plem | #4

Na, diese salbungsvollen Worte vor erlauchtem Publikum und das Eingeständnis und die geradezu sokratische Erkenntnis, daß er im Grunde genommen nichts wußte, bevor er mit seinen Studien bei der CSIS begonnen hatte, wären mir mindestens 25.000 Euro wert gewesen. Ich frage mich jetzt nur, wie man einen solchen Menschen mit der größten Reform der Bundeswehr seit Bestehen der Republik betrauen konnte.

09.11.2012
08:10
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Name von Moderation entfernt | #3

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