USA wollen möglicherweise schwere Waffen in Osteuropa lagern

Panzer bei einer militärischen Übung der NATO in Polen. Das US-Verteidigunsministerium will offenbar Panzer in Ost-europäischen Staaten positionieren.
Panzer bei einer militärischen Übung der NATO in Polen. Das US-Verteidigunsministerium will offenbar Panzer in Ost-europäischen Staaten positionieren.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Das US-Verteidigungsministerium arbeitet nach Informationen der "New York Times" an einem Plan, schwere Waffen für bis zu 5000 amerikanische Soldaten in Osteuropa zu lagern.

Washington.. Zum ersten Mal seit Ende des Kalten Krieges will Amerika in den Nato-Staaten Osteuropas aufrüsten, um ein deutliches Zeichen der militärischen Verteidigungsbereitschaft gegenüber Russland zu setzen.

Vorbehaltlich der Zustimmung des Weißen Hauses will das Pentagon im Sinne einer Vorratshaltung Panzer, Kampffahrzeuge und schwere Waffen für insgesamt 5000 US-Soldaten in Litauen, Lettland, Estland sowie in Polen, Rumänien, Bulgarien und möglicherweise Ungarn stationieren, meldet die „New York Times“ unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Washington.

Wafffen zur besseren Reaktion im Krisenfall

Damit soll unter anderem die Reaktionsfähigkeit im Krisenfall verbessert werden, sagten Regierungsmitarbeiter der Zeitung. Noch im Laufe dieses Monats soll der Nato-Rat in Brüssel über das Vorhaben abstimmen.

Irak Dabei handelt es sich nach den Worten des früheren Nato-Oberbefehlshabers General James Stavridis um einen „sehr bedeutsamen Kurswechsel“ unterhalb der Schwelle einer dauerhaften Stationierung von US-Truppen, wie sie baltische Regierungschefs zuletzt mehrfach gefordert hatten.

Aus Richtung Moskau erwartet das Pentagon scharfe Ablehnung und den Vorwurf, damit gegen den Geist der 1997 unterzeichneten Nato-Russland-Akte zu verstoßen. Darin war festgelegt worden, dass das westliche Bündnis in der „momentanen und vorhersehbaren Sicherheitslage“ keine zusätzliche substanzielle Truppenstationierung in den Anrainer-Staaten Russlands vornimmt.

Nato hält bereits Übungen an der Ostflanke ab

Die Annektierung der Krim und die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine haben diese Bewertung insofern überholt, als dass die Nato bereits verstärkt Übungen an ihrer Ostflanke abhält.

Außerdem wird derzeit eine aus 5000 Soldaten bestehende Eingreiftruppe aus Landstreitkräften gebildet, denen Luft-, See- und Spezialkräfte zugeordnet werden. Die unter dem Kürzel „Speerspitze“ gehandelte „Very High Readiness Joint Task Force (VJTF)“ soll ab 2016 voll einsatzfähig sein. Sprich: Teile der Truppe sollen binnen 48 Stunden in Krisengebiete entsandt werden.

Präsident Obama hatte dem Baltikum bereits im vergangenen Jahr zugesichert, sich im Falle expansiver Aktivitäten Russlands auf den Rückhalt der Nato und Amerikas uneingeschränkt verlassen zu können.