Das aktuelle Wetter NRW 12°C
US-Wahlen

Für den Demokraten Bernie Sanders brechen harte Wochen an

28.02.2016 | 09:59 Uhr
Zur Zoomansicht Zum Artikel
US-Politiker Bernie Sanders präsentiert sich im Kampf um die Nominierung zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten als Gegenentwurf zum Establishment, dabei ist er eigentlich tief in Washington verwurzelt.
US-Politiker Bernie Sanders präsentiert sich im Kampf um die Nominierung zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten als Gegenentwurf zum Establishment, dabei ist er eigentlich tief in Washington verwurzelt.Foto: REUTERS

Washington.  Noch ist zwar nichts entschieden. Doch nach Hillary Clintons Sieg in South Carolina sind die Aktien von Bernie Sanders rapide gefallen. Ein Kommentar.

Spoiler-Alarm für all jene, die sich schon mit Bernie Sanders auf eine sozialdemokratisch angehauchte „Revolution“ in Amerika gefreut haben – die Veranstaltung fällt sehr wahrscheinlich mangels Nachfrage aus.

Nach dem Erdrutsch-Sieg, den Hillary Clinton am Samstag bei den Vorwahlen in South Carolina errungen hat, sind die Aktien des Senators aus Vermont im Rennen um die Präsidentschaftsnominierung der Demokraten rapide gefallen.

Noch ist zwar nichts definitiv entschieden. Aber Clinton nimmt aus dem Palmen-Staat einen demografisch enorm wertvollen Vertrauensvorschuss mit, der sie in den kommenden Wochen weiter stabilisieren dürfte.

Vor allem afro-amerikanische Wählerinnen und Wähler, alte wie junge, haben für die frühere First Lady gestimmt. Und zwar mit überwältigender Mehrheit. Dass Clinton und nicht der ambitionierte Sanders, der in der schwarzen Community vielerorts ein weißes Blatt Papier geblieben ist, hier das Vertrauen gewonnen hat, liegt nicht allein an ihrem kaum zu toppenden Bekanntheitsgrad.

Clinton abonniert Obamas Sympathiewerte

Anders als Sanders, der nicht viel von Kontinuität hält, verkauft sich Hillary Clinton seit Monaten konstant als behutsame Fortentwicklerin des politischen Erbes von Barack Obama. Der erste schwarze Präsident genießt in der afro-amerikanischen Gemeinde trotz mancher Enttäuschungen noch immer überragendes Ansehen. Clinton abonniert gewissermaßen seine Sympathiewerte.

Bei den elf Wahlen am kommenden Dienstag, sechs davon in Staaten mit hohem Schwarzen-Anteil, wird sich das aller Voraussicht nach fortsetzen. Sollte Sanders Weg zur Nominierung jemals scharfe Konturen gehabt haben, so sind sie über Nacht deutlich verschwommen.

Dennoch darf man sich wünschen, dass der leidenschaftlich wie kein anderer für soziale Gerechtigkeit und die Einhegung des Finanzsektors streitende Senator weiter im Wettbewerb bleibt. An ihm kann Clinton ihre Positionen überprüfen und weiter schärfen. Beide zusammen werden außerdem als wohltuende Alternative der Zivilität und Gegenmodell zum sprachlos machenden republikanischen Affenzirkus bitter gebraucht.

Hillary Clinton will Präsidentin werden

Dirk Hautkapp

Kommentare
28.02.2016
23:47
Für den Demokraten Bernie Sanders brechen harte Wochen an
von mh1969 | #2

Als ob es einen Unterschied macht...
Hillary oder Sanders
Oder doch Trump ?
Es ist doch völlig egal, welcher Kasper im Weissen Haus sitzt. Die Macht...
Weiterlesen

Funktionen
Fotos und Videos
US-Demokrat Bernie Sanders im Wahlkampf
Bildgalerie
US-Wahlkampf
Ted Cruz will US-Präsident werden
Bildgalerie
US-Wahlkampf
Donald Trumps schlimmste Sprüche
Bildgalerie
US-Wahlkampf
article
11604853
Für den Demokraten Bernie Sanders brechen harte Wochen an
Für den Demokraten Bernie Sanders brechen harte Wochen an
$description$
http://www.derwesten.de/politik/usa/fuer-den-demokraten-bernie-sanders-brechen-harte-wochen-an-id11604853.html
2016-02-28 09:59
USA