Umzug aus Angst vor Attentat abgesagt

Braunschweig/Hagen..  Die Angst vor Terroranschlägen erfasst den Karneval. Gestern wurde der Umzug in Braunschweig kurz vor dem Start wegen Hinweisen auf ein mögliches Attentat abgesagt.

Aus „zuverlässigen Staatsschutzquellen“ sei bekannt geworden, dass „eine konkrete Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischem Hintergrund“ vorliege, erklärte die Polizei. Die Hinweise beruhten auf Ermittlungen. „Es handelte sich nicht um eine SMS oder einen Drohanruf.“ Zum Braunschweiger Karneval waren 250 000 Besucher erwartet worden.

Viele Karnevalisten in Braun- schweig reagierten enttäuscht. Oberbürgermeister Markurth (SPD) sagte, dies sei „ein trauriger Tag für unsere demokratische Gesellschaft“. Aber: „Die Einschätzung der Polizei ließ eine andere Entscheidung nicht zu.“

Heute werden unter anderem in Köln, Düsseldorf und Mainz Hunderttausende bei Straßenumzügen erwartet. Sie sollen trotz der Ereignisse in Kopenhagen und Braunschweig stattfinden, so die Behörden. Das NRW-Innenministerium sieht keine veränderte Sicherheitslage. „Niemand sollte sich den Spaß an Karneval verderben lassen“, sagte ein Sprecher von Innenminister Jäger (SPD).

In Menden bewachten gestern deutlich mehr Polizisten als üblich den Umzug. Zwei „Charlie Hebdo“-Motivwagen hatten bereits im Vorfeld eine Debatte ausgelöst. Zu Zwischenfällen kam es nicht.