Ungarns Premier Orban hofiert Wladimir Putin

Budapest..  Ungarn rüstet sich zu einem hohen Besuch mit massiven Sicherheitsvorkehrungen. Am Dienstag wird der russische Präsident Wladimir Putin in der ­ungarischen Hauptstadt erwartet. Sein Gastgeber, der rechtskonservative Ministerpräsident Viktor Orban, nannte ihn einen „umstrittenen, aber auch anerkannten Akteur der euro­päischen Politik“.

Vordergründig geht es bei Putins Besuch an der Donau um Gaslieferungen. Ungarn bezieht rund 60 Prozent seines Gasbedarfs von der östlichen Großmacht. Doch zugleich hat der Besuch eine fragwürdige Symbolwirkung. Seit der Annexion der Krim wird Putin erstmals ein Nato-Land besuchen. Orban, einst ein ­glühender Antikommunist, fährt seit seiner Wahl 2010 zum Ministerpräsidenten gegenüber Putin einen seltsamen Kuschelkurs.

Trotz neuer Möglichkeiten bei den Erdgas-Importen stellt Orban die Energieabhängigkeit von Russland als eine naturgegebene Größe dar.

In ihrer Politikauffassung sind sich Orban und Putin nicht völlig ­unähnlich. Während der Russe die „gelenkte Demokratie“ propagiert, hat der Ungar die „illiberale Demokratie“ für sich entdeckt. Dafür ­hatte Orban heftige Kritik von den Partnerländern in der EU auf sich ­gezogen. Der 51-Jährige pflegt einen autokratischen Regierungsstil und hat unter anderem die Pressefreiheit in Ungarn beschnitten.