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Bildungspolitik

US-Präsident Barack Obama lobt das deutsche Bildungssystem

13.02.2013 | 18:11 Uhr
US-Präsident Barack Obama lobt das deutsche Bildungssystem
US-Präsident Obama bei seiner Rede zur Nation. Im Hintergrund hören Vize-Präsident Joe Biden (l.) und Repräsentantenhaus-Sprecher John Boehner zu.Foto: dapd

Washington.   Der Präsident hält eine Rede im Kongress – und der deutsche Sozialdemokrat Frank Walter Steinmeier hört begeistert zu. Denn Obamas Parolen könnten auch im SPD-Wahlprogramm stehen.

Frank-Walter Steinmeier ist viel zu sehr Ostwestfale, als dass er Genugtuung offensiv zur Schau stellen würde. Selbst wenn er politische Geistesverwandtschaft spürt. Als US-Präsident Barack Obama seine Rede zur „Lage der Nation“ beendet hatte, nahm der kurz zuvor angereiste SPD-Fraktionsvorsitzende im Haus des Gesandten der deutschen Botschaft in Washington einen kleinen Schluck aus dem Rotwein-Glas und bilanzierte das am Fernseher verfolgte Geschehen mit gewohnter Zurückhaltung: „Das ist schon eine anspruchsvolle Reformagenda, die Obama sich und den Amerikanern da verordnet hat.“

Dass sie in auffällig vielen Punkten sozialdemokratisch grundierte Töne zum Klingen brachte, mehrfach ausdrücklich auf Deutschland Bezug nahm, merkte man während der einstündigen Rede Obamas im Kongress immer dann, wenn sich Steinmeier mit anerkennend verzogenen Mundwinkeln zu seinen Mitzuhörern umdrehte und auf einem Handzettel Notizen machte.

„Die deutschen Kinder sind auf Arbeitsplatz vorbereitet“

Bei der Bildung verwies der Präsident mehrfach auf die Bedeutung von frühkindlicher Förderung und lobte explizit das deutsche System der dualen Ausbildung von Lehre und Berufsschule. Obama: „Die deutschen Kinder sind auf einen Arbeitsplatz vorbereitet, wenn sie die Oberstufe abschließen.“

Auch beim Thema Arbeitsmarkt hörte Steinmeier Vertrautes: wirtschaftliche Vernunft und soziale Gerechtigkeit. „Lassen Sie uns heute erklären, dass im wohlhabendsten Land der Welt niemand, der den ganzen Tag arbeitet, in Armut leben soll“, rief Obama. „Lassen Sie uns den Mindestlohn im ganzen Land auf neun Dollar pro Stunde anheben.“

Höhere Steuern für Reiche

Wohlwollend registrierte der gescheiterte Kanzlerkandidat von 2009 Obamas Parole, bis circa 2030 die Energieverschwendung in Privathaushalten und Unternehmen zu halbieren. Höhere Steuern für Reiche und ein modernes Einwanderungsgesetz vertragen sich gemessen an Steinmeiers Mienenspiel ebenso mit sozialdemokratischen Vorstellungen wie dieser Obama-Satz: „Es ist unsere unvollendete Aufgabe sicherzustellen, dass diese Regierung im Auftrag der Vielen arbeitet und nicht nur der Wenigen.“

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Obama will Klimaschutz und Mittelstand fördern

In der ersten Rede an die Nation seit seiner Wiederwahl kündigte US-Präsident Barack Obama an, Klimaschutz und Mittelstand zu fördern. Beim Thema Bildung will er sich an deutschen Schulen orientieren. Außerdem bringt er ein amerikanisch-europäisches Freihandelsabkommen auf die Agenda.

Am meisten beeindruckte Obamas Bekenntnis zu schärferen Waffengesetzen im Lichte des Schulmassakers von Newtown. Der Gänsehaut-Augenblick hatte auch Steinmeier kurz gepackt. Dann kam der Ostwestfale durch. „Dass man sich den Saal vollsetzt mit Betroffenen, sie direkt anspricht, diese Inszenierung von Opfern wäre bei uns wohl nicht möglich“, sagte er und entschwand zum Interview. In Deutschland sei die Politik eben „nüchterner.“

Dirk Hautkapp

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Kommentare
14.02.2013
09:44
US-Präsident Barack Obama lobt das deutsche Bildungssystem
von RANRW | #2

Der nächste US-Präsident wird diese ganze "Europäisierung" beenden.

13.02.2013
22:24
US-Präsident Barack Obama lobt das deutsche Bildungssystem
von kuba4711 | #1

Genau , in Deutschland ist die Interessenpolitik für die Finanzwirtschaft ,den Geldadel und die Industrie - Lobby bedeutend nüchterner.
Und die Berichterstattung darüber noch bedeutend nichtssagender.
Denn wer im deutschen Blätterwald hat zu Zeiten als Herr Steinmeier den Kanzleramtsminister von Herrn Schröder mimte ;wer hat damals darüber berichtet ,dass die damalige , faktische Förderung des größten Niedriglohn - Sektors im Land der ehemaligen Dichter und Denker - durch Hartz und Agenda - Politik - so absolut nichts mit sozialdemokratischer Politik zu tun hat?
Selbst heute ist dem deutschen Journalismus nicht klar was "sozialdemokratisch" konkret in den einzelnen Politikfeldern bedeutet.
Nicht etwa die von Obama verortete angebliche Berufsreife der deutschen Jugendlichen im dualen Bildungssystem ist es .
Als Sozialdemokrat hat man die umfassende Bildung eines Menschen anzustreben.
Im Vordergrund hat die Zielsetzung zur Förderung einer Persönlichkeit zu stehen

2 Antworten
Meine Güte Kuba kölnisch Wasser
von cui.bono | #1-1

Dieses ideologische Geschwurbel, diese immer gleichen gestelzten Sätze in der Diktion
dem Deutsch der früheren DDR sind langsam unerträglich.

Mal abgesehen davon, dass Sie eine Menge Buchstaben erzeugen haben Ihre Kommentare keine Aussage.

US-Präsident Barack Obama lobt das deutsche Bildungssystem
von kuba4711 | #1-2

@cui.bono. Sie dürfen nicht von sich auf Andere schließen.
Der Ideologe des Neoliberalismus sind doch Sie.
Und jedem im Forum ist dies bekannt.!
Ich wünsche Ihnen trotzdem :
"Gute Besserung!"
Inklusive Zeit bei Ihrer örtlichen VHS den ein oder anderen Erhellungskurs erfolgreich zu belegen!
:-)))

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