"Turbo-Abi": Schule auch nachmittags
10.02.2008 | 19:27 Uhr 2008-02-10T19:27:39+0100Düsseldorf. Schüler an nordrhein-westfälischen Gym- nasien werden in Zukunft schon ab der fünften Klasse an einem Nachmittag in der Woche regelmäßig Unterricht haben. ...
... Damit reagieren Eltern- und Lehrerverbände in Absprache mit dem NRW-Schulministerium auf die gestiegenen Anforderungen durch das so genannte "Turbo-Abitur". Gleichzeitig wird das Ministerium zum neuen Schuljahr für die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik, Französisch und Latein "Musterlehrpläne" erarbeiten. Diese sollen, basierend auf den Kernlehrplänen, den Gymnasien "als Orientierungshilfe dienen" und ihnen die Entscheidung erleichtern, "welche Unterichtsinhalte verzichtbar sind", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologenverbandes NRW, zur WR.
Die Vereinbarung ist Bestandteil eines Maßnahmenpakets, das der Philologenverband, die Rheinische und Westfälisch-Lippische Direktorenvereinigung sowie die Landeselternschaft in Kooperation mit dem Schulministerium erarbeitet haben, um auf Probleme durch die Schulzeitverkürzung zu reagieren. Seit Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren war immer wieder Kritik von Eltern, Lehrern und Schülern laut geworden, die unter anderem über Überbelastung und organisatorische Unsicherheiten klagten.
"Schüler müssen die Möglichkeit haben, am Nachmittag sich etwa in Vereinen zu engagieren", so Silbernagel zur WR. Deshalb einigte man sich auf folgende Regelungen:
In den 5. und 6. Jahrgangsstufen soll maximal an einem Nachmittag in der Woche unterrichtet werden, in den Jahrgangsstufen sieben und acht an zwei Nachmittagen.
Klassenarbeiten dürfen ausschließlich vormittags geschrieben werden.
Hausaufgaben sollen an Tagen mit Nachmittagsunterricht in den Fächern entfallen, die auch am nächsten Tag auf dem Stundenplan stehen.
Es muss ein "ausreichende Mittagspause" gewährleistet sein.
Einig war man sich, an der Schulzeitverkürzung auf jeden Fall festzuhalten. Eine "Entrümpelung" der Lehrpläne, wie sie Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Wochenende gefordert hatte, hält man indes nicht für notwendig. "Diese wurden in NRW bereits abgespeckt", so ein Ministeriumssprecher zur WR.

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