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Stadion-Sicherheit

Ultras rufen zum Stimmungsboykott im Stadion auf

22.11.2012 | 16:17 Uhr
Fan-Kultur beim Spiel Fortuna Düsseldorf gegen SpVgg Greuther Fürth: Die Ultras sind mit dem DFL-Papier "Sicheres Stadionerlebnis" nicht zufrieden.Foto: Kai Kitschenberg/WAZ Foto Pool

Essen.   Keine Kompromisse: Ultras in Deutschland üben an den neuesten Vorschlägen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zur Stadionsicherheit fundamentale Kritik. Ultra-Sprecher Philipp Markhardt kündigt einen „Stimmungsboykott“ an. Auch „normale“ Fans sind sauer auf die DFL. Sie fühlen sich unter Druck gesetzt.

Philipp Markhardt würde das DFL-Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ wohl am liebsten in der Luft zerreißen. Der Hamburger Markhardt ist Sprecher des bundesweiten Bündnisses „ProFans“, dem viele Ultras angehören. Und die Ultras sind gerade auf dem Baum, weil die DFL ihnen und den anderen Stadionbesuchern angeblich „unannehmbare“ Regeln für die Sicherheit bei Fußballspielen vorschlagen möchte.

Besonders unbeliebt ist die so genannte „Vollkontrolle“ an Stadion-Eingängen, die nach Einschätzung vieler Fans auch in der aktuellen Fassung des DFL-Papiers noch nicht eindeutig vom Tisch ist. Bei der Vollkontrolle würden Stadionbesucher aufgefordert, sich in einem Zelt oder einem Container gründlichst kontrollieren zu lassen. Manche fürchten, sich in Gegenwart der Polizei komplett entkleiden zu müssen.

Bürgerrechte, die für Ultras nicht gelten

Philipp Markhardt sieht nicht nur darin eine „entwürdigende Maßnahme“. Auch sonst sei das Verhalten der Polizei Ultras gegenüber katastrophal. „Bewegungsfreiheit? Unschuldsvermutung? Das sind Bürgerrechte, die für Ultras nicht gelten. Und das bedeutet Frust und Aggression, die sich aufstauen und irgendwann Bahn brechen. Behandelt die Leute wie Tiere, und sie werden sich irgendwann auch so benehmen“, sagte Markhardt gegenüber „Spiegel online“.

Chaos im Spiel der Fortuna

Das ganze DFL-Papier ist seiner Meinung nach viel zu vage formuliert. Alles sei immer noch möglich: Von der Verlängerung der Stadionverbote bis zu Reduzierung der Kartenkontingente bei Auswärtsspielen. Das Wort von der „Kollektivstrafe“ macht die Runde. Das neue DFL-Papier enthalte zwar nicht mehr das Wort „Vollkontrollen“, dennoch meinen kritische Fans Formulierungen zu erkennen, die darauf hinauslaufen.

Polizei sieht massives Gewaltproblem im Umfeld der Stadien

Die Zeit drängt, denn schon am 12. Dezember, auf der Liga-Vollversammlung, soll das neue Sicherheitskonzept verbindlich beschlossen werden. Der Proteststurm gegen die Pläne ist heftig. Nicht nur Fans, sondern auch viele Profi-Vereine sehen erheblichen Nachbesserungsbedarf. Dabei haben die Clubs und ihre Fan-Vertreter kaum noch Zeit, Änderungsvorschläge einzureichen. Seit einer Woche liegt den Bundesligisten das aktuelle Konzent der DFL-Kommission „Stadionerlebnis“ vor. Fans und Vereine können sich noch bis zum 22. November dazu äußern. Die Fan-Vertreter in der AG „Fanbelange und Fanarbeit“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wurden über die Änderungen informiert.

Ziele der Ultras

Das DFL-Papier ist ein Ergebnis des Sicherheitsgipfels zwischen Vereinen und Länder-Innenministern im Sommer. Die Politik, allen voran NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), drängt die Vereine, zügig das Gewaltproblem anzugehen . Auch die Polizei sieht ein massives Gewaltproblem im Umfeld der Stadien.

Kommentare
28.11.2012
15:23
Ultras rufen zum Stimmungsboykott im Stadion auf
von klingsor11 | #50

Wer glaubt, im Stadion seinen ganzen Frust (oder Freude?) wegen irgend etwas laut und publik heraus lassen zu können, der sollte lieber zu Hause...
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Ultras rufen zum Stimmungsboykott im Stadion auf
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2012-11-22 16:17
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