Unfallflucht auf neuem Höchststand

Verkehrsexperten schlagen Alarm. Die Zahl der Fälle von Unfallflucht hat nach einem kontinuierlichen Anstieg in den vergangenen fünf Jahren einen neuen Höchststand erreicht. Der Autoclub von Europa ermittelte bei den Polizeibehörden der Länder für das vergangene Jahr erstmals mehr als eine halbe Million Anzeigen von Geschädigten. Nach den jüngsten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamt, die der WAZ vorliegen, wurden im Jahr 2013 mit 37 000 Personen wieder zwei Prozent mehr überführte Flüchtige in das Zentralregister in Flensburg neu eingetragen.

Nach den offiziellen Zahlen entfernt sich inzwischen bei mehr als jedem fünften Unfall der Verursacher vom Tatort. Dazu kommt die Dunkelziffer nicht angezeigter Fälle. Hochrechnungen gehen davon aus, dass es inzwischen in Deutschland jedes Jahr über eine Million Fälle von Fahrerflucht gibt.

Experten sehen mehrere Gründe für den unaufhaltsamen Anstieg. Der verkehrspsychologische Gutachter Ulrich Höckendorf von der Dekra in Moers sieht neben einem allgemeinen Rückgang der Verkehrsmoral einen Grund in der Überalterung. Gerade ältere Männer würden dazu neigen, nach Unfällen zu flüchten.