US-Behörden verhindern mögliches Attentat auf das Kapitol

US-Präsident Obama warnt seit längerer Zeit vor Einzeltätern. Jetzt hatte offenbar ein 20-jähriger Mann einen Anschlag auf das Kapitol geplant.
US-Präsident Obama warnt seit längerer Zeit vor Einzeltätern. Jetzt hatte offenbar ein 20-jähriger Mann einen Anschlag auf das Kapitol geplant.
Foto: dpa
Schon seit langem warnt US-Präsident Obama vor gefährlichen Einzeltätern, die nicht an eine Terrorgruppe angeschlossen sind.

Washington.. Die US-Behörden haben einen jungen Mann festgenommen, der einen Anschlag auf das Kapitol in Washington geplant haben soll. Der 20-Jährige sei am Mittwoch gefasst worden, nachdem Informanten der Bundespolizei FBI mit ihm Kontakt aufgenommen hätten, teilte das Justizministerium mit. Der Beschuldigte habe ausgesagt, er habe Rohrbomben in der Nähe des Kapitols zur Explosion bringen und dann auf Angestellte des Kongresses schießen wollen.

Präsident Barack Obama warnt seit langem davor, die größte Terrorgefahr gehe von Einzeltätern aus, die ohne enge Beziehungen zu internationalen Terrororganisationen wie Al-Kaida zuschlagen - meist auf eigene Faust und mit selbst gebastelten Bomben. Erst am Vortag war die Anklage eines Mannes wegen Morddrohungen gegen den Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, publik geworden.

IS-Videos im Web veröffentlicht

Unklar war am Mittwoch, wie weit die Anschlagspläne des 20-Jährigen auf das Kapitol gediehen waren. Nach Angaben des Justizministeriums wurde der Beschuldigte festgenommen, nachdem er zuvor bereits Waffen und Munition gekauft hatte. Der Kongress ist der Sitz der beiden Parlamentskammern des Landes.

Die Bekanntgabe der vereitelten Attentatspläne schlug in den US-Medien zunächst keine hohen Wellen. Bereits in der Vergangenheit hatten die US-Behörden Anschlagspläne durchkreuzt, indem Agenten mit potenziellen Tätern Kontakt aufnahmen und diese so in die Falle lockten.

Wie das Ministerium weiter mitteilte, war der aus dem Bundesstaat Ohio stammende Mann zudem in sozialen Netzwerken aktiv. Dort veröffentlichte er demnach Videos zur Unterstützung der Terrormiliz Islamischer Staat.

Morddrohungen gegen Republikaner-Führer Boehner

Die Morddrohungen gegen den Republikaner-Führer Boehner hatte nach Medienberichten ein ebenfalls aus Ohio stammender Barkeeper im Country Club Boehners im vergangenen Oktober ausgestoßen. Der Mann habe geklagt, Boehner habe sich als Gast schlecht ihm gegenüber verhalten und sei verantwortlich für die Ebola-Epidemie.

Den Berichten zufolge wollte der Mann Boehner Gift in dessen Getränk schütten. Der Verdächtige, der seinen Arbeitsplatz als Barkeeper in dem Country Club verloren habe, wurde demnach bereits vergangene Woche angeklagt. Es werde geprüft, ob er geistig verwirrt sei. Boehner gilt als einer der einflussreichsten Republikaner in den USA. (dpa)

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE