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Unis schotten sich mit strengeren NCs vor Doppeljahrgang ab

18.02.2013 | 18:36 Uhr
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Unis schotten sich mit strengeren NCs vor Doppeljahrgang ab
Volles Haus. Manche Vorlesungen sind so überfüllt, dass die Studenten auf der Treppe sitzen müssen.Foto: dapd

Dortmund.   Die TU Dortmund verschärft den Zugang zum Lehramtsstudium. Ausgerechnet vor dem doppelten Abiturjahrgang möchte die Hochschule die Zahl der Studienplätze durch einen strengeren lokalen Numerus Clausus (NC) zurückfahren. Und auch an anderen NRW-Unis werden neue Zulassungsbeschränkungen eingeführt.

Ausgerechnet in einer Zeit, in der besonders viele junge Menschen im Ruhrgebiet ein Studium beginnen wollen, erschwert die Technische Universität (TU) Dortmund den Zugang zu sämtlichen Lehramtsfächern. Wie die TU bestätigt, soll zum Wintersemester 2013/14, wenn der doppelte Abiturjahrgang an die Hochschulen drängt , die Zahl der Studienplätze im Fach „Bildungswissenschaften“ zurückgefahren werden. Dies würde automatisch alle Lehramtsstudien außer Sonderpädagogik treffen.

Die Uni beteuert, keine andere Wahl zu haben. „In den vergangenen zwei Semestern haben sich viel mehr Studierende eingeschrieben als vorhergesagt worden waren. Das liegt unter anderem am Wegfall der Wehrpflicht. Wir sind unserem Soll schon weit voraus und haben die Bewerber aufgenommen. Aber nun reichen un­sere Kapazitäten bei den Bildungswissenschaften nicht mehr aus“, teilte die TU mit.

NRW-Wissenschaftsministerium entscheidet über Antrag der TU Dortmund

Im vergangenen Wintersemester hatten sich 1635 Studienanfänger für Bildungswissenschaften eingeschrieben. Zum nächsten Winter sollen es „deutlich weniger“ sein. Studentenvertreter fürchten ein „Runterfahren“ auf 1100 Einschreibungen. Das NRW-Wissenschaftsministerium bestätigt, dass ein entsprechender Antrag der TU Dortmund vorliegt. Entschieden werde darüber „frühestens Anfang April“.

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Das Deutsche Studentenwerk warnt: „Inzwischen hat über die Hälfte der 16.000 Studiengänge eine örtliche Zulassungsbeschränkung.“ Die Uni Köln etwa bietet 140 grundständige Studiengänge an; nur fünf ohne Zulassungshürde. Ansonsten gilt ein kompliziertes Auswahlverfahren.

Für Germanistik (Bachelor) benötigten Bewerber am Rhein zum Wintersemester 2012/13 entweder ein Abi von 1,7, vier Semester Wartezeit und einen Schnitt von 3,3 oder die Note 2,3 im Uni-internen Auswahlverfahren – vergleichbar mit der Uni Duisburg-Essen , die 117 Studiengänge bietet, von denen ab kommendem Wintersemester nur noch sechs statt 61 zulassungsfrei sind.

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Auch bei der beliebten Betriebswirtschaftslehre war die Eins vor dem Komma auf dem Abi­zeugnis unabdingbar: Der Campus Essen zählte 5048 Interessenten. Ein Schnitt von 1,9 reichte gerade noch. Köln forderte eine 1,2, nach drei Nachrückverfahren immer noch eine 1,7. An anderen Hochschulen ist die Situation vergleichbar.

Matthias Korfmann und Ingo Schmidt

Kommentare
20.02.2013
20:04
Unis schotten sich mit strengeren NCs vor Doppeljahrgang ab
von derbueffel | #24

Die Politik schaut tatenlos zu. Erst wird G8 durchgepeitscht und dann stehen die jungen leute da und drehen warteschleife nach warteschleife. Es ist unglaublich wie hier an Interessen des Volkes, an wissenschaftlichen erkenntnissen und an der nachwachsenden generation vorbei regiert wird.

20.02.2013
00:21
Mell234 | #22
von schRuessler | #23

Tatsächlich hätten die Unis weniger Probleme, wenn Kinder aus nicht so reichen Elternhäusern durch Studiengebühren vom Studieren abgehalten würden. Da wären dann doch schlagartig ein paar Plätze frei.

Oder wie darf man Ihren überaus geistreichen Beitrag verstehen?

19.02.2013
22:49
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Name von Moderation entfernt | #22

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

1 Antwort
Unis schotten sich mit strengeren NCs vor Doppeljahrgang ab
von Codemancer | #22-1

Freie Bildung für Alle... alles Andere ist hirnrissig, Mell234. Nur muss auch der Rahmen dafür geschaffen werden.

Ich selbst stamme aus einer bescheidenen Handwerkerfamilie, Habe aber dennoch (so wie Sie schreiben muss ja Gegenteilige Annahme bei Ihnen vorherrschen) einen recht hohen IQ vorzuweisen und zähle derzeit zu den Besten meines Ausbildungsganges in einem ziemlich anspruchsvollen Beruf. Yo, ich weiß, eigenlob stinkt, aber mich interessiert hierbei nur, ob ich für der/die/das Gute Mell234 kein Anrecht hatte auf eine anständige Bildung in Form von "Freibier" da meine Eltern es sich definitiv nicht leisten konnten.

19.02.2013
19:42
Unis und Abiturienten müssen ausbaden, was die Politik ihnen eingebrockt hat
von Zecke | #21

Es fehlen nicht nur Räume- und Personal. Bei den MINT Fächern fehlen Laborplätze mit teurer technischer Ausstattung. Diese Plätze waren auch vor dem jetzigen Engpass schon knapp und haben zu Zulassungsbeschränkungen geführt. Selbst die zugelassenen Studenten mussten oft um die vorhandenen Kapazitäten kämpfen.

Gleichzeitig wird immer wieder laut nach Naturwissenschaftlern, Technikern und Medizinern gerufen. Woher sollen die denn kommen, wenn an den Unis die Infrastruktur für ihre Ausbildung fehlt? Etwa aus dem Ausland - und der deutsche Nachwuchs kann sehen, wo er bleibt?

Am Bildungswillen der jungen Menschen fehlt es jedenfalls nicht!
Warum gehen Politiker so mit ihnen um und zerstören ihre die Zukunftschancen?


19.02.2013
19:02
Unis schotten sich mit strengeren NCs vor Doppeljahrgang ab
von sapperlott | #20

Aha, das ist also u.a. das Ergebnis von Frau Krafts präventiver Sozialpolitik?

1 Antwort
Nein!
von Tritt_Brettfahrer | #20-1

Das ist das Ergebnis der Bildungspolitik einer Gabriele Behler (SPD), einer Ute Schäfer (SPD), einer Barbara Sommer (CDU) und einer Sylvia Löhrmann (GRÜNE). Und das ist das Ergebnis der Sozialpolitik eines Wolfgang Clement (SPD), eines Peer Steinbrück (SPD), eines Jürgen Rüttgers (CDU) und auch – aber nicht nur – einer Hannelore Kraft (SDP).

19.02.2013
18:06
Unis schotten sich mit strengeren NCs vor Doppeljahrgang ab
von Ma3a | #19

Schotten sich ab? Wenn man noch mehr Leute studieren lässt ist der Abschluss bald wertlos! Je mehr Studenten desto schlechter die Bedingungen. Und wenn einer ein besseres Mittel kennt das Studium an diejenigen mit den besten Abschlusschancen zu geben das auch finanzierbar ist, dann bitte her damit

19.02.2013
17:51
Unis schotten sich mit strengeren NCs vor Doppeljahrgang ab
von Shy_Eye | #18

Ist doch immer das Selbe! Wenn Studiengebühren vorhanden sind und gezahlt werden fragen sich alle: Wie und wo wird innvestiert? - Denn viele Studenten haben von den Studiengebühren NICHTS gesehen. Es wurde weder in den Campus, noch anderweitig investiert.

Nun, jetzt wo die Studiengebühren abgeschafft wurden, meckern natürlich das Meisten und wollen die Studiengebühren wieder einführen.


NRW gibt einfach zu wenig Mittel für die Unis im Ruhrgebiet aus.

1 Antwort
Unis schotten sich mit strengeren NCs vor Doppeljahrgang ab
von DrDr | #18-1

Natürlich wurde das Geld investiert und die Studierenden haben sehr wohl gesehen, in welche Bereiche. Sie haben in den Fakultäten sogar selbst mitentschieden, welche Investitionen getätigt wurden. Übrigens, rund dreiviertel der Gelder ging in fie Personalausstattung, die jetzt natürlich fehlt.

19.02.2013
17:36
Unis schotten sich mit strengeren NCs vor Doppeljahrgang ab
von klli | #17

Wie bitte? Wir brauchen doch Fachkräfte aus dem Ausland.

Macht euer Studium in den Niederlande, kostet aber ca. 1700,- im Jahr

19.02.2013
17:30
DrDr | #15
von schRuessler | #16

Mit Hilfe von Studiengebühren häötte man den Pöbel, der sich ein Studium nicht leisten kann, von den Unis fernhalten können. Dann hätten wir die Überfüllung nicht.

Im Ernst: Warum sollen die Studenten bzw deren Eltern die Zeche für gigantische Fehlplanungen zahlen?

2 Antworten
Unis schotten sich mit strengeren NCs vor Doppeljahrgang ab
von DrDr | #16-1

Mal ganz im Ernst, warum sollen Studenten nicht für ihre Superausbildung zahlen?

DrDr | #16-1
von schRuessler | #16-2

Weil Studenten kein Geld haben und die Studiengebühren von den Eltern aufgebracht werden müssen.

19.02.2013
17:10
Unis schotten sich mit strengeren NCs vor Doppeljahrgang ab
von DrDr | #15

Mit Hilfe von Studiengebühren hätte man recht einfach von Seiten der Universitäten auf die erhöhte Kapazitätsauslastung reagieren können. So ist man nun vom Etat des Landes abhängig, und wie der aussieht, wissen wir ja alle. Zudem sehe ich keinen politischen Willen, die Grund-Finanzierung der Universitäten in NRW endlich an den realen Gegebenheiten anzupassen.

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