Unruhen in Haiti - Rücktritt von Präsident Martelly gefordert

Wegen eines Streits zwischen Regierung und Opposition können die Parlamentswahlen auf Haiti nicht abgehalten werden. Demonstranten fordern den Rücktritt von Präsident Martelly.
Wegen eines Streits zwischen Regierung und Opposition können die Parlamentswahlen auf Haiti nicht abgehalten werden. Demonstranten fordern den Rücktritt von Präsident Martelly.
Foto: getty
Was wir bereits wissen
Kurz vor dem fünften Jahrestag des Erdbebens ist es in Haiti zu Protesten gekommen. Bei Straßenschlachten mit der Polizei wurde ein Mensch verletzt.

Port-au-Prince.. In Haiti haben Dutzende Menschen den zweiten Tag in Folge gegen die Regierung von Staatschef Michel Martelly demonstriert. Vor dem Parlamentssitz in der Hauptstadt Port-au-Prince kam es am Sonntagabend zu Straßenschlachten mit der Polizei, wie haitianische Medien berichteten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Haiti Press Network wurde mindestens ein Mensch durch ein Gummigeschoss verletzt. Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Präsident Martelly.

Die Proteste fanden kurz vor dem fünften Jahrestag des Erdbebens vom 12. Januar 2010 statt. Dem verarmten Karibikstaat droht eine Verschärfung der politischen Krise. Wegen eines anhaltenden Streits zwischen Regierung und Opposition können die seit 2011 überfälligen Parlamentswahlen nicht abgehalten werden.

Am Montag laufen die meisten Abgeordneten- und Senatorenmandate aus. Danach kann die Martelly-Regierung nur per Dekret regieren. Nach Angaben vom Rundfunksender Radio Metropole scheiterte am Freitag ein erneuter Verhandlungsversuch zwischen Martelly und mehreren Oppositionssenatoren, um eine Einigung auf Wahlen kurz vor der Parlamentsauflösung zu erzielen. (dpa)