UN-Klimachef nimmt seinen Hut
18.02.2010 | 19:51 Uhr 2010-02-18T19:51:00+0100
Essen.Vehement hatte er vor der Klimakonferenz von Kopenhagen die 192 Staatschefs in die Pflicht genommen. Auf Punkt und Komma müsse die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen verpflichtend festgelegt werden. Yvo der Boer, Chef des Klimasekretariats der Vereinten Nationen, sagte über sich: „Ich bin nicht der Typ, der bei Klimaverhandlungen den Kaffee und die Sandwiches bringt.“
Der Klimagipfel im Dezember ist bekanntlich gescheitert, er endete mit einer rechtlich unverbindlichen Erklärung. „Flopenhagen“, maulten Kritiker anschließend und machten für das Scheitern den Niederländer de Boer, der die Konferenz geleitet hatte, mitverantwortlich.
Zwei Monate später nimmt de Boer, der das in Bonn ansässige UN-Klimasekretariat seit 2006 leitete, überraschend seinen Hut. Einen direkten Zusammenhang bestreitet er, Kopenhagen sei kein Grund für seinen Rücktritt gewesen. Den Schritt habe er bereits zuvor geplant.
In einer Erklärung sprach de Boer von einer schweren Entscheidung, doch suche er eine neue Herausforderung: Der Klimadiplomat wechselt in die Privatwirtschaft und wird ab Juli die Unternehmensberatung KPMG in Umweltfragen beraten. Ein Seitenwechsel? De Boer winkt ab: „Ich war immer der Ansicht, dass Politik zwar den Rahmen absteckt, aber die wirklichen Lösungen von Unternehmen kommen müssen.“ Es sei wichtig, weiter für eine Welt mit weniger Treibhausgasen zu kämpfen, so de Boer. „Wir brauchen neue Partnerschaften mit der Privatwirtschaft. Und ich habe jetzt die Gelegenheit, dabei zu helfen, damit das passiert.“
Bis dahin werde er noch die UN-Zwischenkonferenz Ende Mai in Bonn vorbereiten. Hier soll der Fahrplan für den Weltklimagipfel Ende des Jahres in Mexiko ausgehandelt werden, wo ein verbindliches Folgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll verabschiedet werden soll.

19:49
gut so, weg mit dem lügenbaron.