Umworbene Lehrlinge - von Jutta Bublies
22.08.2010 | 18:15 Uhr 2010-08-22T18:15:00+0200Die Jugend und der deutsche Arbeitsmarkt. Ein Thema, bei dem es nicht eine Wirklichkeit für alle gibt. Davon wissen all die ein Lied zu singen, die nach Schule oder Hochschule ihren Platz im Arbeitsleben suchen.
Die einen erleben, dass sie sich trotz guter Vor- oder Ausbildung Absage für Absage einhandeln. Die anderen haben offenbar den falschen Berufswunsch, zu schlechte Noten oder Defizite im Sozialverhalten. Und die, die den Einstieg ins Arbeitsleben schaffen, erleben nicht selten, dass sie zu deutlich schlechteren finanziellen Konditionen starten als Kollegen noch vor zehn Jahren, dass es nur befristete Verträge oder Teilzeitangebote gibt.
Für Dauerfrust gibt es jedoch keinen Grund, wie Arbeitsmarkt-Experten betonen. Sie verweisen auf die demografische Entwicklung: Immer mehr Alte, immer weniger Junge. In Zukunft werden die Betriebe um den Nachwuchs konkurrieren müssen und ihm attraktive Angebote unterbreiten.
In manchen Branchen tun sie es heute schon. Siehe Handwerk, das aufgrund eines Imageproblems und der Vorliebe junger Menschen für Bürojobs seine künftigen Gesellen jetzt im Ausland sucht. Nicht zu vergessen die Unternehmen, die Ingenieure aus der Rente zurück an den Schreibtisch bitten. Weil sich niemand findet, der die Arbeit erledigt, die man nicht der Konkurrenz überlassen möchte.

16:20
Umworbene Lehrlinge?
Hatten wir alles schon. Ich denke da an die Zeit zwischen 1962 und 1970. Da hatte man als Hauptschüler die große Auswahl und die Firmen rannten einem die Bude ein.
Da wurde mein Bruder und seine Freunde schon auf dem Schulhof von Arbeitgebern angesprochen.
Konnte man allerdings mit diesem Schulabschluss auch noch Elektriker, Betriebschlosser und sogar Bankkaufmann werden.
Arbeitslose Jugendliche gab es zu dieser Zeit nicht, oder zumindest kaum.
Da gingen sogar viele mit Schulabschluss sofort als Arbeiter in die Fabrik um richtig Geld zu verdienen.
Das ist doch in dieser Zeit gar nicht mehr möglich. Wenn doch, dann zu Hungerlöhnen, weil harte, körperliche Arbeit in dieser Gesellschaft einen Dreck zählt.
21:04
Mir kommen nur deutsche Handwerker ins Haus. Sonst gibt es keinen Auftrag. Ende. Wir haben Millionen Deutsche ohne Arbeit. Und da soll sich die Politik kümmern, und nicht nur labern wie Leyen und Co.