UN-Soldat durch israelischen Beschuss im Südlibanon getötet

Truppen auf den Golanhöhen, an der Grenze zu Syrien: Ministerpräsident Netanjahu warnt Nachbarn "an allen Fronten".
Truppen auf den Golanhöhen, an der Grenze zu Syrien: Ministerpräsident Netanjahu warnt Nachbarn "an allen Fronten".
Foto: imago
Was wir bereits wissen
An Israels Grenze zum Südlibanon sind die schwersten Kämpfe seit dem Krieg im Jahre 2006 ausgebrochen. Auch ein UN-Soldat ist getötet worden.

Beirut.. Bei dem schwersten Zwischenfall an Israels Grenze zum Libanon seit fast einem Jahrzehnt ist am Mittwoch ein UN-Blauhelmsoldat getötet worden. Israels Armee feuerte mit Artillerie in das libanesische Grenzgebiet, nachdem ein israelisches Militärfahrzeug von einer Panzergranate getroffen worden war. Dabei gab es auf israelischer Seite mehrere Opfer, wie ein Armeesprecher bestätigte. Für Berichte über Tote auf israelischer Seite gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Zu dem Angriff bekannte sich die libanesische Hisbollah-Miliz.

Israels Armee reagierte auf die Attacke auf den Konvoi, indem sie Dutzende Geschosse auf libanesisches Gebiet abfeuerte. Dabei wurde ein UN-Blauhelmsoldat getötet, bestätigte UN-Sprecherin Andrea Tennet der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

Hisbollah-Miliz bekennt sich zu Angriff

Militante Libanesen hätten auch israelische Militärstützpunkte nahe Har Dov und Hermon mit Mörserfeuer belegt, sagte Armeesprecher Peter Lerner. Das Skigebiet rund um den Berg Hermon im israelisch besetzten Teil der syrischen Golanhöhen wurde evakuiert. Israel reagierte wiederum mit Luftangriffen auf den Südlibanon.

Artilleriefeuer Der israelische Rundfunk berichtete, es handele sich um den schlimmsten Vorfall seit dem Zweiten Libanonkrieg im Jahre 2006. Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.

Ministerpräsident Netanjahu: "an allen Fronten vorbereitet"

Die libanesische Hisbollah-Miliz teilte mit, es handele sich um Vergeltung für einen Luftangriff auf den syrischen Golanhöhen am 18. Januar. Bei dem Angriff, der Israel zugeschrieben wird, waren am 18. Januar ein iranischer General und mindestens sechs Hisbollah-Kämpfer getötet worden.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte am Mittwoch "jeden, der uns an der Nordgrenze herausfordern will". Er verwies dabei auf das israelische Vorgehen während des Gaza-Kriegs im vergangenen Sommer. "Die (radikalislamische) Hamas hat im letzten Sommer den härtesten Schlag seit ihrer Gründung erlitten und die israelische Armee ist darauf vorbereitet, an allen Fronten mit aller Macht vorzugehen", sagte Netanjahu bei einem Besuch in der Grenzstadt Sderot am Rande des Gazastreifens. Die radikal-islamische Hamas, die im Gazastreifen herrscht, begrüßte den Angriff auf das Militärfahrzeug im Norden.

In Israels Nordregion gibt es seit Tagen Spannungen. Am Dienstag waren zwei Raketen aus Syrien auf den von Israel besetzten Golanhöhen eingeschlagen. Die israelische Armee reagierte darauf mit Beschuss syrischer Militärziele. (dpa)