US-Politologe und Autor von "Kampf der Kulturen" gestorben
27.12.2008 | 19:56 Uhr 2008-12-27T19:56:00+0100New York. Der bekannte US-Politologe Samuel P. Huntington ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Verfasser des international beachteten Buches «Kampf der Kulturen» sei bereits am 24. Dezember gestorben.
Der US-Politologe und Harvard-Professor Samuel P. Huntington ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Verfasser des international beachteten Buches «Kampf der Kulturen» sei bereits am 24. Dezember auf der Insel Martha's Vineyard im US-Bundesstaat Massachusetts gestorben, teilte die Harvard-Universität am Samstag auf ihrer Website mit. Huntington hatte fast sechs Jahrzehnte lang in Harvard gelehrt.
Der Vater zweier erwachsener Söhne sei auf der Atlantik-Insel Martha's Vineyard gestorben, teilte die Harvard-Universität mit. Er hatte demnach als Autor, Co-Autor oder Herausgeber 17 Bücher und 90 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht, unter anderem über US-Politik, Militärstrategie und Entwicklungspolitik.
«The Clash of Civilizations»
Weltweit bekannt machte ihn sein 1996 veröffentlichtes Werk «Kampf der Kulturen», das im englischen Original den Titel «The Clash of Civilizations» trägt. Es wurde in 39 Sprachen übersetzt. Huntington vertritt darin die These, dass nach dem Ende des Kalten Krieges gewaltsame Konflikte nicht mehr aus den Gegensätzen zwischen Nationalstaaten, sondern aus den gegensätzlichen Kulturen und Religionen der großen Zivilisationen entstünden.
Huntington wurde den Angaben zufolge am 18. April 1927 in New York als Sohn eines Publizisten und einer Schriftstellerin geboren. Bereits mit 18 Jahren hatte er einen Abschluss der renommierten Yale-Universität in der Tasche, 1949 begann er, in Harvard zu lehren. «Es ist für mich schwierig, mir eine lohnendere oder angenehmere Berufslaufbahn vorzustellen, als hier zu lehren», schrieb er vergangenes Jahr anlässlich seines Ausscheidens aus dem Lehrbetrieb nach 58 Jahren.
«Einer der einflussreichsten Politikwissenschaftler der vergangenen 50 Jahre»
Huntingtons langjähriger Freund, der emeritierte Harvard-Wirtschaftsprofessor Henry Rosovsky, lobte ihn als «einen der einflussreichsten Politikwissenschaftler der vergangenen 50 Jahre». «Überall in der Welt studierten und diskutierten Menschen seine Gedanken», zitierte die Harvard-Website Rosovsky. Nach Angaben seiner Frau Nancy Arkelyan Huntington war Huntington zeitlebens ein Demokrat, hieß auf der Seite weiter.
Huntington soll den Angaben zufolge bei einer Trauerfeier im familiären Kreis auf Martha's Vineyard beigesetzt werden. (afp)

14:18
Bravo jpm, das trifft genau den Kern.
13:56
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
13:42
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
08:56
Es gibt keinen so unverrückbaren Wesenskenrn von Kulturen, der es verhindert, dass man aufeinander zugeht.
Würde ich in einem Land leben, das mich zu einem Menschen zweiter Klasse degradiert werden würde, dann wollte ich mit den Werten dieses Landes nichts zu tun haben wollen. Meine eigenen wären da besser. Warum sollte ich dann im Wettbewerb der Werte ohne Not mein Wertesystem gegen ein anscheinend schlechteres Wertesystem austauschen oder etwa anpassen sollen?
Wer mich ausgrenzt muss das schlechtere Wertesystem haben, denn sonst hätte er es nicht nötig mich und meinen wertvollen Beitrag für eine gemeinsame Zukunft auszugrenzen.
Da bleiben verschiedene Folgen:
Man wird von einem äußeren Wertesystem, dass sich unter Umständen verändert abgekoppelt, man bekommt also nicht direkt mit ob sich etwas verbessert oder verschlechtert.
Vielleicht wird man sogar noch wertekonservativer als vorher im Sinne von Werte wie Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit bewahrend oder man betreibt Eskapismus, weil man mit der Situation überrollt oder überfordert ist. (Ich will nicht wissen wie stark psychische Erkrankungen, Depresionen, Burnouts etc. zugenommen haben)
Aber es ist nicht die Gesellschaft, die einem abkoppelt, sondern gezielte Entscheidungen von Gesichtslos gemachten Politkern, die in irgend welchen Hinterzimmergesprächen solche Entscheidungen treffen, sowie Medien und Wirtschaft, die Menschen marginalisiert um sie als Negativbeispiel vorzuführen und sie an Einfluss in der Gesellschaft verlieren zu lassen.
Degradiert und rausgeschmissen ist das Ergebnis, wenn man eine neue Kultur des darwinistisch Stärksten als von Führung und Gottgegeben nicht akzeptiert.
Der Kampf der Kulturen ist kein Kampf der Völker - Es ist ein Kampf der Führer, zu deren eigenen Heil.
...und unsere machen da gehörig mit, so dass es nicht wirklich zum Dialog kommt.
01:31
und jetzt sind wir schon mittendrin...er hatte recht
00:40
Und seit Erscheinen falsch übersetzt ... es müsste eher Zusammentreffen, Aufprall der Kuluturen heissen. Der Kampf war nicht sein Hauptthema