Umstrittene Gesundheitskarte kommt ab 1. Oktober
27.08.2009 | 13:23 Uhr 2009-08-27T13:23:00+0200
Essen. Nach langen Vorbereitungen und immer wieder neuen Verzögerungen steht die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte nun unmittelbar bevor. Neun Millionen Versicherte in NRW bekommen ab 1. Oktober die neuen Karten. Doch bei Ärzten ist sie nach wie vor umstritten.
Rund neun Millionen gesetzlich Versicherte im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein erhalten nach dem 1. Oktober die elektronische Gesundheitskarte, die später einmal elektronische Patientendaten speichern und Aufwand in Arztpraxen sowie bei Krankenversicherungen sparen soll. Elektronische Patientenakte, Speicherung von Notfalldaten, Online-Rezepte – alles das, was zuletzt für große Debatten bei Ärzten und Patienten sorgte, bleibt aber zunächst Zukunftsmusik.
Die Karte solle in ihren Funktionen Schritt für Schritt freigeschaltet werden, hieß es bei der Techniker Krankenkasse NRW, die gestern ihre Vorbereitungen vorstellte. Zunächst seien nur die Stammdaten gespeichert wie etwa Adresse oder Versichertenstatus; die Karte sei deshalb vorerst genauso zu benutzen wie die bisherige Versichertenkarte.
"Missbrauch bei Behandlungen eindämmen"
Einen wesentlichen Unterschied gibt es aber, : Die elektronische Gesundheitskarte verfügt über ein Foto des Versicherten. „Allein das wird den Missbrauch bei Behandlungen schon eindämmen", meint Dr. Leonard Hansen, Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Der Bezirk (die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln) ist bei der Karte Vorreiter; nach und nach soll das ganze Bundesgebiet folgen.
In der Ärzteschaft gibt es offenbar weiter erhebliche Vorbehalte gegen die elektronische Gesundheitskarte, von Sicherheitsbedenken ist immer wieder die Rede. Bis dato haben erst 31 Prozent Praxen in Nordrhein die neuen Lesegeräte angeschafft, Ärztechef Hansen hofft, dass es rasch mehr werden. Er wie auch Staatssekretär Walter Döllinger vom NRW-Gesundheitsministerium, verteidigten die neue Technik gestern vehement.
Wichtig für Versicherte: Die alten Versichertenkarten bleiben gültig und sollten, so empfehlen es Ärzte- und Kassenvertreter, trotz der neuen Karte unbedingt aufbewahrt werden – zum Beispiel für den Fall, dass eine Praxis noch nicht über ein Lesegerät die elektronischen Gesundheitskarten verfügt.
Alle Karten haben den gleichen Stand
Bei den einzelnen Kassen sind die Vorbereitungen zur neuen Gesundheitskarte unterschiedlich weit gediehen. Neben der Techniker Krankenkasse, die jetzt ihre Versicherten anschreibt und um Passfotos bittet, haben sich auch die AOK und mehrere Betriebskrankenkassen klar auf die Ausgabe der neuen Karten ab dem 1. Oktober öffentlich festgelegt, hieß es auf NRZ-Nachfrage bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Andere Kassen würden folgen.
Bei der Entwicklung der neuen Karte haben sich die gesetzlichen Kassen ohnehin abgestimmt. Jede Karte, egal wo man versichert sei, habe den gleichen technischen Standard, hieß es gestern bei der Techniker Krankenkasse. Als erste neue Funktion, die freigeschaltet wird, ist die Online-Aktualisierung der Versichertenstammdaten im Gespräch, möglich wohl ab Sommer oder Herbst 2010. Soll heißen: Bei einem Arztbesuch erfolgt über Karte und Lesegerät eine Online-Abfrage bei der Versicherung; etwaige Änderungen, z. B. beim Versichertenstatus, würden dann automatisch aktualisiert.

16:19
Anscheinend braucht man dringend eine Erfolgsmeldung bei der elektronischen Gesundheitskarte.
Anders kann ich mir nicht erklären, warum jetzt entgegen allen Argumenten diese ungeprüften Bilder einsammelt werden.
Selbst die Zulassung eines KFZ ist sicherer, denn da prüft jemand von Amts wegen meine Angaben.
Aber ausgerechnet beim eigentlich hochsensiblen Thema „Gesundheitsdaten“ pfeift man auf dieses eigentlich selbstverständliche Sicherheitsmerkmal.
09:53
Dr. Seltsam hat recht, so wie die TK und wohl auch andere Kassen das Bild anfordern, nutzt es gar nichts! Das hat auch der Datenschützer am 3.6.09 in der Tagesschauf um 17:00 angemahnt und gefordert, dass die Kassen sicherstellen müssen, dass das Foto auch zur Person gehört.
Offensichtlich ignoriert das die TK.
Alle Parteien außer der SPD fordern eine Neubewertung des Projektes und dass der Datenschutz eingehalten wird. Das ist mit dem Verfahren der TK definitiv nicht der Fall. Alle Verschlüsselungsverfahren sind sofort hinfällig, wenn auch nur ein einziges Mal das Verfahren geknackt wird. Mit der Bildbeschaffung der TK ist es grundsätzlich nicht möglich sicherzustellen, dass das Bild zur Person auch wirklich gehört. Wie soll so ein Verfahren dann den Datenschutz einhalten???
Die TK hofft, dass das Bild zur richtigen Person gehört und setzt auf Ehrlichkeit.. Das ist genauso wie die Beantwortung der Frage: Ist das ihre Gesundheitskarte
Für die Versicherten, die ehrlich sind, braucht man kein Bild und für die, die Missbrauch begehen, ist diese Verfahren ein Witz.
Und dann sollen die Ärzte anhand der Bilder die Versicherten identifizieren und somit das ausbaden, was die Kassen angerichtet haben.
Man kann nur hoffen, dass viele Versicherte rasch , gerade auch durch die Medien, über diesen Unsinn aufgeklärt werden und kein Bild einschicken. Auch der Datenschützer ist gefordert, diesen Unsinn zu stoppen.,
Mit dieser Methode werden sowohl auf Seiten der Versicherten als auch auf Seiten der Kassen Millionen verschwendet. Da ist ein geklauter Dienstwagen nix dagegen.
07:04
Die Kassen Bitten ja nur um das Foto.... die Parteien bitten mich auch,ihr meine Stimme zu geben.
Auf Bitten muss ich aber nicht reagieren...
Was passiert eigentlich mit Leuten, die sich die ca.8€ für die Passbilder nicht leisten können?
Immerhin sind das fast 2 Kisten Ballerbier...
15:25
die bankkarten sind ja bekanntlich auch absolut sicher ------ wie die unsinkbare titanic ...
für soziale gerechtigkeit und gegen krieg -> mein herz schlägt links ...
13:08
Wenn ich ein beliebiges Passfoto per Post einsenden darf, wie soll das dann Mißbrauch verhindern helfen ?
13:07
Der Stasi-Staat ist perfekt! Milliarden werden verbrannt. Danke Ulla Schmidt, danke Dienstwagenaffäre. Nie mehr SPD!
12:37
Daten,Daten,nichts als Daten.
Warum dann noch einen Personalauweis,Führerschein oder Bankkarte?Alles auf eine Karte und fertigAustausch und abfragen von Daten bei den verschiedenen Behörden ist doch längst gängige Praxis und unser hyterischer wird dann endlich die Achse der bösen Terroristen finden.Jetzt bin ich beruhigt,Sie auch?
12:28
Die Karte ist bei den Ärzten noch umstritten heißt es. Hat man eigentlich mal die Patienten gefragt, ob sie die Karte wollen und die Milliarden an Kosten, die diese Karte kostet übernehmen müssen. Ganz abgesehen vom Datenschutz. Die Gesundheitsdaten sind mir noch intimer als Bankdaten. Auch aufgrund der Rezepte kann man Krankheiten zurückverfolgen. Wissen Sie, ob sie in ein paar Jahren noch einen Arbeitsplatz erhalten, ohne dass Sie dem Betriebsarzt Einsicht in ihre elektronische Krankenakte gewähren. Das wird Usus werden.