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Libyen

USA setzen Drohnen gegen Gaddafis Truppen in Libyen ein

22.04.2011 | 10:33 Uhr

Misrata.   Die USA greifen wieder stärker in den Kampf in Libyen ein. US-Präsident Obama hat dafür den Einsatz bewaffneter Drohnen genehmigt. Sie sollen gezielter gegen Gaddafis Truppen vorgehen.

Nach verzweifelten Hilfsappellen der Rebellen in Libyen setzen die USA Drohnen gegen die Truppen von Machthaber Muammar el Gaddafi ein. US-Präsident Barack Obama habe dies „wegen der humanitären Lage“ in den umkämpften Gebieten entschieden, teilte US-Verteidigungsminister Robert Gates am Donnerstag in Washington mit. Libyens Regierung erklärte, durch das Vorgehen würden noch mehr Zivilisten sterben.

Der Einsatz unbemannter Flugkörper in Libyen sei ein „bescheidener Beitrag“ der USA zu den Bemühungen des Nato-geführten Bündnisses, die Zivilbevölkerung vor Gaddafis Truppen zu schützen, erklärte Gates. Es handele sich lediglich um „eine sehr begrenzte zusätzliche Rolle bei unserem Beitrag“. Die USA hatten mit Frankreich und Großbritannien das Militärbündnis geschmiedet, das am 19. März mit Luftangriffen gegen Gaddafis Truppen begann. Bereits Ende März übergab Washington jedoch das Kommando an die Nato und und zog seine Kampfflugzeuge von dem Einsatz ab.

Libyen verurteilt Einsatz

Der Vize-Chef des US-Generalstabs, General James Cartwright, erläuterte, die Drohnen seien „einzigartig geeignet“, um präzise gegen libysche Truppen vorzugehen, die sich in bewohnten Gebieten versteckten. Schließlich könnten die unbemannten Flugkörper langsamer hinabfliegen und so potenzielle Ziele besser sichtbar machen. Eigentlich sollten bereits am Donnerstag zwei US-Drohnen zum Einsatz kommen, wegen schlechter Wetterbedingungen sei der Einsatz jedoch verschoben worden, sagte Cartwright.

Der libysche Vize-Außenminister Chaled Kaim verurteilte die Entscheidung der USA. „Es werden noch mehr Zivilisten getötet werden“, sagte er dem britischen Radiosender BBC. Das westliche Militärbündnis behaupte, die Demokratie zu unterstützen. Dies könne es jedoch nicht mit Luftangriffen, sondern nur mit Bemühungen um einen Dialog, durch den die Libyer über ihre eigene Zukunft bestimmten.

Militärischer Erfolg der Rebellen

Die libyschen Aufständischen hatten am Donnerstag ihren ersten militärischen Erfolg seit mehr als drei Wochen erzielt. Sie nahmen einen Grenzposten nach Tunesien ein. Abgesehen von diesem Erfolg am Grenzübergang Wasin ist die militärische Lage der Aufständischen weiterhin verzweifelt. Am Dienstag hatten sie das NATO-geführte Bündnis aufgefordert, zu ihrer Unterstützung Bodentruppen nach Libyen zu entsenden. Großbritannien, Frankreich und Italien kündigten daraufhin die Entsendung einiger Verbindungsoffiziere an, die die Rebellen allerdings nur beraten sollen.

Ein Sprecher des Nationalen Übergangsrat der Aufständischen sagte in Bengasi, ausländisches Militär solle ausschließlich dabei helfen, sichere Routen für humanitäre und zivile Flüchtlinge zu schaffen. Der russische Außenminister warnte, eine Bodenoffensive westlicher Truppen sei „extrem riskant“.

US-Außenministerin Hillary Clinton rief zur Geduld auf. Der Nato-Einsatz 1999 im Kosovo habe 78 Tage gedauert, bis der damalige serbische Machthaber Slobodan Milosevic schließlich eingeknickt sei, erklärte Clinton am Donnerstag. Bei einem Treffen mit dem Kommissionspräsidenten der Afrikanischen Union (AU), Jean Ping, bat sie die AU um Hilfe bei der Suche nach einer politischen Lösung des Konflikts in Libyen.

Der einflussreiche US-Senator John McCain traf am Freitag zu einem Besuch in der libyschen Rebellenhochburg Bengasi ein. Auf seinem Programm standen Gespräche mit Vertretern des Nationalen Übergangsrats. (afp)

DerWesten

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Kommentare
24.04.2011
17:07
USA setzen Drohnen gegen Gaddafis Truppen in Libyen ein
von meinemeinungdazu | #16

Die Drohnen müssen direkt gegen Gaddafi und seinen Clan eingesetzt werden. Die Despoten müssen weg.

23.04.2011
11:35
USA setzen Drohnen gegen Gaddafis Truppen in Libyen ein
von Imaz | #15

Man traut seinen Augen nicht. Heute WR, Seite1
Sitichworte und Auszüge;
Eine hochkarätige Podiumsdiskussion an der
Ruhr- Universität Bochum. (Zitate, leicht gekürzt)
Niemand weiß, wie es weiter gehe, wenn Gaddafi
weg ist. Wir kennen die Rebellen nicht, wir
kennen die Strukturen nicht.
Sie haben sich wie im Kosovo hineingebombt
und wissen nicht, wie sie wieder herauskommen.
Dass in Libyen engagierte Ölfirmen, darunter auch
Wintershall, ihre Interessen wahren wollten.
WAS LIBYEN ERWIRTSCHAFTET IST AUS-
SCHLIESSLICH ÖL, SONST NICHTS.
Die Brennpunkte der kriegerischen Auseinander-
setzungen zwischen dem Gaddafi Regime und den
Rebellen seien deckungsgleich mit den Zentren der Ölindustrie.
In Misrata stehen die Hauptraffinerien. Wer die Stadt besitzt,habe Zugriff auf die Einnahmen.
Für ihn stehe außer Zweifel,dass das ERDÖL
AUCH MOTIV FÜR DEN MILITÄREINSATZ IST.

Es ist das erste mal, dass ich in einer deutschen
Zeitung lese, worum es in Libyen wirklich geht.

23.04.2011
10:27
USA setzen Drohnen gegen Gaddafis Truppen in Libyen ein
von Pit01 | #14

@13 Humankapital

Wenn es so wäre, wie Sie es sehen, dann könnte man sagen: Augen zu und durch! Leider sprechen Korrespondenten die Wahrheit aus. Sicher, es wird auch da nicht immer alles richtig sein, aber überwiegend sind die Korrespondenten seriös. Nur dürfen sie auch nicht überall hin und das öffnet Spekulationen Tür und Tor. Welches Kaliber Gaddafi und Familie hat, ist oft bewiesen worden. Ärzte und Schwestern als Geiseln, La Belle Berlin, Lockerbie und so fort. Leider hat der Westen diesen Despoten viel zu lange hofiert.

22.04.2011
20:33
USA setzen Drohnen gegen Gaddafis Truppen in Libyen ein
von Humankapital | #13

Prima, Imaz, das sollte eigentlich zur Allgemeinbildung gehören.
Noch ein Wort zur geschundenen Bevölkerung. Den Lybiern geht es in der Region materiell vergleichsweise am Besten, es gibt im Gegensatz zu Nachbarländern kaum Analphabeten, es gibt Schulbildung auch für Mädchen. Die Geflohenen sind Gastarbeiter aus Ägypten und Tunesien.
Man kann also vermuten, dass die sogenannte Rebellion inszeniert ist. Sämtliche Bericherstattungen in unseren Medien ist einseitig, zeigt nur Aufständische.
Schade, dass viele alle Berichte unkritisch konsumieren!

22.04.2011
20:20
USA setzen Drohnen gegen Gaddafis Truppen in Libyen ein
von oldbaer1 | #12

Auch wenn ich kein regelmäßiger Gottesdienstbesucher bin, habe ich mir heute in der ARD den Gottesdienst angesehen. Eine beeindruckende Predigt. Wir haben Ghaddafi die Waffen geliefert, mit denen er seine eigene Bevölkerung auslöscht. Aber keiner unserer Politiker würde so etwas aussprechen. Man bombardiert im Auftrag der Nato (?) das Land und nimmt unschuldige Tote in Kauf.

22.04.2011
18:45
USA setzen Drohnen gegen Gaddafis Truppen in Libyen ein
von Imaz | #11

# 10 Pit01
Natürlich habe ich an Lockerbie gedacht. Die
Frage ist nur, was ist zwischenzeitlich passiert?
Wer hat den Killer hofiert, ist ein und aus
gegangen, hat sich strahlend ablichten lassen,
hat Waffen geliefert, hat sich den Wahlkampf
finanzieren lassen, hat Millionen Dollar gezahlt
damit das Monster afrikanische Flüchtlinge ab-
fängt und zurück in die Wüste geschickt?
War das ein anderer Gaddafi als der heutige?
Den Engländern und Franzosen geht es nicht um
Menschenrechte, es geht um Öl. Die wollen sich das, was die Amis noch übrig gelassen haben, un-
ter den Nagel reißen. Alles andere sind vorge-
schobene, verlogene Argumente.
Wäre in Libyen kein Öl, würde kein Hahn danach
krähen was Gaddafi macht.
Wenn es um Menschenrechte ginge, könnten sie
die sofort in den westlichen Vasallenstaaten
Jemen, Saudi-Arabien, Kuweit, Jordanien, den
Emiraten usw. einführen. Da sitzen Despoten an
der Macht, die es mühelos mit Gaddafi aufnehmen können, es sind Hundesöhne, aber UNSERE
Hundesöhne.

22.04.2011
17:53
USA setzen Drohnen gegen Gaddafis Truppen in Libyen ein
von Pit01 | #10

@8 Imaz

Und Gaddafi mordet einfach mal so und entschuldigt sich mit Dollars. Denken Sie mal an Lockerbie, 270 Tote, nur mal so. Ist das in Ordnung unschuldige Menschen in die Luft zu sprengen? Denken Sie mal an die geschundene eigene Bevölkerung, sind das Ratten, die man vernichten muss? Denken Sie einfach mal nach!

22.04.2011
17:33
USA setzen Drohnen gegen Gaddafis Truppen in Libyen ein
von wohlzufrieden | #9

Dem Namen nach könnte Gaddafi in der umkämpften Stadt Misrata geboren worden sein...

22.04.2011
16:13
USA setzen Drohnen gegen Gaddafis Truppen in Libyen ein
von Imaz | #8

Da ist wieder eine Allianz von Staaten am Werk,
die seit Jahrhunderten davon leben, dass sie
andere Länder überfallen, ausrauben und die Bevölkerung morden.
Es fehlen noch Spanien und der Vatikan, dann sind
sie fast komplett.

22.04.2011
15:52
USA setzen Drohnen gegen Gaddafis Truppen in Libyen ein
von buntspecht2 | #7

Warum muss der Westen den Rebellen helfen sollen sich doch an ihre Arabische Brüder wenden das wäre warscheinlich erfolgreicher

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