Das aktuelle Wetter NRW 3°C
Twitter

USA und Ägypten missfällt Tweet von US-Botschaft in Kairo

04.04.2013 | 16:14 Uhr
USA und Ägypten missfällt Tweet von US-Botschaft in Kairo
Ein Video des Komikers Jon Stewart erhitzt die Gemüter in Kairo und Washington - die US-Botschaft in Ägypten hat den Film, der sich über den Ägyptischen Präsidenten Mursi lustig macht, über Twitter verlinkt. Foto: afp

Washington.  Die US-Botschaft in Ägypten hat über den Kurznachrichtendienst Twitter auf ein Video der "Daily Show" verlinkt. In dem Filmchen macht sich der Komiker Jon Stewart über den ägyptischen Staatschef Mohammed Mursi lustig und kritisiert die Festnahme des Moderators Bassem Jussef. Sowohl Kairo als auch Washington kritisieren das Vorgehen der Botschaft.

Eine Twitter-Nachricht der US-Botschaft in Ägypten im Zusammenhang mit der Kriminalisierung des Fernsehmoderators Bassem Jussef hat sowohl in Kairo als auch in Washington Missfallen ausgelöst. Nachdem die Botschaft über den Kurznachrichtendienst auf ein Video der "Daily Show" des Komikers Jon Stewart im US-Fernsehen verlinkt hatte, sperrte die Vertretung das Twitter-Konto am Mittwoch auf Kritik hin vorübergehend.

In dem Video macht sich Stewart über Ägyptens islamistischen Staatschef Mohammed Mursi lustig und kritisiert Jussefs Festnahme wegen Beleidigung des Islams und des Präsidenten . Die ägyptische Präsidentschaft erklärte am Mittwoch per Twitter, es sei für eine diplomatische Vertretung "unangebracht", sich einer derartigen "negativen politischen Propaganda" zu befleißigen.

Botschaft räumt "Pannen" ein

Die Botschaft schloss den Twitter-Account für einige Stunden und entfernte die entsprechende Nachricht. US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland erklärte, es habe bei der Art und Weise, wie die Tweets seitens der Botschaft betrieben wurden, "Pannen" gegeben. Die Botschaft sei dabei, diese Pannen zu beheben. Seit Mittwochnachmittag sei @USEmbassyCairo wieder zu erreichen.

Hintergrund:
Staatsanwaltschaft vernimmt ägyptischen TV-Moderator stundenlang

Einer der bekanntesten TV-Komiker Ägyptens, Bassem Jussef, ist am Osterwochenende von der Staatsanwaltschaft vernommen worden. Jussef ist u.a. wegen seiner Witze über Präsident Mursi bekannt. Der Fall verstärkt die Sorge um die Meinungsfreiheit in Ägypten.

Die Staatsanwaltschaft hatte Jussef, auch "der ägyptische Jon Stewart" genannt, am Sonntag vernommen und erst nach fast fünfstündiger Befragung gegen Zahlung einer Kaution auf freien Fuß gesetzt. Dem populären Komiker, der mit einer weiteren Befragung rechnet, folgen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mehr als 1,2 Millionen Nutzer.

In seiner wöchentlichen Sendung "Al-Bernameg" (Die Show) nimmt Jussef mit bissigem Humor unter anderem Persönlichkeiten des politischen Lebens aufs Korn - auch Führungsmitglieder der Muslimbrüder, denen Präsident Mursi entstammt. (afp)



Kommentare
Aus dem Ressort
Stuttgart 21 - Prozess um Wasserwerfer-Einsatz eingestellt
Bahnhof
Mehrere zum Teil schwer Verletzte und kein Urteil: Gut vier Jahre nach dem harten Wasserwerfereinsatz gegen Stuttgart-21-Demonstranten ist der Prozess gegen zwei Polizisten eingestellt worden. Die Gegner des Bahnprojekts sprechen von einem "Justizskandal".
Juncker wirbt bei EU-Ländern um Milliarlden-Investitionen
EU-Kommission
EU-Kommissionspräsident Juncker hat am Mittwoch im EU-Parlament für das europäische Investitionspaket in Höhe von 315 Milliarden Euro geworben. Mit einem "ehrgeizigen und neuen Ansatz" will Juncker die EU-Mitgliedsstaaten zu Infrastruktur-Maßnahmen anregen. Es setzt auf eine "Hebelwirkung".
Land NRW springt bei Schulsozialarbeit ein
Finanzen
Im Ringen um die Finanzierung von 1500 Schulsozialarbeitern in NRW hat die rot-grüne Landesregierung am Mittwoch eine Lösung verkündet. Damit sind die Stellen der Sozialarbeiter an den Schulen für die kommenden drei Jahre gesichert. Aber auch Kommunen müssen zahlen.
Opposition wirft Merkel "Neuauflage des Kalten Krieges" vor
Generaldebatte
Grüne und Linke nutzen die Debatte über den Kanzleramtsetat für Grundsatzkritik an der Regierung Merkel - und erkennen "grauen Nebel", "Nullkompetenz". Die Kanzlerin verteidigte vor allem ihren ihren Sparkurs. Man habe "über die Verhältnisse gelebt". Damit sei nun Schluss.
Grüner Hofreiter greift Merkel für nebulöse Politik an
Bundestagsdebatte
Die Linke wirft der Kanzlerin soziale Spaltung vor. Die Grünen halten Merkels Politik für diffusen Nebel. Ihr Lieblingsgegner beim Schlagabtausch im Bundestag ist aber Volker Kauder wegen seiner Haltung zur Frauenquote. "Heul doch", rufen die Grünen.
Umfrage
Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

 
Fotos und Videos
Sakurai und Co.
Bildgalerie
Fotostrecke