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USA bereiten Auslieferung von KZ-Wächter vor

25.03.2009 | 12:05 Uhr
USA bereiten Auslieferung von KZ-Wächter vor

Washington/München. Die US-Behörden bereiten die Auslieferung eines ehemaligen KZ-Wächters nach Deutschland vor. Dem gebürtigen Ukrainer John Demjanjuk wird die Beihilfe zum Mord an zehntausenden Juden vorgeworfen. Wann der 88-Jährige in Deutschland eintreffen wird, ist noch unklar.

Es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem der letzten großen NS-Kriegsverbrecherprozesse in Deutschland: Die US-Einwanderungsbehörde hat jetzt mit Deutschland Kontakt aufgenommen, um die Auslieferung des mutmaßlichen ehemaligen KZ-Wächters Iwan Demjanjuk vorzubereiten. Mit dem vor zwei Wochen vom Münchner Amtsgericht erlassenen Haftbefehl gegen den 88-Jährigen ist endlich Bewegung in einen Fall gekommen, der über Jahrzehnte niemanden interessiert zu haben scheint. Demjanjuk soll an der Ermordung von 29.000 Juden beteiligt gewesen zu sein.

In den Gaskammern gearbeitet?

Demjanjuk wurde am 3. April 1920 in der Ukraine geboren. Er diente in der sowjetischen Armee, als die Nazis ihn im Frühjahr 1942 gefangennahmen. Sie sollen ihn nach der Festnahme als Hilfskraft in das Konzentrationslager Treblinka in Polen geschickt haben. In den Gaskammern von Treblinka wurden 1942 und 1943 etwa 800.000 Juden und Tausende von Sinti und Roma umgebracht. Ende der 70er Jahre erkannten ehemalige KZ-Insassen in Demjanjuk «Iwan den Schrecklichen": Der berüchtigte SS-Mann, der in Treblinka ihren Aussagen zufolge die Gaskammern bediente.

Demjanjuk lebte zu dieser Zeit bereits in die USA. Dorthin war er kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs ausgewandert. Seinen Vornamen hatte er von Iwan in John geändert. 1952 ließ er sich mit seiner Familie als Automechaniker in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio nieder. 1958 erhielt er die US-Staatsbürgerschaft.

US-Staatsbürgerschaft entzogen

1981 entzogen die Behörden Demjanjuk die US-Staatsbürgerschaft aufgrund der Vorwürfe zum KZ Treblinka. Einem von Israel 1983 gestellten Auslieferungsgesuch wurde 1986 entsprochen. Das Jerusalemer Bezirksgericht verurteilte Demjanjuk 1988 wegen in Treblinka verübter «Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen das jüdische Volk» zum Tode. Nach sieben Jahren Haft wurde Demjanjuk von Israels Oberstem Gerichtshof jedoch wieder freigesprochen, weil letzte Zweifel an seiner Identität nicht ausgeräumt werden konnten. So soll «Iwan der Schreckliche» laut Akten des KGB tatsächlich ein Mann namens Iwan Marchenko gewesen sein. Demjanjuk durfte wieder in die USA zurück, wo er seit September 1993 lebt.

Der Oberste Gerichtshof traf aber eine Feststellung, die nun die Grundlage für den Münchner Haftbefehl ist. Die israelischen Richter stellten fest, dass Demjanjuk KZ-Wächter war. Hauptbeweisstück dafür ist ein Personalausweis mit Demjanjuks Foto und seiner Unterschrift, das 1942 im ukrainischen SS-Trainingslager Trawniki ausgestellt wurde. Demjanjuk war Aufseher in den Lagern Sobibor und Majdanek im besetzten Polen sowie Flossenburg in Bayern. Entscheidend für die Anklage wegen Beihilfe zum Mord in 29.000 Fällen waren die sechs Monate Demjanjuks in Sobibor: Dies war ein reines Vernichtungslager. Eine Ausrede, nichts von der Judenvernichtung mitbekommen zu haben, ist hier nicht möglich.

Langericht München ist zuständig

2002 wurde Demjanjuk wegen seiner zweifelfrei feststehenden Zeit als KZ-Wächter zum zweiten Mal die US-Staatsbürgerschaft entzogen. Seitdem lebt er als Staatenloser in den USA, alle seine Rechtsmittel gegen diese Entscheidung und eine drohende Abschiebung blieben erfolglos. Gleichzeitig rollten emsige Mitarbeiter der deutschen NS-Fahndungsstelle Ludwigsburg den Fall Demjanjuk noch einmal auf. Sie sammelten nicht nur Beweise für seine Tätigkeit in Sobibor. Sie dokumentierten auch umfassend die Schicksale der Juden, die während Demjanjuks Zeit als KZ-Wächter dort getötet wurden.

Das Landgericht München ist für einen Prozess gegen Demjanjuk zuständig, weil er 1951 vor seiner Ausreise in die USA ein paar Monate in einem Flüchtlingslager bei München lebte. Gericht und Staatsanwaltschaft in München stehen inzwischen bereit, um dem KZ-Wächter den Prozess zu machen. Doch ob es tatsächlich dazu kommen wird, steht noch immer nicht zu hundert Prozent fest: Die angeblich angeschlagene Gesundheit des Greises könnte seine Auslieferung doch noch verhindern. (afp)

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Kommentare
25.03.2009
21:48
USA bereiten Auslieferung von KZ-Wächter vor
von Bullschit | #11

Ob der noch je ein Altenheim sehen wird wage ich zu bezweifeln. Ich will dieses sadistische Dreckschwein im Knast sehen. So ein menschlicher ******** sollte vor seinem Abgang lebenslang Filmmaterial aus den Konzentrationslager anschauen müssen. Beim Aufwachen bis zum Schlafen gehen für den Rest seines erbärmlichen Lebens.

25.03.2009
21:12
USA bereiten Auslieferung von KZ-Wächter vor
von Steinschulte | #10

Das Münchener Landgericht hat langeweile das die noch ein fürs Alterheim nach München holen.

25.03.2009
18:38
USA bereiten Auslieferung von KZ-Wächter vor
von nic | #9

schießen sich die amerikaner auch selbst in den kopf?

25.03.2009
15:59
USA bereiten Auslieferung von KZ-Wächter vor
von DDT | #8

Sollte er sich schuldig gemacht haben, dann gehört er selbstverständlich vor Gericht. Da hat er ja schon mal 1993 ( in Israel) gestanden und mußte freigesprochen weil ihm die Täterschaft zum damaligen Zeitpunkt nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte. Und mir kommen Zweifel, ob es jetzt 16 Jahre später solche erdrückenden Beweise gibt, die eine Verurteilung rechtfertigen. Von Zeugen ganz zu schweigen. Siehe auch
http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/42/01/dokument.html?titel=M%C3%B6rderische+Augen&id=13681024&top=SPIEGEL&suchbegriff=demjanjuk&quellen=&qcrubrik=geschichte

25.03.2009
15:02
USA bereiten Auslieferung von KZ-Wächter vor
von dingenskirchen | #7

... wieso werde ich hier geduzt??

Ansonsten: Machen sie sich keine Sorgen. Man muss auch nicht alles verstehen. So lebt es sich doch auch gut, oder?? ;)

25.03.2009
14:53
USA bereiten Auslieferung von KZ-Wächter vor
von doowopwop | #6

bisher hat Deutschland nie ernsthaft nach Naziverbrechern gesucht,
aber...wie ich aus gut informierten Kreisen gehört habe, will man im Jahre 2020 eine Sonderkommission zusammenstellen und dann weltweit suchen.

25.03.2009
14:30
USA bereiten Auslieferung von KZ-Wächter vor
von deldenk | #5

#3
Verstehe Deine Kommentare nicht !!!!
Er wurde in Israel und USA vor Gericht gestellt. Und da wurde es nicht bewiesen.
Aber ausgerechnet in München ?????

Der Mann ist 89.
Der kommt höchstens in ein Pflegeheim. Lebenslänglich.
Aber auf unsere Kosten!!!!!!!
Der soll in USA sterben !!!!!

25.03.2009
14:27
USA bereiten Auslieferung von KZ-Wächter vor
von SuppeWirdNurHeißGekocht | #4

Niemand weiß - und das ist auch gut so - was aus sich selbst im Krieg geworden wäre ...

25.03.2009
13:28
USA bereiten Auslieferung von KZ-Wächter vor
von dingenskirchen | #3

Natürlich sollte man ihn ausliefern und verurteilen.
Allein die Tatsache, dass dieses Schwein auf dem Foto breit Grinsen kann obwohl er vor nicht sooo langer Zeit nicht mal Skrupel hatte Kinder in die Gaskammer zu schicken ist Grund genug.

Es ist bezeichnend wie hier viele ticken, wenn sie im einen Artikel Nüsse und Kopf ab für Kindermörder fordern, im nächsten aber einen sadistischen Altnazi laufen lassen wollen, weil der halt alt ist.
Dabei haben beide letztendlich das gleiche verbrochen.

Und selbst wenn er nur Befehlsempfänger gewesen ist: Er hätte sich selbst in den Kopf schiessen können, statt diese Befehle auszuführen. Offensichtlich war es ihm aber lieber in andere Kopfe zu schiessen.

25.03.2009
12:21
USA bereiten Auslieferung von KZ-Wächter vor
von deldenk | #2

Der soll da bleiben wo er ist, nämlich in den USA.
Was haben wir damit zu tuen???
Er ist Amerikaner und wenn die ihn nicht mehr haben wollen, sollen sie zusehen wo sie ihn unterbringen.
Das ganze kostet unser Steuergeld!!!!!!!
Für was das ganze Theater????

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