Das aktuelle Wetter NRW 0°C
Politik

USA schließen "unilaterale Aktionen" in Syrien aus

15.08.2012 | 08:17 Uhr
Funktionen
Foto: /dapd/Clemens Bilan

Die USA schließen einseitige Aktionen gegen die syrische Regierung aus, halten sich aber dennoch alle militärischen Optionen offen. Generalstabschef Martin Dempsey erklärte am Dienstag in Washington, mit der Türkei und Jordanien sei über die Einrichtung sicherer Zonen für Flüchtlinge gesprochen worden.

Washington (dapd). Die USA schließen einseitige Aktionen gegen die syrische Regierung aus, halten sich aber dennoch alle militärischen Optionen offen. Generalstabschef Martin Dempsey erklärte am Dienstag in Washington, mit der Türkei und Jordanien sei über die Einrichtung sicherer Zonen für Flüchtlinge gesprochen worden. "Und mit einem sicheren Hafen würde auch irgendeine Art Flugverbotszone kommen, aber wir planen nichts unilateral", sagte er. Verteidigungsminister Leon Panetta betonte auf derselben Pressekonferenz, das Thema Flugverbotszone sei für die USA derzeit nicht vorrangig.

Panetta erklärte, zur Zeit hätten humanitäre Hilfe und die Sicherheit der syrischen chemischen und biologischen Waffen Priorität. Zusammen mit Dempsey warf er dem Iran vor, zunehmend das Regime von Präsident Baschar Assad zu stützen. So werde von Teheran derzeit eine überwiegend aus Schiiten gebildete Miliz ausgebildet.

General Dempsey sagte, die regulären Streitkräfte zeigten im sich hinziehenden Bürgerkrieg Abnützungserscheinungen. "Sie haben Nachschubprobleme, sie haben Probleme mit der Kampfmoral, sie haben Abnützungserscheinungen, die ein Kampf von dieser Dauer mit sich bringt", sagte er. Panetta sagte, es sei offenkundig, dass der Iran mehr zur Stützung des syrischen Regimes unternehme. "Wir denken nicht, dass der Iran jetzt diese Rolle spielen sollte", sagte er. "Es ist gefährlich, es führt zu mehr Toten und es versucht ein Regime zu stützen, von dem wir denken, dass es letztendlich untergehen wird."

Amos fordert Versorgungsrouten

UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos setzte sich in Damaskus dafür ein, Versorgungsrouten für die unter dem Bürgerkrieg in Syrien leidende Zivilbevölkerung zu öffnen. "Es gibt eine andauernde humanitäre Krise", sagte sie nach Gesprächen mit Regierungsvertretern in der syrischen Hauptstadt. "Es ist wichtig, dass die Kämpfe aufhören."

Am Dienstag besuchte sie Schulen im Damaszener Viertel Sahera, in denen Hunderte vor Kämpfen geflohene Menschen untergebracht sind. "Die Leute, die ich heute traf, sagen, dass sie sauberes Wasser brauchen, sanitäre Einrichtungen, Medikamente und Lebensmittel", sagte Amos. "Sie sind verängstigt. Viele haben kein Zuhause mehr, in das sie zurückkehren können, und sie brauchen dringend mehr Hilfe und Unterstützung." In ihrem Gespräch mit Ministerpräsident Wajel Nader al Halki habe sie dem Syrischen Roten Halbmond für seinen humanitären Einsatz unter großen Gefahren gedankt.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Kommentare
Aus dem Ressort
Wie Griechenlands Premier Tsipras die EU-Oberen brüskiert
Europa-Politik
Die neue griechische Regierung irritiert die EU mit offener Widerspenstigkeit in der Wirtschafts- und Außenpolitik. Droht der Frontalzusammenstoß?
Lehrer nach fragwürdigem Auschwitz-Vergleich suspendiert
Holocaust-Gedenken
Ein Dortmunder Lehrer darf nach einer rechtsextremen Äußerung nicht länger unterrichten. Das gab jetzt Regierungspräsident Bollmann bekannt.
Kraft will digitalen Aufbruch - CDU wirft ihr Ablenkung vor
IT-Technik
Die Landesregierung will über 700 Millionen Euro in modernste Informationstechnologie stecken. Die Opposition moniert: Das klingt bloß schick.
Große Mehrheit für umstrittenen Irak-Einsatz im Bundestag
Bundeswehr
Die Bundesregierung schickt neben Waffen 100 Militärausbilder für den Kampf gegen die Terrormiliz IS in den Nordirak. Das ist rechtlich umstritten.
Kögida gibt auf - Demos in Köln sollen abgesagt werden
Demos
In Köln wird es vorerst keine weiteren Kögida-Demos geben. Stattdessen wollen sich die Organisatoren auf Demos in Düsseldorf konzentrieren.
Fotos und Videos
6985147
USA schließen "unilaterale Aktionen" in Syrien aus
USA schließen "unilaterale Aktionen" in Syrien aus
$description$
http://www.derwesten.de/politik/usa-schliessen-unilaterale-aktionen-in-syrien-aus-id6985147.html
2012-08-15 08:17
TOP,Syrien,USA,ZUS,
Politik