Das aktuelle Wetter NRW 6°C
Syrien

UN-Beobachter besuchen Ort von jüngstem Massaker in Syrien

14.07.2012 | 15:02 Uhr
Funktionen
UN-Beobachter besuchen Ort von jüngstem Massaker in Syrien
Berichten zufolge handelte es sich bei den meisten Opfern in Treimsa um Aufständische, die zuvor einen Armeekonvoi angegriffen hatten. Aktivisten sprachen von dutzenden Rebellen, die in der mehrheitlich sunnitischen Kleinstadt standrechtlich erschossen worden seien. Foto: afp

Damaskus  UN-Beobachter haben am Samstag den Ort des jüngsten Massakers in Syrien besucht. In der Kleinstadt Treimsa in der Provinz Hama sollen am Donnerstag mindestens 150 Menschen durch die Armee und verbündete Milizen getötet worden sein. Die UN-Beobachter hätten die "bombardierten Gebäude und die blutbefleckten Orte" angeschaut.

Die in Syrien stationierten UN-Beobachter haben am Samstag den Ort des jüngsten Massakers besucht. Die Kontrolleure seien in der Kleinstadt Treimsa in der Provinz Hama gewesen, wo Aktivisten zufolge am Donnerstag mindestens 150 Menschen durch die Armee und verbündete Milizen getötet wurden, teilte eine Sprecherin der Mission mit. Ein Aktivist in der nahegelegenen Stadt Hama sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Beobachter hätten die "bombardierten Gebäude und die blutbefleckten Orte" angeschaut.

300 UN-Beobachter in Syrien

Der Leiter der UN-Beobachtermission, Robert Mood, hatte am Freitag gesagt, im Fall eines örtlichen Waffenstillstands seien die Kontrolleure bereit, sich nach Treimsa zu begeben. Er verwies darauf, dass die Mission wegen der Gefahr für die Mitarbeiter zwar seit dem 15. Juni ausgesetzt sei. Allerdings seien rund 300 Beobachter weiterhin in den Regionen präsent und würden von dort aus die Ereignisse verfolgen. Nach Angaben von Mood verfolgten Beobachter die Gefechte um Treimsa aus einer Entfernung von fünf bis sechs Kilometern.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren in Treimsa am Donnerstag mindestens 150 Menschen getötet worden. Berichten zufolge handelte es sich bei den meisten Opfern um Aufständische, die zuvor einen Armeekonvoi angegriffen hatten. Aktivisten sprachen von dutzenden Rebellen, die in der mehrheitlich sunnitischen Kleinstadt standrechtlich erschossen worden seien. Zahlreiche Zivilisten seien zudem beim Versuch, über die Felder zu entkommen, getötet worden. Neben der Armee sollen auch Milizen aus nahegelegenen alawitischen Dörfern beteiligt gewesen sein.

UN-Generalsekretär warnt vor Untätigkeit in Syrien-Konflikt

Nach dem erneuten Massaker in Syrien hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Staatengemeinschaft eindringlich zum Handeln aufgefordert. Sollte der UN-Sicherheitsrat den Druck auf die Führung in Damaskus nicht erhöhen, wäre dies eine "Lizenz für weitere Massaker", warnte Ban am Freitag. Am Samstag begaben sich UN-Beobachter nach Treimsa, wo Aktivisten zufolge am Donnerstag mindestens 150 Menschen getötet worden waren.

Der UN-Sicherheitsrat müsse eine "starke Botschaft" aussenden , dass Verstöße gegen den Friedensplan des internationalen Sondergesandten Kofi Annan "ernsthafte Konsequenzen" hätten, sagte Ban. Mit Blick auf das Massaker in der Kleinstadt Treimsa in der Provinz Hama, bei dem Aktivisten zufolge am Donnerstag mindestens 150 Menschen durch die Armee und verbündete Milizen getötet worden waren, sprach Ban von "entsetzlichen Massentötungen".

Frankreichs Staatschef François Hollande sagte, er habe seinen russischen Kollegen Wladimir Putin gewarnt, dass Russland mit der Blockade im UN-Sicherheitsrat eine politische Lösung erschwere und damit einen "Bürgerkrieg in Syrien" riskiere. Zuvor hatte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sein Bestürzen und Entsetzen über das Massaker geäußert. Zahlreiche weitere Staatsführer verurteilten die Taten.

Sturm der Syrischen Armee auf Cherbet Ghasale

Unterdessen stürmte die Armee die Ortschaft Cherbet Ghasale in der südlichen Provinz Daraa. Wie ein Aktivist, der sich als Bajan Ahmed vorstellte, sagte, wurde die Ortschaft zunächst aus Helikoptern beschossen, bevor hunderte Soldaten und Milizionäre unterstützt von Panzern in die Siedlung eindrangen. Sie seien auf keinen Widerstand gestoßen, da die Kämpfer der aufständischen Freien Syrischen Armee die Stadt bereits verlassen hatten.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London erklärte, am Samstag seien landesweit 28 Menschen getötet worden, darunter 13 Zivilisten, neun Rebellen und sechs Soldaten. Die Opferzahl für Freitag gab die Organisation mit 118 an, darunter 49 Zivilisten, 37 Soldaten und 32 Aufständische.

Die meisten Opfer gab es der Beobachtungstelle zufolge am Samstag beim Beschuss der Rebellenhochburg Homs sowie in Duma nahe der Hauptstadt Damaskus, wo im Morgengrauen sieben Zivilisten beim Einschlag einer Granate in ihrem Haus getötet worden seien. Bei Gefechten in der nördlichen Provinz Aleppo an der Grenze zur Türkei seien zudem sechs Aufständische und fünf Soldaten getötet worden. (afp)

Kommentare
15.07.2012
12:54
UN-Beobachter besuchen Ort von jüngstem Massaker in Syrien
von Emil1972 | #2

1. Russland ist der wichtigste Verbündetete Syriens und blockiert deshalb genauso wie China UN-Resolution.
2. Syrien ist arm an Bodenschätzen (m.W.) , daher uninteressant für die USA
3. Ein Eigreifen würde zu einem Krieg führen, da sich in unmittelbarer Nachbarschaft Israel, der Irak/Iran und auch die Türkei befinden. Und soo blöd ist noch nicht mal der Ami.
Das Ende des Liedes: Westerwilli verurteilt die Gewalt, Unschuldige sterben und falls Assad gestürzt wird entsteht ein weiteres Machtvakuum, genauso wie im Irak. Dann entsteht eine weitere Brutstätte für Al Kaida und Co. Aber das wird man halt in Kauf nehmen müssen.

15.07.2012
09:31
UN-Beobachter besuchen Ort von jüngstem Massaker in Syrien
von ratzefummel | #1

da sterben menschen,unschuldige kinder,wo bleiben die retter.warum ist das so gefährlich da einzu greifen???? wer verdient sich da wieder eine goldene nase?

nur ansehen nützt garnichts.........

Aus dem Ressort
Russland macht Unterstützung der Separatisten offiziell
Ukraine-Krise
Während Kiew die Feuerpause für Waffenkäufe nutzen soll, macht Russland die Unterstützung der abtrünnigen Gebiete in der Ostukraine offiziell.
IS-Miliz soll in Syrien 100 "Abtrünnige" getötet haben
Hinrichtungen
Die Terrormiliz "Islamischer Staat" soll mehr als 100 ausländische IS-Kämpfer getötet haben, die in ihre Heimatländer zurückkehren wollten.
Weise: Nach zehn Jahren größte Hartz-IV-Schwächen überwunden
Hartz IV
Es war die größte Sozialreform in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Zum Start von Hartz IV lief vieles nicht rund, gibt Bundesagentur-Chef Weise zu.
SPD-Bundesvize: "Pegida"-Anhänger keine "arglosen Bürger"
"Pegida"
Juden und Christen stellen sich an die Seite der von Islamfeinden der umstrittenen "Pegida"-Bewegung angegriffenen Muslime in Deutschland.
Ethikrat lehnt organisierte Selbsttötung grundsätzlich ab
Sterbehilfe
Der Deutsche Ethikrat hat sich im Grundsatz gegen eine ärztlich assistierte Selbsttötung ausgesprochen. Röspel: Hospize und Palliativvorsorge stärken
Fotos und Videos
Sakurai und Co.
Bildgalerie
Fotostrecke
Familie Al Sari floh in den Libanon
Bildgalerie
Spendenaktion