Kinderpornografie
Umstrittene Internet-Sperren sind jetzt Gesetz
19.06.2009 | 07:36 Uhr 2009-06-19T07:36:00+0200
Berlin. Der Bundestag hat das umstrittene Gesetz zur Sperrung von Kinderpornografie im Internet verabschiedet. Nutzer in Deutschland sollen künftig ein Stoppschild sehen, wenn sie eine gesperrte Seite anklicken. Kritiker sehen darin den Anfang einer umfassenden Internetzensur.
Der Kampf gegen Kinderpornografie im Internet bekommt eine rechtliche Grundlage. Der Bundestag verabschiedete am Donnerstag einen Gesetzentwurf, der Anbieter von Internetzugängen dazu verpflichtet, den Zugriff auf solche Inhalte zu erschweren. 389 Abgeordnete stimmten für das Gesetz, 128 dagegen. 18 enthielten sich. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wertete das Gesetz als klares gesellschaftliches Signal für die Rechte der Kinder. Kritisch äußerte sich dagegen der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar. Er sprach von einer «Hauruckaktion» und warnte vor einer möglichen Ausweitung der Internet-Sperren auf andere Bereiche.
Was zu sperren ist, bestimmt laut Gesetzentwurf das Bundeskriminalamt (BKA). Nutzer, die künftig Seiten mit Kinderpornos aufrufen wollen, stoßen auf eine Stopp-Meldung. Die Seiten bleiben weiterhin im Netz, nur der Zugriff wird blockiert.
Kritiker fürchten Anfang einer umfassenden Zensur
Anders als zunächst geplant dürfen die Strafverfolgungsbehörden die anfallenden Nutzerdaten nicht zur Ermittlung nutzen. Auch zivilrechtliche Ansprüche gegen die Anbieter von Internet-Zugängen, die einschlägige Seiten sperren, sind nicht mehr vorgesehen. Ein unabhängiges Expertengremium, das bei Schaars Dienststelle eingerichtet wird, soll die Sperrliste regelmäßig kontrollieren. Wenn das Gremium mehrheitlich gegen eine Sperrung votiert, muss diese Seite aus der Liste genommen werden.
Das Gesetz ist laut Entwurf befristet und tritt Ende 2012 wieder außer Kraft. Ursprünglich sollten die Schritte über eine Änderung des Telemediengesetzes durchgesetzt werden. Nun ist es als eigenständiges Gesetz konzipiert.
Die Regelungen sind umstritten. Kritiker befürchten, die Seitensperrungen könnten erst der Anfang einer umfassenden Internetzensur sein. Zweifel gibt es auch an der Effektivität der Internet-Blockaden.
"Gravierende Änderung unserer Medienordnung"
Auch Schaar wies auf die Gefahr hin, dass die Internet-Sperren auf andere Bereiche übertragen werden könnten. Es gehe um «eine sehr gravierende Änderung unserer Medienordnung - und dabei liegt es auf der Hand, dass derartige Sperrmechanismen später einmal auch bei vergleichbaren Zwecken genutzt werden könnten», sagte er.
Der Datenschützer kritisierte, das Gesetz sei in einer Art «Hauruckaktion» entstanden, «ohne dass eine ausführliche Beratung der Regelungen möglich gewesen wäre». Zudem habe er inhaltlich «insbesondere ein Problem mit der offenbar erst sehr spät gefundenen Vorgabe, ein Kontrollgremium einzurichten, das in meiner Dienststelle angesiedelt ist und dessen Mitglieder ich zu benennen habe - nach welchen Kriterien auch immer». Schaar sagte, es sei «eine völlig wesensfremde Funktion», die ihm da zugewiesen werden solle.
Von der Leyen wies die Vorbehalte zurück. «Es ist zynisch, in diesem Zusammenhang von Zensur zu sprechen, denn Vergewaltigungen von Kindern können nicht etwas sein, das in der Massenkommunikation zugänglich ist», sagte sie. Die Ministerin betonte auch, dass die Daten von Besuchern der mit einem Stoppschild gekennzeichneten Webseiten nicht gespeichert würden. «Hier soll kein Generalverdacht ausgesprochen werden», sagte sie. Es gebe immerhin auch viele, die zufällig auf diese Seiten gerieten. Vielmehr soll die Sperrung «präventiven Charakter» haben, damit Menschen gar nicht erst in den Bereich der Kinderpornografie hineingerieten. (ddp)

15:36
Lasst uns aus provokation die Pornoseiten suchen und besuchen!!
Schliesslich wollen die beschäftigt werden!
12:18
Mit dem Stopp-Schild wird das Übel nicht bei der Wurzel bekämpft!!!
14:04
Dass das Ganze eine Mogelpackung ist, sieht man doch schon auf dem oben abgebildeten Foto!
Auf dem Wisch, welchen unsere leyenhafte Bimberella und der Jörch Zecke hochhalten, kann ich noch nicht mal das Kleingedruckte erkennen!
Typisch für den Verein!
09:14
hmmm...diese sperre is absolut sinnlos.
solche angebote liegen meistens auf ausländischen servern...und auf diese komme ich locker durch eine einstellungsänderung in den internetoptionen.
selbst das BKA schüttelt über diese aktion nur den kopf....und die werden wohl besser wissen wieso.
aber die regierung brauch wohl ein erfolgspapier was sie dann nach der wahl hoch halten kann...als arbeitsnachweis.
03:57
@33
was ist den dsl tunnel???
naja, ich weis was tuneling ist, nun ich kann dir aber auch sagen, allzu viele macht ein Server nicht mit, schon gar nicht deine seltsame Überlegungen!
16:10
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17:49
das gesetz ist die verdummung überhaupt!
eine internetsperre nur in de ist wie eine grenze die das wetter aufhalten soll.
jeder mittelmäßige pc nutzer kann solche sperren umgehen.
der umweg zum produkt führt über das ausland via dsl tunnel.
reimport für perverse.
anstatt gegen diese kranken und oder kriminellen massiv vorzugehen wird mal wieder blinder aktionismus demmonstriert.
denn das ist einfacher und billiger als der polizei das personal und die nötigen mittel zu verschaffen
aber man tut ja was?
13:50
vielleicht haben die Parteien nebst ihrer 6 Millionen Mitglieder vor langer Zeit beschlossen ,dass der Rest der Bürger die Kinder der Nation sind.
21:30
......was passiert eigentlich wenn der Provider den Port 53 sperrt?
11:02
..... und hier noch ein Nachtrag ....
Wer hat wie gewählt ... http : //
www.bundestag.de/parlament/plenargeschehen/abstimmung/20090618_kinderpornografie.pdf
und am Samstag Demo in DD siehe http://www.loeschenstattsperren.de/